Don Vega – Zorro (Pierre Alary)

Verlag: Splitter; (Dezember 2021)
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten; 19,80 €
ISBN-13: 978-3-96219-542-7

Genre: Abenteuer


Klappentext

„Wo waren die anderen Zorros?“
„Es gibt nur einen Zorro.
Er taucht immer wieder auf.
In der einen oder anderen Gestalt.“


Rezension

1849 ist Kalifornien unabhängig von Mexiko, aber noch kein Bundesstaat der USA. Deswegen ist es eine mehr oder weniger gesetzlose Zeit, in der skrupellose Geschäftemacher ohne Moral sich so gut wie alles nehmen können. Einer von ihnen ist Gomez, der es auf das Land der Familie Vega abgesehen hat und dessen Männer zu allem bereit sind. Dazu beutet er die Bevölkerung in den Minen aus. Diese hat jedoch noch Hoffnung. Denn die alte Legende von Zorro wird von ihr wach gehalten, auch wenn diese nicht der Wahrheit zu entsprechen scheint. Dann taucht er aber doch noch auf und kämpft für das unterdrückte Volk und gegen Gomez und seinen brutalsten Handlanger Borrows, mit dem ihn mehr verbindet als er selbst gedacht hat.

Johnston McCulley ließ 1919 Zorro zum ersten Mal in Kalifornien für Gerechtigkeit kämpfen und schuf damit einen Helden, der praktisch sofort zu Ruhm gelangte. Immer wieder wird er von Autoren aufgegriffen und seine Legende neu erzählt. In seinem letzten großen Kinoabenteuer verkörperte Antonio Banderas Zorro. Mit Don Vega tritt Pierre Alary bei dieser vorliegenden Neuinterpretation als Zeichner und Autor in Personalunion auf. Dabei setzt er nicht den Originalzorro Don Diego de la Vega am Anfang des 19. Jahrhunderts in Szene, sondern seinen Sohn, der nach langer Abwesenheit zurückkehrt. Dadurch kann er auf alle für Zorro wichtigen Elemente zurückgreifen und doch eine frische und spannende Geschichte erzählen. Die Zeit in der die Geschichte spielt, ist von Alary gut gewählt, da er so die Handlung in einer turbulenten Zeit spielen lassen kann, in der Zorro gebraucht wird.
Gleich zu Beginn sorgt Pierre Alary für einen düsteren und intensiven Höhepunkt, in dem er die Situation für die Menschen auf den Punkt bringt. Gleichzeitig zeigt er die Bedeutung Zorros für sie und das er mehr als nur ein Held, sondern ein Symbol für die Hoffnung auf ein besseres Leben ist. Von da entwickelt Alary eine Geschichte, die eines Zorros würdig ist. Seine Gegner sind zynische Geschäftsleute, die für Geld über Leichen gehen und es ist für Zorro gar nicht so einfach die Angelegenheit zu klären. Vor allem die persönliche Beziehung von Don Vega und eines seiner Gegner macht die Geschichte noch interessanter und spannender. Dabei nutzt Pierre Alary Zorro effektiv und setzt ihn in seinem Kostüm nur dann ein, wenn es absolut notwendig ist. Hier macht Alary alles vollkommen richtig. Und mit dem Ende setzt er einen Schlusspunkt, der sowohl die düstere Seite des Charakters als auch Zorro als Symbol hervorragend repräsentiert und gleichzeitig zeigt, dass seine Legende in der Bevölkerung fortbestehen wird.

Pierre Alary hat bereits oft bewiesen, dass er ein sehr gutes Gespür für Action und Kämpfe hat. Bei Don Vega ist es nicht anders. Egal ob Zorro heimlich in ein Haus eindringt oder er gegen einen Gegner offen mit seinem Degen kämpft, es sieht alles gut aus und hat vor allem genau den richtigen Rhythmus durch Panelaufteilung und gewählte Perspektiven. Dazu kommt eine Farbwahl von hauptsächlich Blau- und Gelbtönen, die der Geschichte eine Atmosphäre verschafft, die einen sofort in die passende Zeit versetzt. Pierre Alarys Zeichenstil passt einfach zu Mantel-und-Degen-Abenteuern und ist damit ideal für Zorro.


Fazit

Don Vega von Pierre Alary ist eine Verbeugung vor Johnston McCulleys` Zorro, die alles richtig macht und seiner Legende eine neue Facette hinzufügt.


Pro & Contra

+ gut gewählter Zeitpunkt für die Handlung
+ düster und spannend
+ teuflische Gegner

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Pierre Alary:

Rezension zu Belladonna – Marie
Rezension zu Belladonna – Maxim
Rezension zu Belladonna – Ludwig
Rezension zu Conan – Die Königin der schwarzen Küste

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