Ice Planet Barbarians – Georgie und Vektal (Ruby Dixon)

 ice planet barbarians georgie und vektal

Piper (September 2022)
Übersetzt von Michaela Link
Klappenbroschur, 336 Seiten, 15,00 EUR
ISBN 978-3-492-70741-1

Genre: Science-Fiction-Romance


Klappentext

Georgie und einige andere Frauen wurden von Aliens entführt und sind auf einem fremden Planeten abgestürzt: einem Eisplaneten mit Schneestürmen und lebensbedrohlichen Temperaturen, auf dem es weit und breit nur Schnee und Kälte gibt. Georgie macht sich mit der einzigen wetterfesten Kleidung auf die Suche nach Hilfe, um ihre Begleiterinnen und sich zu retten. Und tatsächlich findet sie diese auch: Vektal, ein großer blauer Einheimischer, ist nicht nur äußerst hilfsbereit, sondern auch ziemlich sexy ...


Rezension

Georgie wird im Schlaf von Außerirdischen entführt und findet sich zusammen mit anderen jungen Frauen in einem Käfig wieder - auf einem Raumschiff, dass die Erde verlässt. Ziel unbekannt. Die Frauen sind Ware, für wen erfahren sie nicht. Während Georgie an einem Fluchtplan arbeitet, gibt es technische Probleme, Chaos bricht aus und der Frachtraum mit den Frauen wird auf einem Eisplaneten abgeworfen. Die Außerirdischen wollen sie später abholen, doch Georgie denkt nicht daran, darauf zu warten. Ihr Tatendrang macht sie ungewollt zur Anführerin der Frauengruppe und so stapft Georgie bald allein durch Eis und Schnee, um Nahrung und Hilfe für ihre neuen Freundinnen zu finden. Auf dem winterlichen Planeten scheint es zunächst nichts als Eis und Schnee zu geben, doch bald entdeckt Georgie ein paar seltsame, karge Bäume - und tappt in eine Falle. Sie erwacht in einer Hölle an einem wärmenden Feuer - und zwischen ihren Beinen kniet ein großer, blaugrauer Außerirdischer mit Hörnern ...

Beim Anblick des Covers der "Ice Planet Barbarians" ist sofort klar, dass es sich um Romance handelt - allerdings nicht um Romantasy mit Blutsaugern und Gestaltwandlern, sondern um Science-Fiction-Romance mit blaugrauen, gehörnten Eiszeitbarbaren. Ansonsten gibt es keine großen Unterschiede, allerdings peppt Ruby Dixon die ganzen Romantasy-Klischees mit viel Humor auf. Die "Ice Planet Barbarians" sind damit das perfekte Guilty Pleasure für alle Science-Fiction-Liebhaber, die Romance und Erotik nicht gänzlich abgeneigt sind. Dabei lassen sich verschiedenste Anspielungen auf SF-Werke wie "Star Wars", "Avatar" oder auch "Stargate" entdecken und der Eisplanet, den die Frauen Not-Hoth nennen, ist ein herrlich atmosphärisches Setting.

Der Einstieg mit der Entführung ist im Vergleich zum Rest der Story zu brutal, auch wenn Ruby Dixon die Gewalt nicht explizit beschreibt. Auf dem Eisplaneten begegnet Georgie relativ bald dem Sa-Khui Vektal, der optisch mit seiner blaugrauen Haut und der Rute an enen Na'vi mit Hörnern erinnert und trotz der Kälte relativ spärlich mit Leder bekleidet ist. In seinem Innern trägt er einen wurmartigen Symbionten, der an einen Goa'Uld erinnert und seinen Körper in der Eiseskälte warm und gesund hält. Außerdem fängt der Symbiont an zu summen, wenn ein Sa-Khui die perfekte Partnerin trifft. Und natürlich erkennt Vektal sofort Georgie als seine Traumfrau. Da sie jedoch anfangs nicht kommunizieren können, ist Georgie nicht bewusst, was Vektal sich von ihr erhofft, doch auch so knistert es bald zwischen den beiden und Vektal beweist, dass er Georgie ungeahntes Vergnügen bereiten kann.

Die Handlung hangelt sich an mehreren heißen Sexszenen entlang, wobei Ruby Dixon aus beiden Perspektiven schreibt. Dabei ist es amüsant zu lesen, wie die Georgie und Vektal ihre unterschiedlichen Körper entdecken. Vektals Haut weist verschiedene Erhebungen und Strukturierungen auf (ja, auch da!) und fühlt sich für Georgie wunderbar warm an, während sie sich für ihn kühl und sehr weich anfühlt. Vektal ist einerseits entzückt von Georgies Zartheit, doch er ist auch um sie besorgt, denn so weich und zerbrechlich kann sie auf dem Eisplaneten nicht überleben. Besonders amüsant sind die ungeschickten Kommunikationsversuche und die vielen Missverständnisse zwischen Georgie und Vektal. Sie bemühen sich beide um Verständigung und doch verstehen sie einander oft falsch. Zusätzlich prallen völlig verschiedene Lebensrealitäten aufeinander und Georgie befindet sich in einer Extremsituation, die sie allerdings recht schnell verkraftet. Dabei helfen ihr Neugier und Tatendrang - und natürlich Vektal, der sie beschützt, sich dabei aber meist bemüht, ihre Grenzen und Entscheidungen zu respektieren.

Wie es der Zufall (oder besser gesagt die Autorin) will, gibt es in Vektals Stamm zu wenige Frauen und viele junge attraktive Alienmänner, wodurch sich genug Pärchen für viele weitere Bände ergeben. In "Georgie und Vektal" spielen die anderen Frauen (und auch die anderen Sa-Khui) nur Nebenrollen, während sich die Handlung ganz auf Georgie und Vektal und ihre humor- und liebevolle Interaktion konzentriert. Wenn sich die Reihe ihren Humor bewahrt, wird man mit den "Ice Planet Barbarians" noch einige unterhaltsame Lesestunden verbringen können.


Fazit

Die "Ice Planet Barbarians" nehmen sich selbst nicht ganz ernst und bieten spicy Romance in einem coolen SF-Setting mit attraktiven Aliens. Die Story ist seicht und lebt einzig von Georgie und Vektal und ihrer oft ungeschickten und noch öfter erotischen Interaktion. So manches mal verdreht man beim Lesen die Augen, die Mundwinkel verziehen sich zu einem Grinsen und man fühlt sich an einen trashigen Horrorfilm erinnert, der trotz oder gerade wegen der haarsträubenden Story Spaß macht.


Pro & Contra

+ atmosphärisches Setting auf einem Eisplaneten
+ amüsante Kommunikationsversuche mit vielen Missverständnissen
+ attraktive Aliens und stimmungsvolle Erotik
+ nimmt sich selbst nicht ganz ernst
+ diverse Anspielungen auf SF-Werke

- seichte Handlung, in der Probleme zu schnell gelöst werden
- Einstieg zu brutal im Vergleich zum Rest des Romans
- stereotype Geschlechterrollen

Wertung: sterne3.5

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Tags: Winter, Aliens

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