Die Rückkehr der Zwerge Bd.1 (Markus Heitz)

Verlag: Knaur; (September 2021)
Taschenbuch: 480 Seiten; 15 €
ISBN-13: 978-3426227558

Genre: Fantasy


Klappentext

Die Kleinen werden erneut die Größten sein

Hunderte Zyklen sind im Geborgenen Land vergangen. Goïmron, der als zwergischer Gemmarius in der Stadt Malleniaswacht arbeitet, ist fasziniert von den alten Zeiten seines Volkes, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte der Zwerge geben.

Dabei gerät Goïmron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und mit Zwergenrunen verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keine Zweifel: Das Buch muss von Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Lebt Goldhand etwa noch?

Als Goïmron sich begeistert auf die Suche nach dem legendären Zwerg macht, geraten er und seine Gefährten schon bald mitten hinein in uralte Intrigen und brutale Machtkämpfe von skrupellosen Menschen, geheimnisvollen Albae – und Drachen!


Rezension

Sehr viel Zeit ist vergangen seit Tungdil das letzte Mal gesehen wurde und er wurde mittlerweile zu einer Legende der Zwerge. Deren Stämme haben an Bedeutung und teilweise ihre Heimat verloren. Naturkatastrophen haben unter anderem die Heimstatt der Vierten unbewohnbar gemacht. Als aber
Goïmron eines Tages in einer alten Truhe das Tagebuch von Tungdil Goldhand entdeckt, scheint sich alles zu ändern. Denn anscheinend lebt die alte Legende noch. Goïmron bricht auf zu einer Suche, die ihn letztlich in direkten Konflikt mit Albae, Orks und Menschen führt - und ihn zur Stimme Tungdil Goldhands macht.

Lange hat es gedauert, bis ein neuer Roman über die Zwerge aus der Feder von Markus Heitz erscheint. Und da er mal gesagt hat, dass er nur dann zu ihnen zurückkehren würde, wenn er eine neue und vor allem gute Idee hätte, waren die Erwartungen natürlich hoch. Und zum Teil kann er sie auch erfüllen, nur ist das mit neuen Ideen so ein zweischneidige Sache. Alte Fans könnten aus Prinzip verärgert sein, weil sich zu viel oder zu wenig ändert, oder weil die Erwartungen einfach zu hoch sind. Allerdings sehen manche Ideen auch nur auf den ersten Blick gut aus.
Und irgendwie trifft alles auf Die Rückkehr der Zwerge zu.
Markus Heitz muss zugestanden werden, dass er definitiv vieles neu einführt und gleichzeitig auf den bisherigen Romanen aufbaut. Also eigentlich genau das, was Fans immer verlangen. Nur steht da auch die Frage im Raum: Passt das zusammen?
Und da muss leider gesagt werden, dass dies nur zum Teil der Fall ist. Mit Goïmron einen neuen Charakter einzuführen, der eben kein großer Held ist, war mit Sicherheit eine gute Idee und hält die Geschichte für den Leser spannend. Auch die Neuerungen bei den Zwergen und ihre neue Situationen im Geborgenen Land ist wirklich gut, nur stellt sich halt auch die Frage, warum er unbedingt Tungdil Goldhand zurückbringen und ihn dann auch noch zum großen Meisterstrategen machen muss, der mit einem Lied über das Schicksal der Völker im Geborgenen Land entscheidet. Diese Auflösung wirkt alleine skurril, aber es hat auch einen faden Beigeschmack, wenn all die Charaktere, mit denen man das ganze Buch über mitgefiebert hat, letztendlich zu Statisten degradiert werden und ihre ganze Reise fast keine Auswirkung hat, mit der Ausnahme Tungdil zu finden, der aber vermutlich sowieso aufgetaucht wäre. Vielleicht ist es langsam an der Zeit Tungdil Goldhand in den Ruhestand zu schicken, um die eigentlich gut geschriebenen neuen Helden in den Vordergrund rücken zu lassen, anstatt sie in die zweite Reihe zu verbannen.
Besser und interessanter geschrieben sind jedoch die Ereignisse und Charaktere auf der Gegenseite. Hier scheint Markus Heitz seltsamer Weise vollkommen zuhause und Die Rückkehr der Zwerge wird eigentlich zum Roman der Albae. Sie treten nicht so häufig auf, aber wenn sie es tun, dann gewohnt fies, hinterlistig und intelligent. Auch die Bedrohung für sie aus ihren eigenen Reihen ist gut durchdacht und alle Szenen mit ihnen in ihrer Stadt und ihre Interaktionen mit anderen Völkern liest man gern.
So wird aus Die Rückkehr der Zwerge ein zweigeteilter Roman. Einer der zur Hälfte richtig gut ist und zur anderen Hälfte nur Durchschnitt, weil sich Markus Heitz am Ende zu sehr auf seinen altbewährten Helden verlässt.
Generell ist Markus Heitz aber in Die Rückkehr der Zwerge recht mutig bei der Gestaltung seiner Welt, in der so viel Zeit vergangen ist. Die Hundemenschen sind eine schöne Ergänzung und ebenso ergeben die Umwälzungen in der politischen Lage und generell der Welt an sich einen interessanten Hintergrund, vor dem sich die Handlung entfalten kann. Da dies der erste Teil der Geschichte ist, bleibt abzuwarten, ob Markus Heitz es noch schafft, sich zu steigern und aus Die Rückkehr der Zwerge einen richtig guten Zwergeroman zu machen. Die Anlagen sind da, es ist nur die Frage, ob er sie auch nutzen kann.


Fazit

Der erste Teil von Die Rückkehr der Zwerge hat ein paar Schwächen aber ebenso viele Stärken. Nun kommt es ganz darauf an, wie Markus Heitz die Geschichte im zweiten Teil weiterführt. Bis hierhin ist sein Roman gut aber nicht überragend, was aber noch werden kann.


Pro & Contra

+ neue Elemente
+ interessante Charaktere

- verlässt sich zu sehr auf Tungdil Goldhand
- Zweiteilung des Romans

Bewertung:

Handlung 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


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Tags: Markus Heitz, Zwerge

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