Marie Meier (08.09.2025)

Interview mit Marie Meier

marie meier20251Literatopia: Hallo, Marie! Im September erscheint Dein Debütroman „Seelengrube“, ein Mix aus Science Fiction und Urban Fantasy. Was erwartet die Leser*innen auf dem Wasserplaneten Arges?

Marie Meier: Hallo und vielen Dank für die Gelegenheit, ein bisschen über „Seelengrube“ plaudern zu dürfen! Leser*innen erwarten auf Arges Menschen, Monster und eine riesige Metropole. Daneben bietet sich ihnen eine Gesellschaft, die streng in Schichten geteilt ist, aber dabei unserer gar nicht so unähnlich. Und eine Menge Wasser gibt es auch – immerhin ist es ein Wasserplanet.

Literatopia: Inwiefern unterscheidet sich Arges von der Erde?

Marie Meier: Arges ist der Erde ziemlich ähnlich. Der Planet ist für die Menschen eine Art Ersatzerde, nachdem die eigentliche Erde nicht mehr bewohnbar war. Man hat sogar Flora und Fauna von der Erde angesiedelt. Ein ausgewogenes Ökosystem ist dabei nicht herausgekommen, aber ein Großteil des Planeten ist ohnehin Stadt. Daneben gibt es ein paar künstlich erschaffene Inseln, die den Superreichen vorbehalten sind. Der Hauptunterschied zur Erde ist also, dass es kaum Landmasse gibt, was natürlich Lebensweise und Architektur beeinflusst. Außerdem können die meisten Kinder schwimmen, bevor sie stehen können.

Literatopia: Arges ist zugleich der Name einer Stadt auf dem Planeten, benannt nach dem Gründer Arges. Wie ist die Stadt aufgebaut? Und wo lebt Deine Protagonistin Jule?

Marie Meier: Arges (der Planet und die Stadt) ist das Zentrum des bewohnten Kosmos – alle wollen da leben, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Es kann aber nur eine Seite des Planeten bebaut werden und die ist schon voll. Wohnraum ist demnach knapp und die Architekt*innen haben die Stadt in Schichten bis in den Himmel gebaut. Dabei gilt: Je mehr Sonnenstunden man genießen darf, desto teurer ist die Lage. Es gibt fünf Stadtebenen. Die Unterstadt ist die tiefste und ärmste Stadtebene, die Bewohner*innen bekommen nie die Sonne zu Gesicht. Darüber liegt das Fundament, das als riesiges Ämter- und Bankenviertel fungiert. Wer einen Bürojob hat, lebt vermutlich hier. Darüber ist der Schimmer, in dem jene leben, die es zu einem bescheidenen Reichtum gebracht haben. Die oberste reguläre Ebene ist der Lüster – hier genießt die reiche Elite Tage voller Sonnenschein. Und die Reichsten der Reichen, die 0,01 %, die leben in Kuppeln über den Wolken – den Caela, den wortwörtlichen Himmeln. In den Caela residieren auch die Götter der Stadt, die Avatare.

Jule stammt aus der Unterstadt und ist durch Glück bis ins Fundament aufgestiegen. Wie viele andere ist sie permanent vom Abstieg bedroht.

Literatopia: Erzähl uns mehr über Jule: Was zeichnet ihren Charakter aus? Und warum gelingt es ihr nicht, ihre Gabe, Materie nach ihrem Willen zu formen, richtig zu nutzen?

Marie Meier: Jule liebt Pizza, Videospiele und Comics. Sie ist bodenständig und resigniert schnell, wenn die Welt fies zu ihr ist. Jule kann ihre Gabe (den sogenannten Ruf) nicht richtig nutzen, weil sie es nie wirklich gelernt hat. Die Zitadelle – der Ort, an dem man lernt, den Ruf zu kontrollieren – ist eine Institution der Oberschicht. Diskriminierung ist in das System eingebaut. Jule ist das Kind zweier Geflüchteter, denen Arges nie eine Chance gegeben hat. Ohne den familiären Rückhalt musste sie ihr Studium zugunsten von Nebenjobs vernachlässigen. Die schlechten Ergebnisse sorgten dafür, dass sie noch mehr ausgegrenzt wurde. Man hat Jule ganz klar gemacht, dass Menschen wie sie keine kosmischen Kräfte verdienen – und irgendwann hat sie das auch geglaubt. Also hat sie aufgegeben.

Literatopia: In Arges sind psychische Krankheiten mit einem Stigma belegt, entsprechend muss Jule ihre Depression verbergen. Wie kommt sie ohne Therapie und/oder Medikamente zurecht?

Marie Meier: Manchmal gar nicht. Depressionen werden als gesellschaftliches Tabuthema totgeschwiegen, deshalb halten die meisten Jules Phasen der Antriebslosigkeit für Faulheit. Ihre Depression wird als Mindset-Problem wahrgenommen. Sie bemühe sich einfach nicht genug, heißt es dann. Jule hält sich mit Realitätsflucht über Wasser – die betreibt sie in ungesundem Maße. Sie unterhält zudem sehr enge Freundschaften mit anderen Ex-Unterstädter*innen. Die kleine Clique unterstützt sich gegenseitig, wenn eine*r von ihnen strauchelt.

Literatopia: Wer sind Jules Freund*innen und wie helfen sie ihr?

Marie Meier: Florence, Amy und Emili sind schon beinahe Jules zweite Familie. Florence wurde wie Jule mit dem Ruf diagnostiziert, hat aber die Zitadelle wegen der Diskriminierung abgebrochen. Er lässt keine Gelegenheit aus, kundzutun, wie sehr er den argesischen Kapitalismus verabscheut. Florence ist Jules engster Freund und bietet ihr eine Schulter zum Anlehnen, bis sie wieder allein stehen kann. Amy wurde nicht in der Unterstadt geboren, sondern im Lüster. Ihre Familie ist abgestiegen, als der Vater sich verschuldete. Amy wurde mit dem Glauben erzogen, dass das einzige würdige Lebensziel der soziale Aufstieg ist. Sie treibt Jule unermüdlich an, wenn diese mal wieder droht, in ihrem Leben festzustecken. Emili ist eigentlich Amys und Jules Vorgesetzter, hat jedoch nicht ganz verstanden, wie das Vorgesetztendasein funktioniert. Er ist einfach ein netter Kerl, der seit etwa zehn Jahren in der Midlifecrisis steckt und versucht, sich neu zu erfinden. Er ist der Typ, mit dem Jule schweigen kann.

Literatopia: Stell uns Mika, das „Monster in Nöten“, näher vor. Es soll ja ein ziemlicher Fiesling sein? Sicher hat es auch freundliche Seiten?

Marie Meier: Mika ist vor allen Dingen fies, weil Menschen stets schlecht zu ihm waren. Im besten Falle haben sie ihn gemieden, weil sie davon ausgingen, dass er nur ein geiferndes Monster ist. Jule lässt sich davon nicht abschrecken – sie weiß, wie das ist, wenn man tagtäglich mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Wie das ist, wenn alle glauben, einen zu kennen. Mika ist der Erste, der felsenfest überzeugt ist, dass Jule keine untalentierte Faulenzerin ist, sondern Opfer eines Systems, das ihr nie eine Chance eingeräumt hat (genau wie ihm selbst).

Literatopia: „Seelengrube“ ist der erste von vier Bänden. Was erwartet uns in den Folgebänden? Bleibt Jule die Protagonistin?

Marie Meier: Jule bleibt tatsächlich in allen vier Bänden die alleinige Protagonistin der Reihe „Der letzte Schlüssel“. Ihr Abenteuer beginnt aber nicht umsonst im Kerker der Rebellen. Diese Rebellion gegen den Unrechtsstaat Arges ist ein zentraler Bestandteil der Reihe. Ein anderer wichtiger Handlungsstrang ist und bleibt Jules Verbindung zu den Göttern der Stadt, den Avataren, die bereits im ersten Band ein reges Interesse an ihr entwickeln. Die Avatare sind die mächtigste Waffe von Arges – gegen eventuelle Feinde und gegen die Rebellen. Aber Jule erkennt schnell, dass sie einen viel persönlicheren Grund hat, sich gegen die Avatare zu stellen.

marie meier20252Literatopia: Sind diese Avatare richtige Götter? Oder verbirgt sich dahinter, wie der Name vermuten lässt, etwas / jemand anderes?

Marie Meier: Für die Argesi sind die Avatare richtige Götter, aber auch Staatsleute und Repräsentanten von Arges. („Glauben“ ist deshalb für die Argesi ein schwieriges Konzept, denn sie können ihre Götter ja anfassen. Sie finden es seltsam, dass es auf anderen Planeten Götter gibt, die man nicht sehen und hören kann.) Die Götter von Arges heißen deshalb Avatare, weil sie die Aspekte der Macht verkörpern – der Lüster-Avatar beherrscht nicht nur Lüster, er ist die Inkarnation des Aspekts Lüster. Die Aspekte sind die einzelnen Ausprägungen der kosmischen Magie in der Welt von „Der letzte Schlüssel“. Es gibt Lüster, Klinge, Motte, Schmiede, Scherbe, Kelch, Herz und Quarz sowie den verbotenen Aspekt. Aber über den redet man nicht. Jule hat recht schnell den Verdacht, dass hinter den Avataren noch mehr stecken könnte. Am Anfang des Buchs geht sie aber davon aus, dass die Avatare einfach Superreiche mit Superkräften sind.

Literatopia: „Seelengrube“ ist quasi Science Fantasy. Was reizt Dich persönlich an dem Genremix – und der Phantastik allgemein?

Marie Meier: Gelegentlich lese ich mal Unphantastisches und dann auch mit Genuss. Aber wenn ich mein Bücherregal angucke, dann merke ich, dass lesen für mich die längste Zeit meines Lebens Phantastik lesen bedeutete. Mir kam deshalb nie in den Sinn, etwas Anderes als Phantastik zu schreiben. Der Reiz ist für mich, dass wir unsere Realität aus einem anderen Blickwinkel betrachten können – wir können Aspekte freier verknüpfen, sie in andere Kontexte setzen oder überzeichnen. Die Botschaft von Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ tritt besonders deutlich zutage, weil das gesamte Worldbuilding sich um einen gesellschaftlichen Aspekt dreht: die Rolle der Frau, gezeichnet aus ganz realen Fantasien, wie sie besonders konservative Gruppen in unserer Welt tatsächlich hegen. Natürlich betreibt nicht alle Phantastik laute Gesellschaftskritik, aber selbst „Fourth Wing“, das von Literaturkritiker*innen gern als flacher Eskapismus verteufelt wird, zeigt die Ermächtigung einer chronisch kranken Heldin inmitten einer Welt, die auf körperliche Fitness ausgelegt ist – und das spannt den Bogen zu unserem Alltag. Für mich bewegt uns Phantastik auf clevere Art dazu, weiterzulesen. Sie reicht nämlich zu allem, auch den härtesten Stoffen, ein großes Stück Zucker: einen fesselnden Plot, eine Ermächtigungsfantasie oder einen sarkastischen Drachen.

Meine Liebe zu Genremixen kommt vermutlich daher, dass ich Science Fiction durch Mangas/Animes und Videospiele kennengelernt habe. Ich habe als Teenager unglaublich gern „Ghost in the Shell“ und „Neon Genesis Evangelion“ geguckt oder habe Spiele wie »Final Fantasy VII« gespielt. In der japanischen Science Fiction ist der Übergang von Science Fiction zu Fantasy oft fließend. Generell würde ich behaupten, dass Genre in japanischen Medien viel lockerer gehandhabt wird als bei uns. Erst seitdem ich Kurzgeschichten schreibe und mit der deutschen Science-Fiction-Szene zu tun habe, ist mir bewusst, wie rigide bei uns zwischen Science Fiction und Fantasy unterschieden wird.

Als ich „Seelengrube“ schrieb, lief das in meinem Kopf ganz lange unter Science Fiction. Klar, es gibt diesen magischen Aspekt, aber er tritt häufig hinter der hyperkapitalistischen Zukunftsvision und dem Versuch der Protagonistin, in dieser Welt ihr Glück zu finden, zurück. Ich habe letztlich also gar nicht bewusst Science Fantasy geschrieben – ich mochte einfach das Spannungsfeld an Themen, das sich aus der Kombination der einzelnen Aspekte ergab.

Literatopia: Du veröffentlichst „Seelengrube“ im Selfpublishing und hast festgestellt, dass alles immer länger dauert als geplant. Woran liegt das?

Marie Meier: Selfpublishing ist schön, weil man alle Prozesse in der Hand hat – und es ist aus demselben Grund mitunter ganz schön überwältigend. Wenn man das zum ersten Mal macht, kann man schwer einschätzen, wo man Zeitpuffer einbauen muss. Verzögerungen gibt es immer: Ein Distributor braucht mehr Zeit, um Dateien zu prüfen, bei der Druckerei verzögert sich der Druck, dann gibt es irgendwo einen technischen Fehler, den man nicht sofort beheben kann. Das sind oft nur ein paar Tage Verzögerung, aber wenn man sie dann zusammenrechnet, sind es etliche Wochen.

Hinzukommt, dass man Selfpublishing beliebig komplex machen kann. Grundsätzlich schreibt und überarbeitet man eine Geschichte, durchläuft meist Lektorat und Korrektorat, dann den Buchsatz, dann vermarktet man das Buch über einen Distributor. Das ist das Basispaket. Ich wollte gern eine eigene Auflage drucken lassen und Merchandise, wollte viele schöne Illustrationen im Buch. Nebenbei wurde von der Band Stormcatcher noch ein kleiner Soundtrack zum Buch komponiert. Ich bin fürchterlich stolz auf „Seelengrube“ in Text, Bild und Musik, aber es war definitiv das umfangreichste Projekt, das ich je organisiert habe.

Literatopia: Selfpublishing ist eine Herausforderung, bietet aber auch Vorteile für Autor*innen. Welche sind das für Dich?

Marie Meier: Der wichtigste Vorteil für mich ist die totale Freiheit, das zu veröffentlichen, was mir am Herzen liegt. Es gibt Stoffe, die Verlage gern annehmen – an meinem Urban-Romantasy-Krimi „Stadtwölfin“ haben Verlage schnell Interesse gezeigt, weil er zwar nicht ganz konventionell ist, aber an die derzeitigen Trendgenres anschließt. „Seelengrube“ ist Science Fantasy, was an sich schon ein nischiges Genre ist, und dann noch eine verhältnismäßig lange Reihe. Im Selfpublishing ist das kein Problem. Daneben erlaubt einem Selfpublishing, Bücher so zu gestalten, wie man möchte – und manche nutzen das, um ihre Werke durch Illustrationen und kleine Spielereien einzigartig zu machen. Das wollte ich für „Seelengrube“ auch. Ich wollte ein Buch, das sich nicht nur gut lesen lässt, sondern bei dem man denkt: Mensch, das ist schon schön.

Literatopia: Vor „Seelengrube“ hast Du bereits Kurzgeschichten in Anthologien wie „Psyche mit Zukunft“ veröffentlicht. Deine Story „Seelenruh“ spielt sogar in der gleichen Welt wie „Seelengrube“ – was war zuerst da: die Idee für den Roman oder die Kurzgeschichte?

Marie Meier: Der Roman war zuerst da. Nachdem ich „Seelengrube“ geschrieben hatte, wusste ich nicht so richtig, wohin mit mir. Ich hatte ein Buch geschrieben, aber ich hatte keine Ahnung, ob die Welt meinen Stil mag oder meine Nase oder die Themen, über die ich schreiben will. Mit Kurzgeschichten wollte ich herausfinden, ob Menschen das gut finden, was ich tue. Der Verlag ohneohren hatte damals frisch die Ausschreibung für „Psyche mit Zukunft“ rausgebracht und die Welt von „Seelengrube“ eignete sich toll dafür, um in ihr noch eine kleinere Geschichte zu erzählen. Dass meine Kurzgeschichte genommen wurde, war für mich eine große Sache. Das hat mir ganz viel Mut gegeben.

Literatopia: In Deiner Kurzbiografie heißt es, Schreiben sei von jeher Deine Leidenschaft gewesen. Wann wurde aus der Leidenschaft ein konkreter Veröffentlichungswunsch?

Marie Meier: Um das zu beantworten, muss ich ein bisschen ausholen. In meiner Familie wird kreative Arbeit nicht als Arbeit angesehen – generell wird Kunst kein hoher Wert beigemessen. Schreiben war also immer eine „Spielerei“. Ich musste erst einmal all die Blockaden in meinem Kopf loswerden, bevor ich überhaupt den Schritt von „Hobby“ zu „mehr als Hobby“ machen konnte. Als ich „Seelengrube“ schrieb, war ich in den letzten Zügen meiner Doktorarbeit. Ich musste mich entscheiden, wo ich mit meinem Leben hinwill. „Seelengrube“ hat mir geholfen, mit mir selbst ins Reine zu kommen. Aber auch irgendwie mit der Welt zurechtzukommen, die mit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, mit Trump und allem anderen echt finster wirkte. Als „Seelengrube“ fertig war, kam mir der Gedanke, dass vielleicht noch andere in diesen Zeiten Geschichten über Selbstfindung und Aufstand gebrauchen können. Aber eben nicht nur mit jungen Erwachsenen in der Hauptrolle, sondern mit einer Ü30-Heldin, die ähnlich überfordert von der Welt ist, wie viele von uns. Ich reichte meine Kurzgeschichten ein und mit „Seelengrube“ bewarb ich mich für das PAN-Stipendium. Als es das Projekt 2023 auf die Shortlist schaffte, wusste ich ganz sicher, dass ich es gern veröffentlichen möchte.

Literatopia: Plottest Du Deine Geschichten vorher komplett durch oder schreibst Du nach einem groben Plan drauf los? Und wie behältst Du den Überblick über alle Figuren und Schauplätze?

Marie Meier: Ich plotte meine Geschichten komplett durch, aber ich verwerfe auch gern Teile des Plans und improvisiere. Mittlerweile arbeite ich für andere Projekte viel mit Programmen, in denen ich Schauplätze oder Figurensteckbriefe abspeichern kann. Für »Der letzte Schlüssel« habe ich aber genau drei Dokumente, in denen alles organisiert ist: eins für den Plot, eins für den Weltenbau (samt Schauplätzen) und eins für die Figuren.

Literatopia: Auf Instagram postest Du aktuell regelmäßig Informationen zu „Seelengrube“, inklusive Illustrationen. Von wem stammen diese?

Marie Meier: Die Stadtillustration im Buch ist von der*dem schwedischen Künstler*in Lunariztic. Alle anderen Bilder (einschließlich Cover) stammen von der österreichischen Künstlerin Johanna Lehmert. Lunariztic habe ich bei meiner Suche nach einem Concept Artist entdeckt – ich wollte gern ein Bild von der Stadt Arges mit ihren Schichten, weil sie so zentral für die Handlung ist. Lunariztic arbeitet selbst an einem Cyberpunk-Webcomic (REVERIE) und kennt sich mit Neonstädten aus – der Stil passte perfekt. Johanna und ich kennen uns schon lange, wir haben bereits zusammen an einem anderen Projekt gearbeitet. Wir wissen, worin die Stärken der jeweils anderen liegen – und so war mir sofort klar, dass sie ideal für „Seelengrube“ wäre. Sie arbeitet nebenberuflich als Tätowiererin und Ornamentales liegt ihr. Die Bilder der Aspekte und der Signa, der magischen Tätowierungen, sind genau so, wie ich sie mir beim Schreiben vorgestellt habe. Bei den Figurenzeichnungen wusste ich, dass Johanna keine Probleme haben würde, der diversen Cast von „Seelengrube“ ein Gesicht zu geben.

Literatopia: Würdest Du uns abschließend noch etwas über Deine kommenden Veröffentlichungen „Mäuseknöchelchen“ und „Stadtwölfin“ verraten?

queer welten13Marie Meier: Gern! Beides sind noch Arbeitstitel, die eigentlichen Titel werden die Verlage Ende des Jahres bekanntgeben. „Mäuseknöchelchen“ erscheint im Dezember beim Dark Empire Verlag. Es ist eine Gruselnovelle, die den Vibe von zwei Dingen verbindet, die ich sehr gern mag: Jeff VanderMeers „Annihilation“ und John Carpenters „The Thing“. Die Geschichte handelt von einer Familie, die Zeuge einer globalen Katastrophe wird. „Stadtwölfin“ erscheint im Frühjahr beim Isegrim Verlag. Der Urban-Romantasy-Krimi handelt von der Hexe Thalia, die nach einem gescheiterten Aufstand gegen das Regime der Ordensmagier ihrer Kräfte beraubt wurde. Eine Mordreihe bringt sie zurück in die magische Metropole, in der ihre Rebellion gescheitert ist. Dort muss sie ohne Magie, dafür aber mit der bissigen Vampirjägerin Joanna, die Morde aufklären.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

Marie Meier: Vielen Dank auch von mir!


Autorinnenfotos: Copyright by Marie Meier

Website: https://mariemeier.com/


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.