James Bond - Der Mann mit dem goldenen Colt (Ian Fleming)

Verlag: Cross Cult; (März 2014)
Taschenbuch: 240 Seiten; 12,80 €
ISBN-13: 978-3-86425-094-1

Genre: Thriller/ James Bond


Klappentext

Die klassischen JAMES BOND 007-Romane von Ian Fleming – erstmals in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung.

JAMES BOND 007

Bond muss beweisen, dass er in alter Form zurück und wieder vertrauenswürdig ist. „Alles“, was 007 zu tun hat, ist, den tödlichsten Auftragskiller der Welt zur Strecke zu bringen – Paco „Pistols“ Scaramanga, der Mann mit dem goldenen Colt. Doch trotz seiner Lizenz zum Töten ist 007 kein Mörder. So beschließt er in der schwülen Hitze Jamaikas, die kriminelle Vereinigung des Killers zu infiltrieren …


Rezension

Nach seiner Abrechnung mit Blofeld in Japan galt James Bond als tot. Nach ungefähr einem Jahr kehrt er nach London zurück. Jedoch scheint er verändert zu sein, weswegen Maßnahmen ergriffen werden, bevor er M treffen darf. Und tatsächlich hat ihn der KGB umgedreht und Bond verübt einen Anschlag auf M. Aber statt ihn kalt zu stellen und ins Gefängnis als Verräter werfen zu lassen, lässt M ihn behandeln und nachdem seine Gehirnwäsche rückgängig gemacht wurde, bekommt James Bond einen Auftrag, der beweisen soll, dass er wieder fit und zurück ist.
Dieser Auftrag könnte jedoch gleichzeitig sein Ende bedeuten, denn er soll Scaramanga, den gefährlichsten Auftragskiller der Welt, töten. Auf Jamaika treffen sie aufeinander. In einem Hotel, das sich im Bau befindet und in dem eine Versammlung von Gangstern stattfindet, kommt es zu einer Auseinandersetzung der beiden Männer, die nicht erst mit dem ersten Schuss beginnt, sondern bereits vorher.

Der Mann mit dem goldenen Colt hat eine Sonderstellung bei den Bond-Romanen und Kurzgeschichten. Denn dies war die letzte Geschichte, die Ian Fleming über den Geheimagenten seiner Majestät schrieb. Zwar erschien nach diesem Abenteuer noch ein Kurzgeschichtenband, jedoch waren sämtliche erhaltenen Abenteuer in Octopussy bereits zuvor in anderer Form erschienen und geschrieben worden. Der Mann mit dem goldenen Colt hingegen war komplett neu für die Leser. Ian Fleming schrieb ihn von Januar bis März 1964 auf Jamaika, wo er praktisch alle seine Bondgeschichten schrieb. Als er im August 1964 verstarb, war er allerdings noch nicht dazugekommen, den Roman zu überarbeiten, mit dem er im Übrigen unzufrieden war. Da Fleming erst bei der Überarbeitung seiner Romane, die für ihn charakteristischen Details einbaute, fehlen diese größtenteils in Bonds letzten Auftritt von seinem Schöpfer und die Seitenzahl des Romans ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern aus den Jahren kurz davor vergleichsweise äußerst gering.
Dadurch besitzt Der Mann mit dem goldenen Colt ein ungewohnt hohes Tempo für ein Werk von Ian Fleming. Dinge für die er sich normalerweise immer deutlich mehr Zeit gelassen hat, werden hier relativ schnell abgehandelt. Kaum hat der Roman begonnen, da ist Bond schon auf Jamaika und trifft auf Scaramanga. Die erste Konfrontation der Beiden, gestaltet Ian Fleming dennoch intensiv und atmosphärisch. Es wird sofort klar, dass Bond dieses Mal einen Gegner hat, der ihn nicht nur intellektuell herausfordern wird, sondern ihm auch in anderen Fähigkeiten ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist. Hieraus zieht Der Mann mit dem goldenen Colt vor allem seine Spannung. Denn einen großen Plan, der unbedingt verhindert werden muss, oder ein akutes Verbrechen, abgesehen von der Ermordung zweier Männer, sind nicht vorhanden. Es gibt zwar ein Treffen von Vertretern von Verbrechenssyndikaten und auch ein hochrangiger KGB-Offizier ist anwesend, das alles dient aber mehr als Kulisse, als das es wirklich für die Handlung wichtig wäre. Im Zentrum steht das Duell von Bond und Scaramanga und damit verbunden Bonds Zweifel an seinem Auftrag. Denn wenn er auch immer bereit ist, im Notfall zu töten, so ist ein kaltblütiger Mord, wie er von ihm eigentlich verlangt wird, nicht in Bonds Repertoire. Er braucht einen akuten Grund und sieht sich nicht als Auftragsmörder, und das wird mehr als einmal angesprochen. James Bond wird dadurch weiter menschlicher und sein Alter, und der damit verbundene lange Dienst für die Krone, ist ihm anzumerken. Mit seinem hohem Tempo und der vorhandenen Spannung hat Der Mann mit dem goldenen Colt im Prinzip alles, was ein Bond-Roman braucht und doch fehlt etwas. Die Beschreibungen, aber auch die genaue Ausarbeitung von Situationen, die Ian Fleming sonst auszeichnen. Besonders am Anfang ist das zu spüren. Hier wird von einer Seite zur anderen ein Sprung gemacht und Bond ist nach dem missglückten Attentatsversuch auf M wieder im Dienst und bereits auf der Spur seines Gegners. Das ist etwas abrupt und es gibt weitere Stellen, die darunter leiden, dass Fleming den Roman nicht mehr überarbeiten konnte.
Bemerkenswert ist jedoch, dass Der Mann mit dem goldenen Colt sehr gut als Abschluss der gesamten Reihe funktioniert. Das Ende ist gleichzeitig abgeschlossen und doch offen genug, um ein rundes Ende für den Geheimagenten zu bilden. Sicher hätte Ian Fleming noch weitere Romane über James Bond geschrieben, hätte er die Gelgenheit dazu gehabt, aber dennoch wirkt dieser Roman wie ein kleiner Abschied. Und als dieser ist der Roman wirklich gelungen, auch wenn es nicht beabsichtigt war.


Fazit

Der Mann mit dem goldenen Colt besitzt umständehalber leider nicht die Qualität anderer Abenteuer des Geheimagenten. Dafür hat er ein hohes Tempo und ist spannend. Und das Ende bildet einen sehr guten Abschluss für die gesamte Reihe aus der Feder von Ian Fleming.


Pro & Contra

+ hohes Tempo und spannend
+ Scaramanga ist ein ebenbürtiger Gegner für Bond
+ kann als Abschluss der Romane und Kurzgeschichten dienen

0 nicht so detailreich und ausgearbeitet wie andere Romane von Ian Fleming

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: /5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


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