Lucky Luke – Letzte Runde für die Daltons Bd.102 (Achdé, Jul)

lucky luke 102

Verlag: Egmont; (November 2024)
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten; 15 €
ISBN-13: 978-3-7704-0967-9

Genre: Humor/ Western


Klappentext

LUCKY LUKE

DER MANN, DER SCHNELLER ZIEHT ALS SEIN SCHATTEN

Ein Streik legt die Bierbrauereien im Wilden Westen lahm und die Saloons sitzen auf dem Trockenen.

Die Bewohner Neumünchens sind so verzweifelt, dass sie Lucky Luke um Hilfe bitten. Der Cowboy folgt dem versiegenden Bierfluss bis nach Milwaukee, wo der Brauereibesitzer Martz einen Coup plant. Um die Produktion wieder anzukurbeln, sollen Sträflinge zur Zwangsarbeit herangeschafft werden.

Und vier alte Bekannte von Lucky Luke melden sich sofort freiwillig.


Rezension

Das Leben eines Cowboys geht selbst an Lucky Luke nicht spurlos vorbei, weswegen er mit Rückenschmerzen schließlich einen Arzt aufsuchen muss. Dieser befindet sich in Neumünchen und dort erfährt er, dass die Bierbrauer in Milwaukee streiken und damit der ganze Westen nicht mehr mit Bier beliefert wird. Das hat verheerende Auswirkungen auf das Leben im Westen und Lucky Luke lässt sich überzeugen nach Milwaukee zu gehen, um zu sehen, ob er helfen kann, den Streik zu beenden. Dort angekommen muss er feststellen, dass die Fronten zwischen den Arbeitern und dem größten Bierbrauereibesitzer Martz verhärtet sind und der Arbeitskampf immer extremere Formen annimmt. Dabei trifft er auch auf die von deutschen Einwanderern importierte Kultur.

Jul hat in Lucky Luke bereits so manches ernste Thema verarbeitet. Mit Letzte Runde für die Daltons widmet er sich einem weiteren, eher unbekannten Aspekt des Amerika des 19. Jahrhunderts.
Viele Deutsche wanderten damals in die USA aus und brachten damit auch ihre Kultur und Ansichten mit. Dadurch entstanden selbstverständlich viele Klischees. Mit genau diesen und der Tatsache, dass viele Brauereien, unter anderem die Pabst-Brauerei, von ihnen gegründet wurden, spielt Jul in diesem Comic.
Und dabei geht Jul über die üblichen Wurst-, Sauerkraut- und Bierwitze hinaus. Die gibt es zwar auch, aber in sehr sehr kleinem Umfang. Stattdessen konzentriert er sich auf eine liebevolle Karikatur der deutschen Eigenheiten, wie z.B. an roten Ampeln stehen zu bleiben, auch wenn sonst niemand zu sehen ist.
Dies macht Jul wirklich intelligent und reicht dabei fast an einen René Goscinny heran. Der Humorlevel ist hoch und es gibt richtig viel zu lachen.
Dabei bleibt es aber nicht. Jul unterstützt seinen Witz mit einer starken Geschichte über den Arbeitskampf in den Bierbrauereien in Milwaukee. Dabei kommt selbstverständlich auch ein gewisser Karl Marx zur Sprache. Und auch wenn es lustig inszeniert und geschrieben ist, so ist die Handlung durchaus ernst und zeigt die finsteren Seiten des Kapitalismus. Es steckt also sogar etwas Gesellschaftskritik in diesem Lucky Luke. Die kann zwar ignoriert werden, falls man nur am Humor interessiert ist, aber mit ihr ist Letzte Runde für die Daltons nochmal so gut.
Einzig die Daltons wirken ironischerweise eher als Fremdkörper in dieser Geschichte. Es entsteht der Eindruck, sie wären nur dabei, weil sie eben dabei sein müssen, fügen sich aber nicht vollkommen harmonisch in die Handlung ein.
Das ist aber lediglich ein kleiner Kritikpunkt an einem ansonsten richtig guten Lucky Luke.

Achdé zeichnet Lucky Luke mittlerweile bereits seit zwanzig Jahren und das bedeutet, er weiß wie er den einsamen Cowboy zu zeigen hat. Für den Humor eines Jul ist er der kongeniale Partner und bringt so manche Pointe auf den Punkt. Und sein Brauereibesitzer Martz ist die perfekte Karikatur des amerikanischen Bierproduzenten Pabst.


Fazit

Letzte Runde für die Daltons ist ein unheimlich lustiger Lucky Luke, der mit etwas Gesellschaftskritik daherkommt, die nicht überhand nimmt und gekonnt deutsche Eigenheiten persifliert.


Pro & Contra

+ Anspielungen auf historische Persönlichkeiten
+ starke Geschichte
+ Humor

- Daltons sind eigentlich überflüssig

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Humor: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Lucky Luke:

Rezension zu Der Mann, der Lucky Luke erschoss
Rezension zu Lucky Luke … gegen Pinkerton Bd.88