Swamp Thing – Neue Wurzeln (Phil Hester, Mark Russell, Marco Santucci, Tom Mandrake)

Verlag: Panini; (August 2022)
Softcover: 172 Seiten; 20 €
ISBN-13: 9783741627552

Genre: Horror/ Superhelden


Klappentext

Ein Monster kämpft für die Natur

Viele halten Swamp Thing für ein gefährliches Monster. In Wahrheit aber beschützt das Ding aus dem Sumpf die Natur und auch die Menschen. Die Firma Sunderland bedroht mit ihren kriminellen Machenschaften und Fabrikabfällen beides, und so bleibt dem Sumpfmonster nichts anderes übrig, als den Konzern zu bekämpfen. Doch der schlägt zurück – mit modernen Waffen und eigenen Monstern! Bald darauf tobt im Sumpf ein Krieg um das Überleben von Natur und Umwelt …

Neue Storys um das berühmte Sumpfmonster von DC Comics, inszeniert von Mark Russell (SWAMP THING: GESCHICHTEN AUS DEM SUMPF), Phil Hester (SWAMP THING), Marco Santucci (SHAZAM!) und Tom Mandrake (BATMAN).


Rezension

Swamp Ting lief immer etwas nebenher bei DC und stand nie wirklich in der ersten Reihe. Selbst nach der leider viel zu kurzen, aber absolut genialen Serie von 2019 bekam das Ding aus dem Sumpf keine eigene neue Reihe bei DC. Immerhin werden aber mittlerweile wieder Geschichten über Swamp Thing veröffentlicht. In Neue Wurzeln sind eine lange, geschrieben von Mark Russell, und jede Menge kurze Geschichten mit Swamp Thing versammelt. Vor allem die Kurzgeschichten liefern dabei genau das, was ein Fan des Avatar des Grüns erwartet.

Wer die Steckrübe stört …/ Alles frisst, alles stirbt/ Götter des Abgrunds/ Strategien/ Der Blumenkönig/ Die Saat der Vernichtung

Die Sunderland Corporation und ihre Manager sind gierig, sehr gierig. Für den Profit nehmen sie sogar in Kauf, den Planeten zu vernichten. Das kann Swamp Thing nicht zulassen und er greift Sunderland überall wo er kann an. Aber kämpfen allein reicht nicht, er muss den Menschen einen neuen Weg zeigen.

Geschichten zu Umweltschutz und Natur sind heutzutage wichtig, sogar sehr wichtig. Gerade in den USA wo der Umweltschutz leider mehr denn sonst irgendwo hinter dem Profit zurücktreten muss. Aber so sehr mit dem Holzhammer und so dermaßen pathetisch und stumpf muss es dann auch nicht sein. Mark Russells Handlungsbogen ist einfach zu plakativ und behandelt seine Leser wie kleine Kinder. Horror ist hier schon mal gar nicht zu finden. Immerhin sind die Zeichnungen von Marco Santucci ganz überzeugend, wenn er auch nicht alles perfekt zu Papier bringt.

Das Winterquartier

Um den Sumpfgeist Fifolet ranken sich verschiedene Legenden und die sind nicht immer positiv. Eines Tages führt er Swamp Thing zum Winterquartier eines Wanderzirkus. Dort braucht ein Junge seine Hilfe, denn die Zirkusangehörigen haben ganz spezielle Ernährungsgewohnheiten.
So hat eine Swamp Thing-Geschichte auszusehen. Der Horror steht im Vordergrund und Phil Hester erweist sich hier als jemand, der diesen spannend erzählen kann. Tom Mandrake fängt den Horror in seinen Bildern ein und wer schon immer Angst vor Clowns hatte, dem wird es nach dem Lesen garantiert nicht anders gehen.

Die Ketten unserer Geschichte

An der Küste sucht die Historikerin Dr. Wallis nach einem versunkenen Sklavenschiff. Selbst der aufkommende Sturm kann sie nicht davon abhalten. Doch dann droht von unerwarteter Seite Gefahr und Swamp Thing muss helfen.
Eine Geschichte, die auch gut zu Hellboy und der B.U.A.P. passen würde, wird von Phil Hester erneut spannend erzählt und Tom Mandrake liefert dazu wieder die passenden Bilder.

Kaputtes Spielzeug

Anna hat sehr unter ihren gewalttätigen Vater zu leiden. Ihre einzigen Freunde sind ihre Puppen, die sie zum Leben erwecken kann und Swamp Thing, der vom Fifolet zu ihrem Haus geführt wurde.
Puppen sind immer gruselig, das ist etwas, auf das man sich verlassen kann. Hier ist es nicht anders, obwohl die Geschichte einen anderen Ausgang nimmt, als ursprünglich gedacht. Gut geschrieben und der Horror kommt nicht zu kurz.

Das Geisterlicht

Swamp Thing kehrt an den Ort seines Todes als Mensch zurück. Hier gibt er dem Fifolet einen neuen Körper und erfährt dessen Geheimnis.
Der Horror tritt in Das Geisterlicht zurück und es wird nachdenklich. Das passt genauso gut und Phil Hester erzählt ohne unnötig auf die Tränendrüse zu drücken.

Krieg der Welten

Der Brand greift die Erde an. Swamp Thing erhält Hilfe von unerwarteter Seite und kämpft gegen den Brand und seine Diener.
Etwas ideenlos wirkt Krieg der Welten und die Geschichte fällt gegenüber den restlichen Kurzgeschichten von Phil Hester in diesem Band deutlich ab.

… gütig

Eine alte Frau hat sich in einen Sumpf zurückgezogen und verbringt dort glücklich ihre Tage. Mt Swamp Thing verbindet sie zudem eine tiefe Freundschaft. Dann jedoch taucht der Sohn ihres Ex-Mannes auf, der glaubt, sie besäße viel Geld. Swamp Thing kann ihren Tod nicht verhindern, aber er kann ihr Ruhe schenken.
Nach dem schwachen Krieg der Welten findet Phil Hester mit … gütig in die Spur zurück und setzt hier zunächst auf Horror der subtilen Art. Damit wird zugleich der Band abgerundet.


Fazit

Nach einem ziemlich schwachen Start mit Mark Russells viel zu pathetischer und zu gewollt belehrender Geschichte über Swamp Things Kampf gegen Umweltsünder, überzeugt Neue Wurzeln ausgerechnet durch die Kurzgeschichten von Phil Hester und Tom Mandrake. Diese bieten selbst in ihrer Kürze alles, was Marks Russells Beitrag vermissen lässt: Horror, Spannung und eine interessante Geschichte. Leider sind es nur wenige und eben recht kurze Geschichten, die den ersten Eindruck von Mark Russells Beitrag nicht vergessen machen lassen können.


Pro & Contra

+ sehr gute Kurzgeschichten
+ Phil Hester lässt seiner Kreativität freien Lauf
+ der Fifolet ist eine interessante, neue Figur

- anfangs und damit über lange Strecken schwach und eindimensional

Bewertung:


Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Swamp Thing:

Rezension zu Swamp Thing: Die Toten schlafen nicht
Rezension zu Swamp Thing: Geschichen aus dem Sumpf

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