
Unionsverlag (2016)
Taschenbuch, 304 Seiten, 12,95 EUR
ISBN: 978-3293207493
Genre: Krimi
Klappentext
Sixpack Bier, Schachtel Kippen, eine Dose Katzenfutter, damit Kryszinski daheim überhaupt reingelassen wird. Er ist glücklich im Sinkflug auf zu Hause, ausnahmsweise mal nur mit Taurin und Koffein im Blut, als ihm ein Mann vor den Kühler seines Toyotas geworfen wird. Der ist sofort »auf eine Art und Weise tot, die keinen Raum für Hoffnung oder Zweifel lässt.«
Privatdetektiv Kryszinksi beginnt, sich auf eigene Faust umzuhören und erfährt zwischen Wodka-Abstürzen und Magenkrämpfen die Identität des überfahrenen Mannes. Und so beginnt ein Reigen mit russischen Investoren, Sprachlehrern, Geheimdienstlern und gepfählten Bikern. Und plötzlich steht die Witwe des Toten vor Kryszinskis Tür. Anoushka ist so schön, dass jeder Mann für sie töten würde – oder sterben …
Rezension
Kristof Kryszinski ist Privatdetektiv in Mülheim an der Ruhr. Eines Nachts überfährt er einen Mann, der ihm vor sein Auto gestoßen wurde. Das "Unfall-"Opfer ist sofort tot. Kommissar Hufschmied und Hauptkommissar Menden von der örtlichen Polizei glauben Kryszinski nicht. Also macht er sich selbst auf die Suche nach dem Mörder - er möchte schließlich nicht wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Gefängnis landen.
Juretzky ist Jahrgang 1955. In Mülheim / RUhr geboren, hat der gelernte Tischler und Zimmernmann Blockhütten in Kanada gebaut, bevor er sich 1990 auf`s Schreiben konzentrierte. Aus seiner Feder stammen nicht nur Kriminalromane, sondern auch Drehbücher sowie Kinderbücher.
Auf den ersten Blick mag dies ein Regionalkrimi sein. Auch wenn die Handlung überwiegend in Duisburg und Mülheim spielt, so gibt es jedoch weder lokalen Flair noch wiedererkennbare Orte, Plätze und Straßen.
Die Figur "Kryszinski" ist die Art von Privatdetektiv, wie sie häufitger in zeitgenössischen Krimis vorkommt: ein verkrachter Typ, ein "einsamer Wolf" mit Alkohol- und Drogenproblemen; er muss seine Unschuld auf eigene Faust beweisen. Hier kommt noch streckenweise eine Liebesgeschichte hinzu.
Es gibt längere actionreiche Abschnitte, die überflüssig sind. Sie bringen weder einen Erkenntnisgewinn noch die Handlung irgendwie weiter.
Juretzka mag zwar schon mit Ehrungen wie dem Deutrschen Krimipreis und dem Literaturpreis des Ruhrgebietes ausgezeichnet worden sein: Irgendwann droht ihm aber desselbe Schicksal wie so vielen anderen Krimi-Autoren. Da Geschichten wie diesen Qualität und Tiefgang fehlen, dürfte er schon bald der Vergessenheit anheim fallen.
Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!
