Eine hodenlose Frechheit (Ida von Wegen)

Lübbe Sachbuch, 1. Auflage Mai 2022
Taschenbuch, 190 Seiten
€ 14,99 (D)
ISBN: 978-3-431-05030-1
Leseprobe

Genre: Sachbuch


Klappentext:

Weiblich, smart, unabhängig, sucht … und sucht …. und sucht …

Unter den hiesigen Langzeitsingles tummeln sich erstaunlich viele erfolgreiche Frauen. Attraktive, schlaue, zielstrebige und eloquente Prachtexemplare in den besten Jahren, nur leider ohne Mann. Woran liegt das? Stockt die Gleichberechtigung etwa bei der Partnerwahl?

Ida von Wegen untersucht, warum Erfolgsmomente und Eheversprechen nicht immer Hand in Hand gehen und lädt zu einer gründlichen Spurensuche ein mit Geschichten, die vom Bodenlosen ins Hodenlose und manchmal auch ins Hosenlose übergehen. Sie schreibt über Tinder-Pannen, verkappte Polyamore, Heiratsphobiker und Machomänner und zeigt, dass die moderne Frau vor allem eins braucht: Humor.

Ein augenzwinkerndes Plädoyer für einen entspannten Umgang mit dem Beziehungsstatus.


Rezension:

Jeder Mann möchte eine smarte Frau, mit der er sich schmücken kann. Und wenn er sie dann hat, weiß er nicht, was er mit ihr anfangen soll.
(Seite 24)


Ein catchy Titel, als typisch weiblich angesehene Coverfarben und ein lesenswert klingender Klappentext - Eine hodenlose Frechheit weckt zumindest auf den ersten Blick durchaus das Interesse von wahrscheinlich vornehmlich Leserinnen. Dass dieses Sachbuch durchaus auch von Männern gelesen werden kann und vielleicht sogar sollte, wurde bei der Besprechung mit der Marketingabteilung eher nicht erwähnt, geschweige denn diskutiert. Dabei wäre es für die vom Buch angesprochenen Frauen wichtig, dass gerade die männlichen Mitmenschen einen Einblick in die Gedanken einer erfolgreichen, smarten und sexy Frau erhalten und so eventuell etwas an ihrer evolutionsbedingten und gesellschaftlich anerzogenen Denkweise ändern könnten.

Wer hier einen Ratgeber erwartet, der mit Tipps und Tricks für die Suche nach dem Richtigen auffährt, wird schnell enttäuscht werden. Ida von Wegen erzählt vor allem verschiedene persönliche Anekdoten - von ihren eigenen Erfahrungen und von denen, die ihr in diversen Gesprächen mit anderen Frauen berichtet wurden. Auch ein paar männliche Stimmen lässt sie einfließen und versucht damit, ein relatives Gleichgewicht der Geschlechter herzustellen. Das gelingt ihr mal mehr und mal weniger gut, allerdings muss zugestanden werden, auf diese Weise irgendwie auch Verständnis für die Handlungsweisen des "starken" Geschlechts aufbringen zu können. In manchen der Geschichten findet frau sich wieder, bei anderen sträuben sich die Nackenhaare und der Hinterkopf flüstert etwas vom Paulanergarten.

Insgesamt kann Eine hodenlose Frechheit also durchaus unterhalten, bietet letzten Endes aber keine wirkliche Quintessenz - bis auf die Tatsache, dass die wirklich "guten" männlichen Exemplare der menschlichen Gattung anscheinend sehr rar gesät sind und frau sich schlussendlich doch irgendwie entscheiden muss, was sie im Leben möchte. Steile Karriere und glückliche Beziehung gehen eben nicht, oder nur sehr selten, Hand in Hand. So gesehen ist das pinke Kleinod in gewisser Weise daher eher frustrierend als motivierend. Trotzdem lohnt sich ein Blick zwischen die Seiten, denn es werden auch einige Gedankengänge angestoßen, die zumindest eine Zeit lang nachhallen dürfen. Und wer weiß, wenn diese kleine Sammlung von privaten Erfahrungen auch nur einer Frau (oder einem Mann) dabei hilft, antrainierte Verhaltensweisen zu verändern, hat es sich doch schon gelohnt.


Fazit:

Eine hodenlose Frechheit ist mehr eine Sammlung von persönlichen, teils durchaus amüsanten Anekdoten als ein wirklicher Ratgeber. Trotz eines gewissen, vielleicht nicht immer nachvollziehbaren Humors kann Ida von Wegen nur bedingt überzeugen, denn obwohl versucht wird, einen roten Faden durch die knapp 200 Seiten zu ziehen, driften die Gedanken oftmals ab. Erinnert insgesamt mehr an ein Tage- als an ein Sachbuch.


Wertung:

Informationsgehalt: 2,5 / 5
Verständlichkeit: 3 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

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