Freitag, 22. November 2019

Phantast (Download)

Neueste Kommentare

Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

Weiterlesen...

Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

Weiterlesen...

Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

Weiterlesen...

Salzträume - Band 1 (Ju Honisch)
Geschrieben von Judith
Montag, der 30. November 2009

Feder & Schwert (Oktober 2009)
Taschenbuch, 576 Seiten, 15,95 EUR
ISBN: 978-3-86762-062-8

Genre: Phantastik


Klappentext

Wir schreiben das Jahr 1865. Im Ausseer Land, einem österreichischen Landstrich von mystischer Schönheit, entwickelt ein skrupelloser Erfinder mit Unterstützung eines mächtigen Magiers eine schreckliche Waffe. Die Maschine soll Magie in militärische Zerstörungskraft umwandeln und die Lebenskraft der Fey soll der Waffe dazu die Energie liefern! Die junge Charlotte von Sandling stellt sich unwissend diesen finsteren Plänen in den Weg, als sie einen der Fey aus der Gefangenschaft befreit.
Doch der Gerettete erweist sich weniger als Verbündeter denn als gefährlicher Freund. Als zur selben Zeit ein junger Mann spurlos verschwindet und kurz darauf der britische Ex-Agent Delacroix und der Magier McMullen, die auf seiner Spur waren, wie vom Erdboden verschluckt sind, mehren sich die Anzeichen, dass sowohl Menschen wie Fey in Gefahr sind! Nur gemeinsam kann es gelingen, das Unheil abzuwenden.
Zwischen Intrige und Selbstlosigkeit, Lüge und Ehrlichkeit, Gewalt und Liebe lassen die Mächte der Berge Menschen und Fey ihren Weg suchen, der ins Leben führen kann, aber auch in den Tod.


Rezension

Mit „Salzträume“ hat Ju Honisch ein über eintausend Seiten starkes Werk geschaffen, das aufgrund des Umfangs von Feder & Schwert in zwei Bände gegliedert wurde. Im vorliegenden ersten Band merkt man schnell, dass die Autorin mit viel Liebe zum Detail und einem guten Gespür für Charakterentwicklung schreibt. Und Charaktere gibt es hier reichlich, wobei der Roman die Sicht jedes Protagonisten vermittelt, was auch die hohe Seitenzahl erklärt.

Corrisande Fairchild, Cérise Denglot und Sophie Treynstern träumen vom Tod der Männer, die sie lieben und als sie von diesen keine Nachricht mehr erhalten, beschließen sie, ihnen nachzureisen. Währenddessen suchen Philip Fairchild alias Delacroix und sein Freund McMullen dessen Neffen und werden in den österreichischen Bergen von den Erbauern der im Klappentext erwähnten Maschine gefangen genommen. Als Munition für diese sollte Graf Arpad alias Torlyn, ein Feyon, dienen, den Charlotte von Sandling rettet. Doch für diese Tat muss sie teuer bezahlen und ist bald schon auf die Hilfe des Bluttrinkers angewiesen. Auch diese beiden sind bald in den Salzbergen verschollen und irren durch die Dunkelheit …

Ju Honisch hat sich bei der Recherche für „Salzträume“ offensichtlich viel Mühe gegeben. Die Beschreibungen der österreichischen Landschaft wirken unheimlich authentisch, sodass man glauben möchte, die Berge genauso vorzufinden, wenn man jemals dorthin reisen sollte. Auch die Charaktere werden im Kopf des Lesers schnell lebendig und hier liegt die große Stärke der Autorin: Wer gut ausgearbeitete Charaktere liebt, die durchweg glaubwürdig bleiben und nicht gezwungen sympathisch sind, wird mit diesem Roman seine Freude haben. Auch Stereotype wird man hier nicht finden, denn jeder einzelne hat Stärken und Schwächen – kann viele Sympathiepunkte vom Leser einheimsen, aber auch auf Ablehnung stoßen. Sei es die fragile Corrisande, die sich als verdammt zäh herausstellt oder die arrogante Diva Cérise, die beweist, dass unter der verwöhnten Schale ein gutes Herz schlägt, das nicht nur an sich denkt. Besonders beeindruckend wird Graf Arpad dargestellt, der zwischen seiner Natur, Beute zu machen, und der Zuneigung, die er für Charlotte empfindet, innerlich zerreißt.

Die Geschichte schreitet anfangs schnell voran und weckt schnell das Interesse des Lesers. Dabei gelingt es der Autorin zunächst gut, die Spannung zu halten – doch nachdem sie ihre Charaktere eingeführt hat und mehr auf ihre Lebensgeschichten eingeht, zieht sich der Roman etwas in die Länge. Allerdings hat man bis dahin die Protagonisten schon richtig ins Herz geschlossen, wodurch auch Rückblicke in deren Vergangenheit nicht langweilig werden. Doch vor allem will man natürlich wissen, ob und wie die Männer und Charlotte wieder aus dem Berglabyrinth herausfinden. Natürlich endet dieser erste Band mit einem Cliffhanger, der zumindest große Hoffnungen auf einen spannungsgeladenen zweiten Band macht.

Eine Genreeinordnung fällt bei „Salzträume“ wahrlich schwer. Schauerromantik trifft es sehr gut, die angekündigten Steampunk-Elemente beschränken sich zumindest im ersten Band jedoch auf die ominöse Maschine. Insgesamt handelt es sich um Phantastik mit historischem Hintergrund und geschickt eingewobener Mythologie. Die Feyon oder Sí sind die Gemeinschaft jener phantastischen Kreaturen, die sich im Volksglauben finden. Seien es Vampire, Wassermänner, Feen oder Baumgeister. Mit einigen von ihnen macht man als Leser Bekanntschaft und erlebt sie als Wesen zwischen den Welten. Ihre Natur ist magisch, sie scheinen jedoch an den Menschen zu hängen und wehren sich dagegen, eins mit dem lebenden Wasser und Gestein zu werden. Sie sind meist überirdisch schön, bestechen jedoch selbst bei dieser eigentlich klischeehaften Schönheit mit ungewöhnlichen Attributen.

Das Taschenbuch ist von sehr guter Qualität und aufgrund der Papierdicke ein richtiger Wälzer. Hätte man das Format größer gewählt, hätte man „Salzträume“ vielleicht in ein einziges Buch quetschen können – in zwei Bände unterteilt liest es sich jedoch auf alle Fälle angenehmer. Das Cover passt hervorragend zur Geschichte und sieht obendrein richtig gut aus. Etwas seltsam erscheint jedoch, dass sich auf manchen Seiten ein bis zwei Zeilen weniger finden, als auf anderen und auch der neuen Rechtschreibung wurde der Roman scheinbar nicht angepasst, was beim Lesen allerdings nicht stört. Der Preis bewegt sich dabei gerade noch im Rahmen – aufgrund der hohen Seitenzahl kann man ihn verschmerzen.


Fazit

Der erste Band von „Salzträume“ wartet mit einer schaurig-düsteren Atmosphäre und einer großen Liebe zum Detail auf. Authentische Charaktere, die großartige Recherche und nicht zuletzt die hohe Seitenzahl machen den Roman zu einem spannenden, langanhaltenden Lesevergnügen. In Ju Honischs mythischer Bergwelt kann man sich schier verlieren!


Pro & Contra

+ glaubwürdige Charaktere
+ lebendige, mythische Bergwelt
+ phantastische Kreaturen
+ düstere, spannende Storyline
+ wunderschöne Aufmachung

o viel Liebe zum Detail
o hohe Seitenzahl des Gesamtwerks

- stellenweise wiederholt sich die Autorin

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5


Interview mit Ju Honisch (November 2009)

Interview mit Ju Honisch (Februar 2016)

Rezension zu "Schwingen aus Stein"

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 15. Februar 2016
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren