
Carlsen (Februar 2025)
ca. 240 Seiten, 8,50 EUR
ISBN: 978-3-551-80413-6
Genre: Drama, Mystery, Yaoi
Klappentext
Yokohama in der Nachkriegszeit: Das einstige Autorenwunderkind Kei hat beschlossen, nie mehr ein Drehbuch zu schreiben, nachdem die seinen Figuren als Vorlage dienenden Menschen jedes Mal von Unheil heimgesucht wurden. Er wartet nur noch auf seinen Tod, doch eines Tages begegnet ihm jemand, der zum Sinn seines Lebens wird – Yoichi, der den sturzbetrunkenen Kei aufsammelt und sich in dem Bordell, das sein Zuhause ist, um ihn kümmert. Yoichis Arglosigkeit und seine verführerische Schönheit faszinieren Kei so sehr, dass ihn der überwältigende Wunsch überkommt, über ihn zu schreiben. Egal wen und was er opfern muss, nur ihn, Yoichi, will er nicht ins Unglück stürzen, aber…
Rezension
Yokohama befindet sich in der Nachkriegszeit. Eines Tages schläft ein Fahrer eines US-Militär-Trucks ein und kollidiert mit einer Bahn. Da es zu Schulende war, war die Bahn voller Kinder. Dieses Unglück überlebten nur zwei Jungen. Einer davon war Kei. Bei dem Unglück sah er eine Gestalt, von der er fest überzeugt war, dass es ein Shinigami, ein Totengeist, sein muss. Nach dem Unfall lag Kei lange im Koma, nach seinem Erwachen waren plötzlich sehr viele Worte in seinem Kopf. Ganz von alleine fängt er an zu schreiben. So ist es keine Überraschung, dass er zu einem sehr erfolgreichen Drehbuchautor wird. Doch glücklich ist er nicht. Denn die Menschen, auf denen seine Drehbücher beruhen, sterben immer nachdem sein Film erschienen ist. Er ist sich sicher, der Shinigami führt seine Hand beim Schreiben – er verflucht die Menschen, über die Kei schreibt, zum Tode. Kei kann diese Schuld nicht mehr länger ertragen und wirft hin. Er beschließt, nie wieder zu schreiben! Erst möchte er sich das Leben nehmen – aber er beschließt, das wäre seinen Opfern gegenüber nicht fair. Um wirklich Buse zu tun, muss er weiter leben und nie wieder schreiben, obwohl das Schreiben sein Leben ist!
Er versucht sich mit Alkohol zu betäuben und landet ganz unten. Dort wird er von Yoichi gefunden, der ihn mit zu sich nimmt. Kei findet heraus, dass Yoichi nicht nur ein großer Fan des Drehbuchautoren Kei ist, sondern der andere Junge war, der damals beim Unglück überlebt hatte. Die beiden verbindet ein Schicksal und Kei bekommt das Gefühl, das erste Mal wirklich von sich aus schreiben zu können. Es scheint, als würde Yoichi den Shinigami fernhalten … oder doch nicht?
„Sleeping on Paper Boats” erzählt auf ruhige Weise eine finstere Geschichte über die Abgründe der menschlichen Psyche. Kei kann selbst nicht sagen, ob er verrückt ist, oder ob wirklich der Shinigami ihn steuert. Auch ist nicht klar, ob Yoichi ihn rettet, oder nur auf andere Art und Weise ins Verderben reißt. Es wird klar, dass beide ihre ganz eigenen Probleme haben. Nicht nur der Unfall, auch die Begebenheiten ihres Lebens meinen es nicht gut mit ihnen. Trotzdem tun sie sich gegenseitig sehr gut. Aber reicht das aus um glücklich zu sein? Kein will Yoichi schützen – aber kann er das, solange er in seiner Nähe ist?
Stück für Stück erfährt man die Vergangenheit der beiden, ihre Beweggründe und die Schicksalsschläge, die sei einstecken mussten. Dabei ist immer ein düsterer Schatten über ihnen. Die Zeichnungen passen sich dieser Stimmung an. Insgesamt ist alles etwas dunkler gehalten, was sehr gut zur Geschichte passt. Trotzdem sind die Zeichnungen sehr sauber und die Charaktere sind gut zu unterscheiden. Da die beiden im Bett auch mal etwas härter miteinander umgehen, ist der Manga auf jeden Fall erst ab 18 Jahren geeignet!
Fazit
„Sleeping on Paper Boats” ist eine sehr ernste Geschichte, die zeigt wie hart Gefühle sein können, wenn man mit Schatten in seinem Leben zu kämpfen hat.
Pro & Contra
+ guter Storyaufbau
+ schöne Zeichnungen
+ realistische Darstellung von menschlichen Abgründen
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5
