
Verlag: Cross Cult; (Mai 2024)
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten; 22 €
ISBN-13: 978-3-96658-919-2
Genre: Grusel/ Horror
Klappentext
Neue höllisch gute B.U.A.P.-Abenteuer aus dem Mignolaverse
Bevor sie ein verirrtes Exemplar von Gustav Strobels Hexerei und Dämonologie aufspüren können, werden Hellboy und die B.U.A.P.-Agentin Susan Xiang von den Hilferufen einer in Not geratenen Hausfrau abgelenkt. Die Lösung des Rätsels um einen ungebetenen Hausgast führt die okkulten Ermittler zwar genau dorthin, wo sie sein wollten – aber auch direkt in das Zentrum dämonischer Gefahr.
Hellboy-Schöpfer Mike Mignola und sein langjähriger Mitarbeiter Chris Roberson liefern uns einige neue B.U.A.P.-Geschichten aus der Welt von Hellboy. Dieser Band enthält unter anderem Zeichnungen von Laurence Campbell, Stephen Green (Sea of Stars), Shawn Martinbrough (Batman) und Alison Sampson (Genesis) sowie die Koloration von Dave Stewart (THE UMBRELLA ACADEMY).
Rezension
Da die Geschichte Hellboys in der Gegenwart beendet ist, konzentrieren sich die neuen Geschichte über den Höllenjunge auf die Vergangenheit Hellboys und der B.U.A.P. Dieses Mal geht es in das Jahr 1957 und die Geschichten spielen sich insgesamt mehr auf einer persönlichen Ebene ab. Das Übernatürliche ist zwar immer dabei, aber es geht sehr menschlich zu und das steht Hellboy und Konsorten sehr gut. So können Nebenfiguren aus dem Schatten heraustreten und kleine, aber feine Geschichten erzählt werden.
Familienbande
Susan Xiang und Hellboy sollen in Dayton, Ohio, eine Kopie des Buches von Gustav Strobl sichern, in dem er sich mit Dämonologie und Hexerei beschäftigt. Als sie an die Tür des Hauses klopfen, wo das Buch sich befinden soll, treffen sie auf eine Familie, die in großen Schwierigkeiten steckt.
Der Band beginnt mit einer waschechten Horror-/ Gruselgeschichte in die bereits eine relativ große Portion Familiendrama eingewoben wurde. Wer will, kann hier, wie in allen guten Horrorgeschichten, sogar eine tiefere Bedeutungsebene finden.
Vergessene Leben
Eine Geistererscheinung wird von Professor Bruttenholm und Hellboy gemeinsam untersucht. Sie scheint harmlos und so versuchen sie dem Geist seine ewige Ruhe zu geben. Ein kleiner Hinweis entflammt dabei Hellboys Begeisterung.
Horror oder gar Grusel sucht man hier vergeblich, dafür ist Vergessene Leben genau die Art herzerwärmender Geschichte, die zu Hellboy passt.
Der Himmel stürzt ein
Der Kryptozoologe Woody ist frustriert. Er hatte 1953 bei der B.U.A.P. angeheuert, um unbekannte Spezies zu entdecken, stattdessen muss er sich mit Dämonen und anderem Gesocks herumschlagen. Bis er im März 1957 gemeinsam mit Hellboy einen neuen Fall bearbeitet.
Geister und Dämonen sucht man hier vergebens, dafür gibt es eine Handlung, die Woody mehr Profil verleiht und ihn in den Mittelpunkt stellt. Der Himmel stürzt ein ist ein kleines Juwel.
Angstvolle Symmetrie
In Indien trifft Hellboy auf seine alte Bekannte Virginia Payne. Eine Serie von seltsamen Tierangriffen führt sie wieder zusammen und dieser Fall ist mehr als ungewöhnlich.
Die Handlung hat eine überraschende Auflösung und insgesamt liest sich das recht gut, allerdings hat Angstvolle Symmetrie wohl die hässlichsten Zeichnungen des Bandes.
Von unten
Im Dezember 1957 werden erneut die Agenten der B.U.A.P. nach Oregon gerufen. Dort scheint ein verfluchtes Sägewerk zu existieren. Sieben Jahre zuvor wurde zwar nichts gefunden, aber nun regt sich dort wieder etwas. Hellboy, Professor Bruttenholm und Archie ermitteln vor Ort und müssen entdecken, dass unter dem Sägewerk eine Hinterlassenschaft der Vergangenheit lauert.
Okkultisten und Hellboy funktioniert immer und hier ist es ebenso. Die Handlung ist zwar trashig, jedoch im guten Sinne.
Frohes neues Jahr, Ava Galluci
Silvester 1957 ist Hellboy in England auf Wakefield Manor. Der Vorfahr der Wakefields war ein Teufelsanbeter, sagt man. Und gerade diesen wollen seine Nachfahren nun in einer Seance beschwören und zwar mit der Hilfe von Ava Galluci, der Hellboy bereits schon begegnet ist und mit der er noch eine Rechnung offen hat.
Den Abschluss macht eine kleine, aber feine Horrorgeschichte und damit wird der Band thematisch perfekt abgerundet.
Das Bonusmaterial fällt dieses Mal mit einer kleinen Skizzengalerie nicht ganz so umfangreich aus.
Fazit
Hellboy und die B.U.A.P. 1957 konzentriert sich zum Teil mehr auf die kleinen, persönlicheren Geschichten am Rande. Hier endet nicht jede Geschichte zwangsläufig mit einem großen Kampf. Manchmal können die Dinge auch anders geregelt werden. Und so kann Hellboy immer noch überraschen und macht nach wie vor richtig Spaß.
Pro & Contra
+ teils kleinere Geschichten
+ teilweise geht es sehr emotional zu
+ kann überraschen
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5
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