
Verlag: Splitter; (Dezember 2024)
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten; 19,95 €
ISBN-13: 978-3-98721-718-0
Genre: Fantasy/ Drama/ Humor
Klappentext
„Ich kenne den Tod. Ich bin ihm begegnet, als ich zwölf Jahre alt war.
Er ist anders, als man ihn gemeinhin beschreibt.
Kälter, finsterer und er ist ein Dieb.“
Nach dem unerwartete Besuch zweier Skelette, die den letzten Seufzer einsammeln, werden Persephone und ihr kürzlich verstorbener Nachbar Victor in einen wilden Wettlauf gegen die Zeit durch die Stummen Reiche hineingerissen,
in denen der Tod höchstpersönlich herrscht.
Rezension
Wenn jemand stirbt, wird sein letzter Seufzer von den Angestellten des Todes eingesammelt. Wessen letzter Seufzer nicht gesammelt wird, darf das Totenreich nicht betreten und ist zum ewigen Umherirren verurteilt.
Genau dies passiert vermutlich Victor, dem liebevollen, verstorbenen Nachbarn von Persephone. Und das auch nur, weil die beiden Zuständigen Mitarbeiter des Todes, Charles und Theophil, zu spät kamen und Victors letzter Seufzer bereits fast vollkommen verblasst ist. Ihn noch einzufangen ist fast unmöglich. Doch mit der neuesten Ausrüstung könnte es noch möglich sein. Als Charles und Theophil diese aus dem Totenreich holen wollen, gerät Persephone durch Zufall in die Stummen Reiche. Und das hat Konsequenzen, denn Lebenden ist es verboten, diesen Ort zu betreten. Und so ergibt sich eine phantastische Reise, bei der Persephone auch dem Tod persönlich begegnet.
Séverine Gauthier hat bereits so einige Comics für Kinder geschrieben, die sich nicht gerade mit einfachen Themen beschäftigen, aber immer kindgerecht aufbereitet wurden und Tiefe und Humor besitzen. Herz aus Stein und Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck wären da zu nennen, mit denen sie sich als großartige Erzählerin erwiesen hat.
Nun also Die Stummen Reiche bei dem sie nach Herz aus Stein erneut mit Jérémie Almanza zusammengearbeitet hat.
Und wer Monsieur Mardi-Gras gelesen hat, wird sich daran erinnert fühlen. Zwar geht es hier nicht ganz so skurril und anspruchsvoll zu, wie in Éric Liberges Meisterwerk, aber Séverine Gauthier setzt sich auf ihre Art ebenso tiefsinnig und etwas philosophisch mit dem Thema Tod auseinander.
Damit ist auch klar, dass Die Stummen Reiche kein Comic für die ganze Kleinen ist. Auch das Titelbild unterstützt dies, gibt es doch sofort die Atmosphäre eines Tim Burton-Filmes wieder. Und genau wie sein Nightmare before Christmas kann Die Stummen Reiche zwar von Kinder gelesen werden, richtet sich aber letztlich dann doch eher an Erwachsene. Der Comic ist zwar schön, poetisch und auch durchaus lustig, dennoch sollten Kinder, die ihn lesen in der dritten oder vierten Klasse sein und ihn am Besten zusammen mit ihren Eltern lesen. Dann erhalten sie aber wie alle anderen, die älter oder erwachsen sind, ein tolles, skurriles und phantastisches Abenteuer, dass sich dem Begriff des Todes nähert und was danach kommt und dazu jede Menge Humor besitzt. Der Schluss lässt dann noch auf eine Fortsetzung hoffen, denn Victor, Persephone, Charles und Theophil sind einfach tolle Charaktere, die man gerne in weiteren Abenteuern sehen würde und die sich in einer vor Ideen sprühenden Welt bewegen.
Zum Sterben schön sind die Zeichnungen von Jérémie Almanza, der mit Séverine Gauthier bereits an Herz aus Stein gearbeitet hat, bei Die Stummen Reiche nun aber einen völlig anderen Zeichenstil verwendet. Einen sehr detailreichen, wunderschönen Stil, der in seiner Ästethik stark an Tim Burton und sein Nightmare before Christmas oder Corpse Bride erinnert. Und zwar nicht nur der Film, sondern auch die von Tim Burton selbst stammende Buchumsetzung.
Fazit
Die Stummen Reiche ist ein wunderschön gezeichneter, skurriler Comic, der passend zum Thema mit einer an Tim Burton erinnernde Atmosphäre daherkommt. Aufgrund des Themas mit Sicherheit kein Comic für jedes Kind, aber ein toller Comic für ältere Kinder und Erwachsene.
Pro & Contra
+ einfach tolle Zeichnungen
+ detailreich
+ der Leser taucht in eine phantastische Welt ein
+ humorvoll
+ tiefgehend
Bewertung: ![]()
Charaktere: 5/5
Handlung: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Literatopia-Links zu weiteren gemeinsamen Titeln von Sérine Gauthier und Clément Lefèvre:
Rezension zu Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck Bd.1
Rezension zu Die entseztliche Angst der Epiphanie Schreck Bd.2
Rezension zu Herz aus Stein
