
Verlag: Panini; (Juni 2025)
Gebundene Ausgabe: 136 Seiten; 26 €
ISBN-13: 9783741641398
Genre: Superhelden
Klappentext
Netzschwinger in Schwarz
Spider-Mans Zeit im Alien-Kostüm ist unvergesslich. In den abwechslungsreichen Kurzgeschichten dieser Anthologie trägt Spidey wieder Schwarz und schwingt durch die Achtziger! Er tritt gegen Mysterio, Shocker und andere an, gerät zwischen Daredevil und Bullseye und geht mit seiner Ex Black Cat auf Raubzug.
Neue Storys über den Wandkrabbler im schwarzen Dress von J. M. De Matteis (Spider-Man: Kravens letzte Jagd), J. Michael Straczynski (Spider-Man: Heimkehr), David Micheline (Venom: Tödlicher Beschützer), G. Willow Wilson (Ms. Marvel), Elena Casagrande (Black Widow), Dustin Nguyen (Batman) und anderen.
Rezension
Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis auch Spider-Man nach unter anderem Deadpool und Moon Knight einen Band in der Reihe Schwarz, Weiß und Blut bekommt. Eine Reihe in der die Autoren und Zeichner es sozusagen richtig krachen lassen dürfen. Denn sie dürfen den Gewaltgrad deutlich anheben und die Geschichten wirklich düster gestalten. Das passt eigentlich nicht zu Spider-Man, der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Deswegen spielen fast sämtliche Geschichten zu dem Zeitpunkt an dem Peter Parker ein schwarzes Kostüm trug, das, da es ein außerirdischer Symbiont ist, dann später zu Venom werden sollte.
Nur ein Gauner
Der kleine Gauner Joe wird beerdigt. Zu seiner Trauerfeier taucht auch Spider-Man auf und Joe erzählt in einem Rückblick, wie es dazu kam.
Entgegen der Erwartungen, die der Titel der Anthologie schürt, ist Nur ein Gauner blutleer und eher eine Geschichte über zweite Chancen und was einen Helden ausmachen kann. Das ist nett, reißt jedoch nicht vom Hocker.
In unserem Haus
Mary Jane ist alleine zuhause und sie spürt die Präsenz etwas Dunklem und Bösem.
Alyssa Wongs kleine aber feine Horrorgeschichte wird von Fran Galan in passenden, atmosphärischen Bildern gestaltet.
Dysmorphie
Peter Parker versucht einem übermächtigen Gegner zu entkommen.
Dustin Nguyen stellt auf wenigen Seiten Peter Parkers Angst vor dem Symbionten dar.
Fade to Black
Ein Rest des Symbionten ist noch in Peter Parker und der versucht ihn davon zu überzeugen, ihn wieder anzunehmen und mit ihm eine Verbindung einzugehen. Ansonsten stirbt dieser letzter Teil.
J. Michael Straczynski lässt Peter Parker im Prinzip ein Zwiegespräch mit sich selbst führen, das wunderbar Peter Parkers Motivation für das Tragen des schwarzen Kostüms herausarbeitet. Craig Yeung hat dafür die passende Bildsprache gefunden.
Wut im Bauch
Morbius ist zurück in New York und Spider-Man bekämpft ihn. Dieses Mal ist jedoch etwas anders. Spider-Man ist brutaler als sonst und auch nach dem Kampf scheint seine Wut nicht verraucht zu sein.
In Erica Schultzes Geschichte geht es darum, wohin ungezügelte Wut und scheinbar unbegrenzte Macht führen können.
Burger, Fritten und Blut
Spider-Man hilft Daredevil Bullseye aufzuhalten.
Dan Jurgens Beitrag ist zwar eine nette Spidey-Geschichte, aber ob er den schwarzen Anzug trägt oder nicht, ist hier absolut irrelevant.
Shock und Awe
Im Kampf gegen Shocker muss Peter Parker erkennen, dass der Symbiont die Kontrolle über seinen Körper hat und vor nichts zurückzuschrecken scheint.
Greg Weisman liefert zusammen mit Javi Fernández eine der beiden Topgeschichten des Bandes ab. Wie er Peter Parkers inneren Kampf gegen den Willen des Symbionten darstellt, ist brillant und intensiv. Das funktioniert hauptsächlich auch deswegen so gut, weil Javi Fernández ebenso gute Zeichnungen abliefert.
Nachbarschaftshilfe
Cece, die Tocher von Tante Mays Nachbarin ist verschwunden. Spider-Man forscht nach und es kommt zu einem blutigen Kampf.
Zum ersten Mal in diesem Band wird es wirklich sichtbar brutal, wie es bei Geschichten mit dem Symbionten sein sollte. Justina Ireland schreibt Spider-Man skrupelloser und brutaler als gewohnt, was gut zu dem Einfluss des Symbionten passt. Netho Diaz zeichnet gut und übersichtlich in den Actionszenen.
Was ist mit Master Blood geschehen?
Master Blood ist ein Schurke, der mit anderen versammelt wurde, um im Secret War zu kämpfen. Als er den Ort erkundet, entdeckt er den Symbionten, der zu Venom werden soll. Doch der ist für jemand anderen vorgesehen und Kang greift ein und löscht Master Bloods Existenz aus, da er irrelevant für die Geschichte ist und sich durch sein Verschwinden nichts ändern wird.
Al Ewing geht einen etwas anderen Weg, als die anderen Autoren. Bei ihm steht nicht Peter Parker im Mittelpunkt, sondern ein Superschurke, der gleich wieder getötet wird. Dies aber auf eine wirklich witzige Art und Weise. Was ist mit Master Blood geschehen? ist zwar nicht blutig oder brutal, dafür aber humorvoll. Juann Cabals Design von Master Blood passt einfach zu ihm. Nur sind seine Zeichnungen etwas zu klar und geometrisch.
Grundpfeiler
Mysterio raubt das F4-Museum aus und lockt dabei Spider-Man in eine Falle. Der gerät unter dem Einfluss von Mysterios Illusionen und seines Kostüms außer Kontrolle und überschreitet beinahe eine Grenze.
In Grundpfeiler weiß Peter Parker noch nicht wirklich über sein schwarzes Kostüm Bescheid. Leonardo Romero bringt Peter Parkers Erschrecken über sich selbst und die Bedeutung von Erinnerungen an wichtige Menschen in unserer Vergangenheit auf den Punkt.
Frühere Leben
Peter Parker muss ein Problem lösen, welches er nicht in seinem üblichen Kostüm angehen kann. Deswegen greift er auf ein schwarzes Kostüm zurück, das allerdings frei vom Symbionten ist. Damit bricht er gemeinsam mit Black Cat in die Botschaft von Latveria ein.
Frühere Leben lebt vom Zusammenspiel von Spider-Man und Black Cat. Das ist witzig geschrieben und zeigt einen Peter Parker, der sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss und mit der Frage, ob er sie jemals wirklich hinter sich lassen wird. G. Willow Wilson traut sich wie Al Ewing aus den erwartbaren Grenzen einer solchen Anthologie auszubrechen. Unterstützt wird sie von Valentina Pinti.
Die Achilleshaut
Peter Parker muss als studentische Hilfskraft entdecken, dass einer seiner Professoren ein Dieb ist. Allerdings ist seine Geschichte tragischer als erwartet.
David Micheline erschafft hier im Prinzip einen neuen Superschurken für Spider-Man. Auch wenn dieser durch sein Kostüm eine gewisse Parallele zu Spider-Man und dem Symbionten aufweist, ist das Ganze doch eher langweilig.
Ein Meisterplaner
Jemand bringt Männer um und steckt ihre Leichen ins klassische Spider-Man-Kostüm. Peter Parker macht sich auf die Suche und kann den Serienkiller bald finden.
Eine richtige Serienkillerhatz, die spannend und blutig ist, präsentiert Hayden Sherman. Ein Masterplaner ist locker die beste Geschichte im gesamten Band, da sie sowohl spannend ist als auch einen Spider-Man im schwarzen Anzug zeigt, wie er sein sollte. Zudem besitzt sie die nötige Härte.
Fazit
Schwarz, Symbiont und Blut löst das Versprechen des Titels nur zu einem kleinen Teil ein. Im Großen und Ganzen besteht die Anthologie vom Gewaltgrad her aus fast normalen Spider-Man-Geschichten. Einzelne Geschichten können dem Konzept interessante Aspekte abgewinnen, größtenteils ist das hier alles aber ziemlich durchschnittlich.
Pro & Contra
+ Ein Meisterplaner ist eine harte Serienkillerhatz
+ ein paar interessante Aspekte
- zu blutarm
- die meisten Autoren nutzen nicht die Möglichkeiten der Grundidee
Bewertung: ![]()
Charaktere: 3/5
Handlung: 3/5
Zeichnungen: 4/5
Preis/Leistung: 3/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln aus der Reihe Schwarz, Weiß & Blut:
Rezension zu Wolverine: Schwarz, Weiß & Blut
Rezension zu Carnage: Schwarz, Weiß & Blut
Rezension zu Deadpool: Schwarz, Weiß & Blut
Rezension zu Moon Knight: Schwarz, Weiß & Blut
Rezension zu Alien: Schwarz, Weiß & Blut
Rezension zu Darth Maul: Schwarz, Weiß & Rot
