Bibliothek der Comic-Klassiker: Popeye (E.C. Segar)

Verlag: Carlsen; (März 2022)
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten; 35 €
ISBN-13: 978-3-551-02913-3

Genre: Humor


Klappentext

„Da hat´s nun Monate gedauert, den Schatz zu finden, und nach zwei Tagen daheim is auch schon alles wieder dahin. Ulkig! Ich hab meine Penunze verschenkt, aber das gute Gefühl inna Brust is mehr wert! Nu bin ich glücklich!“

Popeye ist nicht nur der einzige maritime Superheld der Comicgeschichte, sondern auch der einzige, der seine Kraft durch den Verzehr von Spinat gewinnt. Das macht ihn unverwechselbar. Was den grantigen Seemann aber unsterblich macht, sind seine Liebe zu den seltsamen Menschen um ihn herum und der anarchische Humor der Serie. Zusammen mit Charakteren wie Wimpy, Olivia Öl oder Kolja K. Kauzich bildet Popeye ein ganz eigenes Universum, das aber niemals abgehoben daherkommt, sondern ausgesprochen bodenständig.

1929 tauchte Popeye erstmals in einem Zeitungsstrip auf und seitdem gab es immer neue Fernsehserien und Kinofilme sowie Merchandising – sogar auf einem Parfum von Jean-Paul Gaultier wurde er verewigt. In diesem Band sind drei längere Abenteuergeschichten von Popeye vereint: „Plünder-Eiland“, „Goldfund am Schlangenbach“ und „Wimpy, Popi und Papi“. Eine einzigartige Sammlung von Popeye-Geschichten, die in Farbe und ungekürzt präsentiert werden.


Rezension

Popeye der Seemann ist eine der ältesten und bekannten Figuren der Comicgeschichte und wer zumindest mal von ihm gehört hat, dürfte ebenso wissen, dass er seine Kräfte durch Spinat bekommt und eine Freundin hat, die ständig in Gefahr gerät. Dies gilt allerdings nur für den Popeye aus den Zeichentrickfilmen. Der Comicstrip-Popeye von E.C. Segar entspricht nicht ganz dieser Vorstellung.

1929 tauchte der grundehrliche, gutmütige und relativ einfach gestrickte Seeman zum ersten Mal in einem Comicstrip von E.C. Segar in einem Gastauftritt auf. Bald übernahm er jedoch die Hauptrolle und das Figurenensemble wuchs und veränderte sich um ihn herum und so sind auch die Comicstrips über Popeye bedeutend abwechslungsreicher und vielseitiger als die ewigen Entführungen von Olivia und die Verfolgungsjagden in den Filmen.
Er stach in See, ging auf Goldsuche, erlebte Abenteuer im Wilden Westen und erlebte noch viele andere Dinge. In der Reihe der Comic-Klassiker widmet sich Carlsen mit diesem Band dem bärbeißigen Seemann und konzentriert sich auf Geschichten aus der Zeit seines Schöpfers, der viel zu früh 1938 verstarb. Nun könnte man meinen, Popeye wäre aufgrund seine Alters angestaubt und für heutige Leser kaum noch zu genießen, wie es bei einigen Anfängen von Comic-Klassikern der Fall ist, wenn sie hauptsächlich auf Humor basieren. Bei Popeye ist dies tatsächlich anders. Segars Humor funktioniert nach wie vor und auch seine Bissigkeit hat er nicht verloren. Einzige Grundbedingung hierfür ist, dass man sich darauf einlässt. Dann aber macht Popeye viel Spaß. Das Vorwort sollte im Übrigen unbedingt gelesen werden, um die ein oder andere Sache zurecht zu rücken und klarzustellen, so dass das Lesevergnügen in keinster Weise getrübt werden kann.
Für Matthias Wieland dürfte es nicht leicht gewesen sein, Popeyes Kauderwelsch zu übersetzen, aber er zieht sich nicht nur großartig aus der Affäre, sondern ihm gelingt es den Charakter Popeyes zu treffen. Dafür kann er nicht genug gelobt werden.

Popeye hat ein relativ großes Figurenensemble um sich, welches ausdifferenziert ist und Segar viele Möglichkeiten gibt, seinen Humor in die Geschichten zu bringen und immer wieder neue erzählenswerte Geschichten zu finden. Er erweist sich nicht nur als sehr guter Humorist, sondern auch als guter Erzähler, wie in diesem Band nachzulesen ist.
In Plüder-Eiland macht sich Popeye auf, die Insel der Seehexe zu finden und ihren Schatz zu heben, was natürlich nicht ganz so einfach ist und ihn in Kontakt mit Alice, dem Urviech bringt, welches für wirklich lustige Situationen sorgt. Nach dem Schatzfund kehren Popeye und seine Freunde zurück und Segar zeigt, was nach ihrer Rückkehr passiert. In Goldfund am Schlangenbach erliegt Popeye dem Goldfieber und in Wimpy, Popi und Papi muss er sich mit dem scheinbar gebildeten Schnorrer Wimpy und seinem Vater Papi auseinandersetzen.
Dabei sind die drei Geschichten in Wirklichkeit keine komplett durchgehenden Geschichten, sondern eigentlich bestehen sie jeweils aus vielen Sonntagsseiten, die zum großen Teil wenn nur durch kurze Handlungsbögen verbunden sind. Am längsten ist Plünder-Eiland, welches jedoch auch in einer Reihe von Einseitern und Kurzgeschichten mündet. Dieser Umstand schmälert das Vergnügen nicht, da Popeye einfach seine Stärken hat, die in Kurzgeschichten, Einseitern und längeren Geschichten immer zum Tragen kommen. Und lieber viele Kurzgeschichten als auf Eugene, Wimpy oder Popi verzichten zu müssen.


Fazit

Dieser Band lädt dazu ein Popeye neu zu entdecken und zeigt all die Stärken, die E.C. Segars Schöpfung besitzt. Und das Wichtigste ist dabei, dass er seit seiner Entstehung nichts an seinem Humor verloren hat.


Pro & Contra

+ Humor funktioniert heute noch
+ Eugene der Jiep
+ Zeichnungen sehen immer noch gut aus

Bewertung:

Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln der Bibliothek der Comic-Klassiker:

Rezension zu Hägar
Rezension zu Prinz Eisenherz
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