Catwoman – Lonely City Bd.1 (Cliff Chiang)

Verlag: Panini; (April 2022)
Gebundene Ausgabe: 108 Seiten; 20 €
ISBN-13: 9783741627606

Genre: Thriller/ Krimi/ Superhelden


Klappentext

Die Rückkehr von Catwoman

Lange Zeit war Selina Kyle die berüchtigte Meisterdiebin Catwoman und sowohl Gegnerin als auch Kampfgefährtin von Batman. Doch vor zehn Jahren änderte sich alles. Batman wurde getötet und starb in Selinas Armen. Zuvor flüsterte er ihr noch ein einziges Wort zu, dessen Bedeutung Selina aber bis heute unbekannt ist: Orpheus!
Seither saß Selina im Hochsicherheitsgefängnis Blackgate in Haft – jetzt wird sie entlassen und kehrt als reifere Frau in ein Gotham City zurück, das sich völlig verändert hat. Harvey Dent, einst der Superverbrecher Two-Face, regiert als Bürgermeister die Stadt, aus der er einen Polizeistaat gemacht hat. Doch wie konnte Dent all diese Macht an sich reißen? Und was verbirgt sich hinter dem Wort Orpheus? Um diese Geheimnisse zu ergründen, wird Selina wieder zu Catwoman und verbündet sich mit gealterten Schurken wie Killer Croc!

Eisner Award-Gewinner Cliff Chiang (WONDER WOMAN, Paper Girls) präsentiert als Autor und Zeichner eine grandiose eigenständige Catwoman-Saga.


Rezension

Vor zehn Jahren rief der Joker die Nacht der Narren aus. Seine Anhänger brachten das Chaos über Gotham City, Blut und Gewalt füllten die Straßen und Batman, Catwoman und der Rest der Batfamilie stellten sich der Gefahr. Dabei starben James Gordon und Batman. In Selinas Armen waren seine letzten Worte, dass sie ihm Orpheus bringen soll. Nun, zehn Jahre später, kommt Selina aus dem Gefängnis und Gotham hat sich grundlegend geändert. Maskenträger sind verboten und existieren nicht mehr. Gotham ist die sicherste Stadt der USA über die Harvey Dent als Bürgermeister mit eiserner Hand regiert. Seine Macht sichert er mit einer Spezialeinheit der Polizei, die Rüstungen tragen, die an Batman erinnern. Als er Selina etwas zu sehr reizt, beschließt diese, sich mit alten Weggefährten zusammenzutun und wieder zu Catwoman zu werden. Ihr Ziel ist klar. Sie will herausfinden, was Dent wirklich vorhat und warum er Wayne Manor bewachen lässt und versucht in die Bathöhle zu gelangen. Zudem will sie endlich wissen, was Batman mit Orpheus meinte. Das Spiel zwischen Catwoman und Dent beginnt.

Nach Batman/ Catwoman ist Catwoman – Lonely City die zweite Geschichte des Black Labels, die davon ausgeht, dass Batman tot und eine gealterte Selina Kyle nun auf sich gestellt ist. Und doch verfolgen die beiden Reihen völlig unterschiedliche Ansätze bei der Handlung. Bei Tom King ist Selina eine reiche Erbin, die eine Tochter hat und sich die Frage stellen muss, wer sie ist.
Cliff Chiang nimmt einen anderen Weg. Catwoman ist keine reiche Erbin oder nach wie vor topfit. Sie kommt gerade aus dem Gefängnis und das Alter hat Spuren hinterlassen. Und auch nur für einen Moment erscheint sie verloren, bis ausgerechnet Harvey Dent wieder das alte Feuer in ihr neu entfacht und sie wieder zu ihrer alten Identität als Catwoman zurückfindet. Diese Selina Kyle weiß genau, wer sie ist oder besser, wer sie für den Moment sein muss, nämlich eine Meisterdiebin und Antiheldin. Dafür versammelt sie eine Mannschaft um sich, die sich sehen lassen kann und mit dem Riddler, Killer Croc, Oracle und Poison Ivy hochkarätig besetzt ist. Der Einfluss von Heist-Filmen wie Ocean´s 11 oder Ocean´s 8 ist klar ersichtlich, da auch in Lonely City dem Gegner Catwomans etwas unter der Nase weggestohlen werden soll und die Vorbereitung und das Versammeln der Beteiligten bisher die Seiten einnimmt. Das mag für den Einzelnen vielleicht etwas zu langsam vonstattengehen, ist an sich jedoch recht spannend und vor allem unterhaltsam, denn so hat man Killer Croc, den Riddler, Pinguin und Co. noch nie gesehen. Cliff Chiang lässt sie im Prinzip realistisch altern und die Veränderungen, die sie durchgemacht haben, passen einfach zu ihnen. Dazu sorgt Waylons Naturell allein für den notwendigen Humor.
Aber auch den Einfluss von Ed Brubakers Catwoman und damit des Hardboiledgenres spürt man beim Lesen deutlich. Lonely City fühlt sich an, als ob es einen in eine vergangene Zeit mitnimmt, obwohl es in der Zukunft spielt und macht dies unheimlich stark.
Und wenn sich Cliff Chiang an die Sage hält, könnte in Orpheus ein erster Hinweis versteckt sein, wie alles endet. Es wird interessant zu sehen, wie er dies dann umsetzt.

Das Cliff Chiang ebenso gezeichnet hat, trägt viel zum Gelingen des Bandes bei. Ein bisschen erinnert sein Stil an Darwyn Cookes Arbeit an Ed Brubakers Catwoman, auch wenn er natürlich nicht ganz seine Brillanz erreicht. Das versucht Cliff Chiang jedoch auch nicht. Er geht seinen Weg und erschafft Bilder, die für sich bestehen können und die ebenso wie der Text die Geschichte erzählen.


Fazit

Cliff Chiangs Lonely City ist ein im Hardboiledgenre verankerter Blick in die Zukunft von Catwoman, der bisher alles richtig macht. Die Figuren altern realistisch und die Geschichte präsentiert jede Menge Rätsel auf dessen Auflösung man gespannt ist.


Pro & Contra

+ Killer Croc
+ viele Rätsel
+ spannende Grundprämisse

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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