Slaine Bd.8 – Der Narrenprinz (Pat Mills, Clint Langley u.a.)

slaine8

Verlag: Dantes; (Februar 2020)
Gebundene Ausgabe: 132 Seiten; 29 €
ISBN-13: 978-3-946952-50-3

Genre: Fantasy/ Drama


Klappentext

Normannen in England!

Normannen waren pervers, das weiß doch jeder – schließlich haben sie 1066 England erobert, was keinem Menschen bei Verstand im Traum einfallen würde. Sie regieren mit harter Hand und im Namen des Blutgotts, eines der dunklen Götter Cythrawls. Danu schickt Slaine ins Jahr 1140, damit er als Robin Goodfellow den geheimen, unnennbaren Namen des Blutgotts herausfindet, den er als Narrenprinz wird besiegen müssen – in einer epischen Schlacht der Bäume.

Die in diesem Band versammelten Slaine-Episoden wurden von Pat Mills geschrieben und von Greg Staples, Clint Langley sowie Jim Murray gezeichnet und gemalt. Dies ist Band 8 der chronologisch-werkgetreuen Neuausgabe der Abenteuer des mythischen Keltenkriegers.


Rezension

Danu schickt Slaine ins Jahr 1140. Dort soll er das Schwert und den Namen des Blutgottes finden. Keine allzu leichte Aufgabe. Slaine muss sich der Kirche in Form eines Abtes stellen und die Rolle des Robin Goodfellows übernehmen. Und dabei sucht er gleichzeitig Niamh, die in dieser Zeit Marian heißt und als Nonne lebt.

Die Hexenkönigin, der direkte Vorgänger von Der Narrenprinz war voller Pat Mills´ Wut und ein brachiales Meisterwerk. Seine emotionale Verwicklung in seine Geschichte war überall zu spüren. In Der Narrenprinz ist diese Wut zwar immer noch vorhanden, aber dieses Mal hat Pat Mills sie eindeutig im Griff und lenkt sie in etwas ruhigere Bahnen, was nicht heißen soll, Slaine wäre auf einmal handzahm. Inhaltlich und actionmäßig geht es immer noch zur Sache. Aber Pat Mills macht halt auch den ein oder anderen Schritt zurück und betrachtet das Geschehen etwas aus der Ferne. Er ist nun nicht mehr ganz so involviert. Schaden tut dies Der Narrenprinz nicht, denn diese emotionale Nähe wird durch andere Dinge ersetzt, wie eine Vielzahl von Verweisen auf die keltische Mythologie, das Einarbeiten von Robin Hood und diversen anderen Dingen. Dabei kommt die Kirche bei Mills naturgemäß nicht gerade gut weg. Die ganze Geschichte ist etwas strukturierter und es gibt großartige Szenen, wenn sich Slaine mit dem Blutgott auseinandersetzen muss.
Kleine Akzente setzen Ukko und Nest in den Zwischensequenzen, in denen sich Pat Mills´ Handlung von Der Narrenprinz auf seine Weise spiegelt und noch ein paar weitere Aspekte zum Ausdruck kommen. Es ist auf jeden Fall interessant, was hier von Pat Mills als Autor geäußert wird.
Wie in anderen Slaine-Bänden auch, steckt in Der Narrenprinz sehr viel von Pat Mills eigenen Überzeugungen drin, gerade bezogen auf das mystische und religiöse. Und hier wird es beinahe überfordernd. Das Glossar am Ende hilft beim Verständnis dieser Aspekte enorm, auch wenn Jens R. Nielsen als Verfasser zugibt, sich selbst nicht so perfekt auszukennen. Für einen Einblick in Pat Mills´ Gedankenwelt reicht es aber. Aber selbst wer diesen Aspekt ignoriert, wird die Kernthemen, die Macht der Worte, der Kampf gegen Unterdrückung und Religion, leicht ausmachen können. Denn sie stehen im Zentrum von Der Narrenprinz.

Clint Langley durfte für Der Narrenprinz die Zeichnungen anfertigen, wodurch sich für ihn ein Traum erfüllte, wie er im Vorwort sagt. Und das glaubt man ihm sofort. Seine Zeichnungen sind wild, ungestüm und kreativ. Und selbst in den finstersten Momenten, die den Horror heraufbeschwören, findet er Poesie und die Verletzlichkeit Slaines. Dondie Cox scheint sich bei jedem einzelnen Panel gefragt zu haben, wie er es bestmöglich kolorieren muss, um eine Wirkung zu erzielen, die im Sinne von Handlung und Zeichner ist. Und deswegen sind seine Farben leuchtend und bunt, wenn sie es sein müssen, teilweise wechselt der Grundton auf einer Seite, und etwas gedeckter und dunkler wenn es die Geschichte erfordert. Der Narrenprinz ist definitiv eine der besten zeichnerischen Leistungen der Reihe mit phantastischen Farben.

Neben Der Narrenprinz sind noch zwei weitere Geschichten enthalten.
Der Name des Schwertes führt direkt zu den Ereignissen von Der Narrenprinz und bildet mit ihm eine Einheit. Gezeichnet hat diesen Teil Greg Staples und er enttäuscht nicht, wird aber von den großartigen Bildern von Clint Langley erwartungsgemäß in den Schatten gestellt.

In den Eingeweiden der Hölle ist eine humoristische Kurzgeschichte und eine amüsante Anekdote mit Ukko und Slaine. Zum Luftholen zwischen den großen Abenteuern Slaines genau richtig.

Der Bonusteil ist zwar nicht so üppig, aber dafür gehaltvoll. Die Cover mit Slaine von 2000 A.D. sind da ebenso zu nennen, wie das informative und vorbildliche Glossar von Jens. R. Nielsen.


Fazit

Der Narrenprinz enttäuscht nicht. Slaine watet in Blut durch ein weiteres sehr gut geschriebenes Abenteuer aus der Feder von Pat Mills, dass nicht nur einfach Action präsentiert, sondern auf vielen verschiedenen Ebenen funktioniert. Die Zeichnungen von Clint Langley sind atemberaubend und stechen innerhalb der Reihe heraus.


Pro & Contra

+ Zeichnungen von Clint Langley
+ wild und blutig
+ viele verschiedene Themen werden angesprochen

Bewertung: sterne4.5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Slaine:

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Rezension zu Slaine Bd.6
Rezension zu Slaine Bd.7
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