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Und übrigens noch was ... (Eoin Colfer)
Geschrieben von Markus
Sonntag, der 13. Dezember 2009

Heyne Verlag (12. Oktober 2009)
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten, 19,95€
ISBN-13: 978-3453266407

Genre: Science Fiction / Humor


Klappentext

Keine Panik
Die Reise per Anhalter durch die Galaxis geht weiter.

Vor 30 Jahren schrieb Douglas Adams eines der komischsten und bemerkenswertesten Bücher, die je im Universum veröffentlicht wurden:

Per Anhalter durch die Galaxis

Nun legt Eoin Colfer den autorisierten sechsten Band zur legendären fünfteiligen Anhalter-Trilogie vor.

Packt die Badetücher ein, und nichts wie rein ins galaktische Vergnügen ...


Rezension

Das Gewitter hatte nun nachgelassen, und was da noch an Donner war, grummelte über fernen Bergen nach wie ein Mensch, der, zwanzig Minuten nachdem er im Streitgespräch hat klein beigeben müssen, sagt: >>Und übrigens noch was ...<<

Mit „Übrigens noch was ...“ legt Eoin Colfer den sechsten Roman der fünfbändigen vierteiligen Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams vor.
Ausgestattet mit dem Vertrauen und der Erlaubnis von Douglas Adams Witwe, der viel zu früh verstarb, nahm er dessen angeblich getätigte Aussage „Fünf wäre keine gute Zahl für eine Reihe wie den Anhalter“ ernst und machte sich ans Werk. Und so hetzen Arthur Dent und seine Freunde ein weiteres Mal durchs Universum, um dabei die aberwitzigsten Situationen zu durchleben.

Es war ein Glücksspiel, konnte es jemanden tatsächlich gelingen, den „Anhalter durch die Galaxis“ würdig fortzuführen? Auch wenn schon das letzte Buch, von Douglas Adams selbst, nicht mehr so überzeugte und bei den meisten Fans als Schlechtestes der ganzen Reihe gilt, war die Erwartungshaltung sehr hoch, praktisch eine unbezwingbare Hürde. Doch Eoin Colfer stellte sich der Herausforderung, wie Arthur Dent sich den Bulldozern in den Weg stellte, die sein Haus abreißen wollten.
Herausgekommen ist dabei, soviel sei schon mal verraten eine äußerst gelungene Fortsetzung, die zumindest Adams letzten Beitrag übertrifft.

Eoin Colfer nimmt Douglas Adams Ideen und skurriles Universum an dem Punkt wieder auf, wo es der Leser einst verlassen musste, kurz vor der erneuten Zerstörung der Erde, und schafft es das ganze mit eigenen Ideen zu verbinden und auszubauen. Dabei konzentriert er sich auf die wohlbekannten Figuren, Arthur Dent, Ford Prefect, Trillian und Zaphod Beeblebrox und erschafft dadurch beim Leser das Gefühl, nie wirklich weg gewesen zu sein. Doch allein auf sie beschränkt er sich natürlich nicht. Frühere Nebenfiguren werden aufgegriffen und bekommen nun endlich ihren verdienten großen Auftritt. Eoin Colfer schafft es, alles, was den Anhalter in den letzten dreißig Jahren ausgemacht hat, einzubinden und doch neue Blickwinkel auf ihn zu werfen. Er zeigt teilweise äußerst eindrucksvoll, wieviel Potential in den alten Figuren und Nebencharakteren noch steckt.
Dass er Thor zu einer Hauptperson gemacht hat, hätte Douglas Adams wohl auch gefallen, denn dieser hatte schon bei dessen Dirk Gently Romanen einen recht großen Auftritt, der in Erinnerung blieb.
Die Geschichte der Suche nach einem Gott für einen Planeten ist ein absolutes Highlight des Buches. Chtulu im Bewerbungsgespräch ist einmalig und sehr sehr witzig.
Dabei ist es erstaunlich wie gut Eoin Colfer den Stil und Humor von Douglas Adams trifft.
Nur mit den Anmerkungen, die auch immer mindestens zum Schmunzeln anregen, übertreibt er es gelegentlich, da sie den Lesefluss manchmal störend unterbrechen und die Spannung ausbremsen.
Aber Spannung und Geschichte waren beim Anhalter sowieso noch nie das Entscheidende. Vielmehr stand immer der Humor und die Seitenhiebe auf die Gesellschaft und Menschheit im Vordergrund und das ist auch weiterhin so.

„Ich nehme mal an, dass du kein bombenfestes Handtuch hast, oder?“, fragte Arthur.
„Klar hab ich ein bombenfestes Handtuch. Und einen Kopfkissenbezug mit Materieumwandler.“
Arthur musste doch wirklich lächeln. „Hey, Sarkasmus. Gut gemacht, alter Kumpel, du lernst dazu.“

Eoin Colfer nimmt das Beste von Douglas Adams und würzt es mit seinen eigenen Ideen und wenn er auch nicht ganz die Klasse seines Vorgängers erreicht, ist ihm doch zumindest eine liebevolle und überaus lustige Hommage an den Klassiker gelungen.
Über ihre Notwendigkeit lässt sich natürlich streiten, aber über ihre Qualität sicher nicht.

Leider aber über die Qualität der Ausgabe. In der wirklich schönen Aufmachung und der guten Verarbeitung des Hardcovers, findet sich ein Text, der anscheinend kaum auf Rechtschreibung und Grammatik kontrolliert wurde. Immer wieder findet man Fehler und hin und wieder schimmert noch die Erstfassung des deutschen Textes durch, wenn bei der Umformulierung eines Satzes ganz offensichtlich vergessen wurde, ein Wort zu löschen. Hier wäre eine intensivere Lektoratsarbeit wünschenswert gewesen. Es wirkt, als ob Heyne unbedingt den Termin vor Weihnachten einhalten wollte und damit Mängel in Kauf nahm.
Das ist wirklich ärgerlich, wird doch so der sehr gute Gesamteindruck beträchtlich nach unten gezogen.


Fazit

Handtücher eingepackt und schnell noch einen Pangalaktischen Donnergurgler runter gekippt. Arthur Dent, Ford Prefect und Zaphod Beeblebrox sind wieder auf Reisen und machen das Universum unsicher. Wer nicht dabei ist, wird sich irgendwann fragen lassen müssen, wo er war, als Thor sein Comeback erlebte.
Eoin Colfer ist eine wunderbare Fortführung und Hommage gelungen, die besser als der bisher letzte Band der Reihe ist.


Pro & Contra

+ Wiedersehen mit alten Bekannten, die man schon vermisst hat
+ Eoin Colfer ahmt den Stil von Douglas fast perfekt nach
+ absurder Humor, der einfach zum Lachen anregt
+ die Figuren werden weiterentwickelt und die Geschichte „logisch“ fortgeführt
+ Thor!

- sehr viele Rechtschreib- und Grammatikfehler

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Humor: 4,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Douglas Adams:

Rezension zu Per Anhalter durch die Galaxis
Rezension zu Douglas Adams Dirk Gentlys Holistische Detektei

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 12. Dezember 2017
 

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