Scurry Bd.3 – Der Fluch des Schattens (Mac Smith)

scurry3

Verlag: Cross Cult; (August 2024)
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten; 22 €
ISBN-13: 978-3-98666-126-7

Genre: Fantasy/ Dystopie/ Grusel


Klappentext

Maus gegen Natur im ultimativen Überlebenskampf

Tief in den Wäldern machen zwei Mäuse eine schreckliche Entdeckung und eilen nach Hause, um die Ältesten vor einem Fehler zu bewahren, der zum Untergang der gesamten Kolonie führen könnte. Doch eine skrupellose Bande von Verrätern, die das Zaudern der Ältesten satt hat, plant, die Kontrolle zu übernehmen und die verzweifelte Kolonie zu zwingen, in die Stadt zu ziehen, wo sie überzeugt sind, dass dort unvorstellbare Reichtümer warten.

Doch die Stadt ist tot, ebenso wie jeder, der sich in ihre Nähe wagt.

In der Zwischenzeit pirschen gefräßige Wölfe durch Schlamm und Trümmer auf der Suche nach hilfloser Beute, die den jüngsten Überschwemmungen ausgesetzt wurde. Eine kleine Gruppe von überlebenden wilden Mäusen, die von den Fluten aus ihren Häusern geschwemmt wurden, kauert in einem verlassenen Gebäude und hofft, dass sie nicht von Raubtieren entdeckt werden.

Hinter den Kulissen studiert ein seltsames Hexentrio die Reben und lauscht den Winden, in der Hoffnung die Zukunft zu erahnen und das Land von einem tödlichen Fluch zu befreien, der durch Kräfte verursacht wurde, die selbst sie nicht verstehen können. Sie wissen, dass die kleinen Mäuse eine wichtige Rolle spielen, aber kann man den Prophezeiungen der Hexen trauen?


Rezension

Pict und Wix sind wieder zusammen und nach dem Dammbruch versuchen sie so schnell wie möglich zur Kolonie zu kommen. Auf dem Weg entdecken sie die Zuflucht der Waldmäuse von Minka, die einen großen Vorrat an Nahrungsmitteln besitzen.
In der Kolonie versucht Resher weiterhin, die Mäuse davon zu überzeugen in die Stadt zu gehen und schreckt dabei nicht vor Mord zurück. Aber die Stadt ist der Tod und Wix und Pict bleibt nur wenig Zeit, um die anderen zu warnen. Und dann sind da noch die Wölfe, die nach dem Dammbruch scheinbar nicht aufzuhalten sind. Die einzige Hoffnung des Waldes liegt in der Hüterin, aber die wird von einem Fluch in ihre Höhle gebannt. Und dieser Fluch wird sich erst lüften, wenn Erebos, der Anführer der Wölfe, tot ist. Eine Tatsache, die Pict nicht akzeptieren will.

Hochdramatisch wird es im Abschluss von Scurry. Die Mäuse müssen sich nicht nur mit einem Feind beschäftigen, sondern haben gleich deren zwei, etwas großzügiger sogar noch mehr, denn die Menschen haben ihnen ein tödliches Erbe hinterlassen. Dabei bleibt Mac Smith sich treu und erzählt seine Geschichte aus der Sicht von Wix und Pict, die hier noch deutlich mehr zu tun bekommt und mindestens ebenso mutig ist wie Wix. Beide sind starke Persönlichkeiten, liebenswert und hervorragende Identifikationsmöglichkeiten. Wenn sie in Gefahr kommen, zittert man mit ihnen und man ist erleichtert, wenn sie aus einer gefährlichen Situation entkommen. Helden sind aber nur so gut, wie ihre Feinde und Helfer. Obwohl die Wölfe selbstverständlich körperlich eine größere Bedrohung sind und entscheidend für den gesamten Abschluss der Handlung, so ist Resher doch der fiesere und hinterhältigere und damit ein Bösewicht, wie er im Buche steht. Die Wölfe hingegen sind eher Mittel zum Zweck- Sie sollen sinnbildlich für die Menschen stehen und sind damit eine Bedrohung aus alten Zeiten vor dem Verschwinden der Menschen.
Dies wird in diesem Band übrigens erklärt und es jagt einem eine Gänsehaut über den Rücken, gerade in der aktuellen politischen Lage. Der Eindruck, das Mac Smith Scurrys Hintergrund auf der Grundlage eines bestimmten Ereignisses in der jüngeren Geschichte der USA geschrieben hat, drängt sich auf.
Ihm gelingt es im Übrigen, die Katastrophe, die zur postapokalyptischen Welt in Scurry führte, so darzustellen, dass man wirklich den Eindruck hat, die Sichtweise und Erklärung eines Tieres darauf zu erleben. Das ist überraschend, kreativ und originell und vor allem lesenswert.
Alles in allem bringt er Scurry zu einem hervorragenden Abschluss, in dem er all seine Figuren mehr als ausreichend berücksichtigt und mit der Hüterin sogar noch eine wichtige, neue Figur einführt.

Bei den Zeichnungen gilt weiterhin, dass sie an den richtigen Stellen episch sind und wenn erforderlich äußerst gut Emotionen hervorrufen. Mac Smith ist einfach ein sehr guter Erzähler in Bildern.


Fazit

Wer Mouse Guard mag, wird auch diese Geschichte über Mäuse in einer feindlichen Welt mögen. Und auch der Fantasyanteil ist nicht unbedingt gering, wenn auch anders gelagert. Mac Smith hat eine wunderschöne und spannende Geschichte geschrieben, die vor einem Hintergrund spielt, der beängstigend real wirkt. Scurry ist mehr als nur eine Empfehlung wert.


Pro & Contra

+ gut ausgearbeiteter Hintergrund
+ die drei Hexen
+ wunderschöne Zeichnungen

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Mac Smith:

Rezension zu Scurry Bd.1
Rezension zu Scurry Bd.2

Literatopia-Links zu Mouse Guard:

Rezension zu Mouse Guard – Herbst 1152
Rezension zu Mouse Guard – Winter 1152
Rezension zu Mouse Guard – Die schwarze Axt
Rezension zu Mouse Guard – Legenden der Wächter Bd.1
Rezension zu Mouse Guard – Legenden der Wächter Bd.2
Rezension zu Mouse Guard – Legenden der Wächter Bd.3