Der Joker Bd.2 – Vergeltung (James Tynion IV, Guillem March, Francesco Francavilla u.a.)

Verlag: Panini; (Juli 2022)
Softcover: 156 Seiten; 19 €
ISBN-13: 9783741628566

Genre: Superschurken/ Thriller


Klappentext

Ein grauenvolles Geheimnis

James Gordon jagt den Joker um die halbe Welt! Dabei trifft er in Paris auf die Interpol-Ermittlerin Isabella Hallows, die gegen eine internationale Verbrecherorganisation namens Das Netzwerk ermittelt, mit der auch der Joker zu schaffen hat. Doch noch eine weitere Partei ist hinter dem irren Killerclown her: die weibliche Kampfmaschine Vengeance, Nachfolgerin des toten Muskelprotzes Bane. Schließlich stehen sie und Gordon dem Joker gegenüber … und dem ehemaligen Polizeichef von Gotham City enthüllt sich ein grauenvolles Geheimnis!

Ein knallharter, actiongeladener Comic-Thriller, inszeniert von James Tynion IV (BATMAN), Guillem March (CATWOMAN), Francesco Francavilla (BATMAN: DER SCHWARZE SPIEGEL) und anderen.


Rezension

James Gordons Jagd auf den Joker geht weiter und alle Spuren führen nach Europa. Dort trifft er auf die Interpolermittlerin Isabella Hallows, die in einer Mordsache ermittelt und ihn zunächst als Hauptverdächtigen auf dem Zettel hat. Wie sich herausstellt, war es jedoch der Joker, der die Tat begann. Warum der Joker jenes Labor angriff, dem kommt Gordon mit einer unerwarteten Verbündeten auf die Spur. Vengeance, Nachfolgerin und Klon von Bane, bietet ihm an, für ihn den Joker zu töten. Gemeinsam kommen sie nach Mallorca und müssen dort die vielleicht erschreckendste Entdeckung machen, der James Gordon jemals gegenüberstand. Das Netzwerk hat dort ein Labor unter der Leitung eines Wissenschaftlers, in dem sie weitergehen als Gordon sich in seinen schlimmsten Albträumen hätte vorstellen können. Und die Pläne des Netzwerkes sind noch viel monströser. Tatsächlich verblasst der Wahnsinn des Jokers dagegen. Und dazu scheint alles viel persönlicher für James Gordon zu werden, als erwartet.

Man könnte den Eindruck haben, der Joker wäre in seiner eigenen Serie nur ein Nebencharakter und an seinen Auftritten und den Seiten, auf denen er zu sehen ist, bemessen, stimmt dies durchaus, jedoch ist er permanent die Figur im Hintergrund, die die Handlung überhaupt ermöglicht und dafür sorgt, dass all die auftauchende Charaktere in Aktion treten. James Tynion IV hat eine gute und richtige Entscheidung damit getroffen, den Joker eben nicht auf jeder Seite irgendwelche Witze machen zu lassen, oder ihn immer im Rampenlicht zu halten. Dadurch, dass er nur immer wieder kurz auftritt, verfehlen seine Auftritte nicht ihre Wirkung. So kann er mal albern, aber auch ebenso furchteinflößend sein. Die Dosis macht´s und genau die richtige hat James Tynion IV gefunden. Er konzentriert sich also mehr auf James Gordon und seine Ermittlungen, die ihn immer tiefer in einen Abgrund des Grauens führen. Und wie es aussieht, ist das alles nur der Anfang. Wäre eine Organisation, die Superschurken hilft, nicht schlimm genug, muss er erkennen, dass das alles noch schlimmer und weiterreicht und da ist Kannibalismus nur eine kleine Seitennote des Schreckens. In der Zusammenfassung liest sich das so weit recht abgehoben und schwer ernst zu präsentieren, aber da James Tynion IV seinen Comic durch James Gordon erdet, wird aus der Ausgangslage und dem Hintergrund ein spannender Thriller in der Welt Batmans, bei dem man unbedingt das Ende wissen will. Denn auch dieser Band endet wieder mit einem Cliffhanger, der nicht besser hätte gewählt sein können.

Neben der Hauptgeschichte ist ebenso das erste Annual des Jokers enthalten. Hier geht es weit in die Vergangenheit von James Gordon und dem Joker. Gordon hat als Polizeichef Gotham praktisch von den Banden befreit. Der Joker macht nur selten und dann häufig mit albernen Scherzen auf sich aufmerksam. So beginnt Gordon auch innerhalb der Polizei aufzuräumen, aber dies ist fatal, wie sich herausstellt.
Anders und ebenso gut ist der Blick in die Vergangenheit. Gordon lernt hier, dass es auch Grauzonen geben muss.

Guillem March und Francesco Francavilla zeichnen in ihrem jeweils eigenen Stil und erwecken die Geschichten zum Leben. Dabei wissen sie genau, was sie tun. Gerade Guillem March hält sich in den entscheidenden Momenten zurück, um die Jagd auf den Joker wirklich zu einem Thriller zu machen und nicht zu einem Kostümfest. Er bringt die nötige Ernsthaftigkeit aufs Papier.


Fazit

Der erste Band von Jokers neuer Serie überzeugte voll und ganz und der Zweite steht dem in nichts nach. Auch Vergeltung liest sich richtig gut. Derzeit vielleicht wirklich die beste reguläre, zusammenhängende Serie von DC.


Pro & Contra

+ Gordon und Vengeance
+ das Geheimnis hinter dem Netzwerk
+ komplexer und spannender als gedacht

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit dem Joker:

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Rezension zu Die drei Joker Bd.1
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Rezension zu Joker/ Harley: Psychogramm des Grauens Bd.1
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Tags: Joker, Batman

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