Harley Quinn – Schwarz, Weiß und Rot (Paul Dini, Mirka Andolfo u.a.)

Verlag: Panini; (Dezember 2021)
Softcover: 236 Seiten; 25 €
ISBN-13: 9783741622618

Genre: Superhelden


Klappentext

Harley Quinn ist eine der beliebtesten Figuren im Batman-Universum! Schwarzer Humor und schrille Gags, aber auch tiefgründige Geschichten prägen ihren Weg zur multimedialen Ikone!

In diesem Band finden sich neue Harley-Storys von herausragenden Autoren und Comic-Künstlern, die die vielen Facetten von Harley Quinn aufzeigen, im Stil der anspruchsvollen BATMAN SCHWARZ-WEISS COLLECTION. Doch bei Harley kommt noch Rot hinzu, die Farbe des Blutes, der Liebe und des Wahnsinns!
Außerdem mit dabei: Batman, der Joker, Catwoman und Harleys beste Freundin Poison Ivy!

19 Geschichten in deutscher Erstveröffentlichung von Harleys Mitschöpfer Paul Dini (HARLEY QUINN: MAD LOVE), Amanda Conner und Jimmy Palmiotti (HARLEY QUINN), Stepjan Sejic (HARLEEN), Mirka Andolfo (DC COMICS BOMBSHELLS), Adam Hughes (BEFORE WATCHMEN: DR. MANHATTAN), Sean Murphy (BATMAN: DER WEISSE RITTER) und weiteren Top-Kreativen.


Rezension

Harley Quinn gehört nach wie vor zu den beliebtesten DC-Charakteren und wenn eine Figur für Kurzgeschichten unter dem Thema Schwarz, Weiß und Rot geeignet ist, dann sie. In ganzen neunzehn Geschichten stellen dies die Autoren des Bandes unter Beweis.

Harleen: Red

Harley Quinn sitzt im Arkham Asylum und eine Psychiaterin versucht herauszufinden, warum sie immer wieder Red sagt.
Stepjan Sejic kehrt zu Harleen zurück und eröffnet damit diesen Band. Red ist kurz und hat eine Wendung, die so nicht unbedingt zu erwarten war. Seine Zeichnungen sind wie immer sehr gut.

Modeopfer

Zwei Influencer behaupten, dass Catwoman die neue Stilikone ist und Harley ablöst. Dies kann sie natürlich nicht auf sich sitzen lassen und auf dem Laufsteg der Underground Fashion Week will sie sich den Thron zurückholen.
Mirka Andolfo hat eine sehr humorvolle Geschichte geschrieben, die sie in ihrem typischen Stil mit ebenso viel Humor illustriert.

Die wahre Geschichte

Drei Kleinkriminelle sind bei Harley eingebrochen und haben eine Dose mit Jokergas mitgehen lassen. Jeder der drei hat anschließend eine eigene Version des Einbruchs, die er seinem Boss erzählt.
Saladin Ahmed hat Die wahre Geschichte geschrieben und seine Prämisse kreativ umgesetzt. Javier Rodriguez hat sie ebenso gut optisch umgesetzt.

Wer ist Diss?

Der Rapper Goth.i.am hat angeblich ein Band mit Rapversuchen vom Joker und schreibt es als Preis bei einem Wettbewerb aus. Klar, dass Harley da mitmachen muss und jeden ihrer Konkurrenten in Grund und Boden reimt.
Tim Seeley nimmt Harleys Wahnsinn und bringt ihn gemeinsam mit Juan Ferreyra überaus lustig aufs Papier.

Leben und Tod von Harley Quinn

Harley erzählt eine Geschichte über sich selbst.
Riley Rossmos Geschichte hat eine nette Wendung am Ende. Bis dahin ist es allerdings eher eine Qual, sie zu lesen. Seine Zeichnungen sind wild und sollen wohl Harleys Wahnsinn zeigen, verfehlen aber ihre Wirkung und sind einfach zu chaotisch, wenn auch im Prinzip gut.

Schwarz, weißer Ritter & Rot

Zum Valentinstag schreiben Harley und ihre Kinder Bruce eine Karte, der zu der Zeit im Gefängnis sitzt.
Sean Murphy kehrt in sein Universum des Weißen Ritters zurück und erzählt eine Geschichte mit Tiefe.

Kann nicht dein Ernst sein

Harley sortiert Jokers Sachen aus. Währenddessen macht sich ihre Mitbewohnerin Poison Ivy Sorgen wegen ihrer finanziellen Situation. Dann setzt Harley versehentlich die gemeinsame Wohnung in Brand.
Erica Henderson hatte eindeutig Spaß diese Geschichte zu erzählen, die ein wirklich witziges Ende hat.

Endstation

Harley Quinn hat die letzte Bahn genommen und begegnet deswegen jeder Menge seltsamer Typen.
Verrückt ist das richtige Wort für Endstation aus der Feder von Daniel Kibblesmith und Marguerite Sauvage. Sie ist gut, jedoch auch schnell wieder vergessen.

Indiana Quinn

Um das Chaos zu vermeiden, welches Harley immer wieder verursacht, geht Poison Ivy alleine auf die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend. Aber Harley lässt sich nicht abschütteln und findet Ivy in Afrika. Und dann mischen sich Batman und Batgirl ebenso ein.
Joe Quinones baut auf den wenigen Seiten eine richtige Handlung auf, macht eine Hommage an Indiana Jones und das Ganze ist noch mit der Batman-Historie verknüpft und macht unheimlich Spaß. Bis hierhin die beste Geschichte des Bandes.

Trip in die Sonne

Harleys Hyänen wurden entführt und sie verfolgt die Täter mit aller Gewalt, bis zu einem ihrer Exfreunde.
Trip in die Sonne geht in Ordnung, mehr aber auch nicht. Danis Zeichnungen sind ausreichend, könnten jedoch besser sein.

Rein hypothetisch

In einer Kneipe versammeln sich jede Menge Schergen, um sich für einen Job bei einem Superschurken der ersten Liga zu bewerben. Auch Harley Quinn ist anwesend und erklärt den Versammelten, wie man verschiedene Superhelden töten könnte.
Rein hypothetisch von Simon Spurrier hat alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Witz, Spannung und eine überraschende Wendung. Otto Schmidt erschafft exakt die richtige Atmosphäre für die Handlung, mit einer Harley in ihrem klassischem Kostüm.

Harley Quinn & die Annihilators

Ein neues Superheldenteam ist in der Stadt. Harley Quinn und die Annihilators. Und ihr erster Einsatz beginnt nicht gerade gut, aber dann gehen sie in einer Pizzeria essen und alles wendet sich doch noch zum Guten.
Jimmy Palmiotti und Amanda Connor machen da weiter, wo sie bei Harley Quinn und die Harley-Gang und anderen Harley Quinn-Serien aufgehört haben. Routiniert erzählen sie von einer weiteren von Harleys eigensinnigen Ideen. Chad Hardin lässt alles gut aussehen.

Rote Tinte

Endlich hat es Harley Quinn geschafft und wird in die Legion of Doom aufgenommen. Ihr erster Tag verläuft nicht gerade gut. Lex Luthor erweist sich als mehr auf seinen Ruf und den der Legion bedacht als auf alles andere und Harley selbst hat zunächst wenig zu den Plänen der Legion beizutragen. Nur Bane hilft ihr zurecht zu kommen.
Patrick Schumacker und Eleonora Carlini haben hier sichtlich Spaß. Rote Tinte nimmt nichts und niemanden ernst.

Reparaturbedürftig

In einem alten Farmhaus geht Harley Quinn Hinweisen und Rätseln des Jokers nach und grübelt über ihr Lebens und ihre Beziehung zum Joker.
Wunderbare Zeichnungen, in dem Sinne, dass sie die Stimmung der Handlung einfangen, von Greg Smallwood unterstützen Jordie Bellaires Reparaturbedürftig perfekt.

Happy Thanksquinning

Es ist Thansgiving und im Arkham gibt es zwar ein Essen, aber damit ist eigentlich niemand zufrieden. So kommt es zu einem Aufstand, den Harley nutzt, um zu fliehen. Leider muss sie feststellen, dass draußen niemand auf sie wartet und sogar ihre Eltern sie nicht sehen wollen.
Sam Humphries beginnt sehr humorvoll, bevor es etwas tragisch wird und danach herzerwärmend. Einfach eine tolle Geschichte, die von Stephen Byrne in all ihren Facetten eingefangen wird.

Es war die Nacht vor Quinn-nachten

Eine Bande ist in Häuser eingebrochen und hat alle Geschenke geklaut. Harley und ihre Gang schreiten ein und selbst als Red Tool alle Geschenke versehentlich zerstört, hat Harley eine Idee.
Bei Frank Tieri wird es wild, sogar etwas zu wild. Nach so einigen Geschichten, die zeigen, dass Harley Quinn mehr als eine Kopie von Deadpool sein kann. Da wirkt diese Geschichte obwohl lustig, eher wie ein Rückschritt, der auf lauten Humor setzt. Tom Fowler zeichnet ganz gut.

Am Morgen danach

Der Morgen nach Weihnachten. Einem Waisenhaus wurden die Geschenke gestohlen und zwar von einem Santa Claus. Harley besteht darauf gemeinsam mit Poison Ivy das Problem zu lösen.
Liz Erickson nutzt eine ähnliche Ausgangslage wie ihr direkter Vorgänger. Nur schraubt sie den Wahnsinn etwas zurück und das tut der Handlung sichtlich gut. Vor allem Ivy ist hier wie so oft ein großer Pluspunkt.

Die acht Nächte der Harlequin

An Heilig Abend sitzt Harley im Gefängnis, als ein Mitglied der Sieben-Acht-Neun-Gang eingeliefert wird. Diesem erzählt Harley die Geschichte von Hanuka.
David Mandels Beitrag gehört zu den Besten in diesem Band. Wie er die Legende mit der Handlung verknüpft ist großartig und die Wendung am Ende ist gelungen. Adam Hughes sorgt für genau die richtigen Bilder und liefert damit einen großen Beitrag zu der Geschichte.

Harleens halbes Dutzend

Catwoman wird von Roulette dazu gezwungen mit Cheetah zu kämpfen. Natürlich kommt ihr Harley Quinn auf ihre ganz eigene Art zu Hilfe.
Harley Quinns Mitschöpfer Paul Dini sorgt für den passenden Abschluss. Harley ist hier zwar überdreht, aber auf eine gute Art und Weise. Kevin Altieri nimmt auch in den Zeichnungen die Handlung nicht zu ernst.


Fazit

Harley Quinn – Schwarz, Weiß, und Rot hat ein paar richtig gute Geschichten zu bieten. Daneben gibt es Standardkost, die einem vom Lesen des Bandes aber nicht abhalten sollten.


Pro & Contra

+ vielfältige Geschichten, die nicht alle auf den schnellen Lacher aus sind
+ teilweise tiefgründig
+ viele unterschiedliche Seiten von Harley Quinn

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


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