Die Chimären der Venus Bd.2 (Alain Ayroles, Étienne Jung, Thierry Leprévost)

Chimaeren der Venus 02

Verlag: Splitter; (März 2025)
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten; 18 €
ISBN-13: 978-3-96792-170-0

Genre: Abenteuer/ Science Fiction


Klappentext

1874. Nachdem sie sich durch einen Dschungel voller Saurier gekämpft haben, folgen unsere Helden auf der Venus weiter ihrem abenteuerlichem Weg und entdecken dabei fremde Ufer und unheimliche Meerestiefen, wo vielleicht das Geheimnis der Magnetischen Insel und der der rätselhaften „Sargassen“ ruht …

Im Universum von „Das Schloss in den Sternen“ geht die Eroberung des Weltalls weiter!


Rezension

Nach einer Reise durch den Dschungel auf dem Rücken eines Dinosauriers gelangen Hélène Martin und ihre Begleiter nach Neues Kythira. Dort veranlasst der Herzog von Chouvigny die Ausbeutung der seltsamen Sargassen, während Hélène nur schnell weiterreisen will, um ihren Verlobten Aurélien zu finden und aus der Gefangenschaft zu retten. Dieser ist bereits den Sargassen begegnet und scheint eine Verbindung zu ihnen zu besitzen, die auch auf geistiger Ebene besteht. Sie führen ihn zu einem ebenso seltsamen, wie faszinierenden Ort. Einem Schloss inmitten einer naturwissenschaftlichen Anomalie, einer magnetischen Insel, auf der auch viel Äther vermutet wird.

Autor Alain Ayroles, Zeichner Étienne Jung und Kolorist Thierry Leprévost dürfen sich erneut mit Die Chimären der Venus in Alex Alices Das Schloss in den Sternen – Universum austoben. Für ihre Ecke des Universums haben sich Alain Ayroles stark an die Abenteuerromane und -tradition des Pulp orientiert und genau diesen Weg beschreiten sie natürlich weiter. Bei ihnen gibt es auf der Venus Dinosaurier, seltsame, kaum zu erklärende, naturwissenschaftliche Phänomene und wirklich böse Gegenspieler. Die gesamte Geschichte atmet die Zeit in der Hollywood mit großen Abenteuerfilmen durchkam, die in ihrem Blick auf die Wissenschaft so absurd sein durften, wie es sich der Drehbuchautor und Regisseur vorstellen konnten. Das ging damals gut auf, weil sich diese Filme nicht nur auf Schauwerte alleine verließen, sondern auch spannende Geschichten erzählten mit großen Helden und Schurken, die wirklich fies waren. Und genau dieses Konzept geht ganz offensichtlich auch heute noch auf, denn Die Chimären der Venus schlägt ebenfalls in diese Kerbe.
Hier gibt es wirklich alles, was solche Filme gut machte und auf denen selbst ein Indiana Jones basiert. Und dabei stehen Alain Ayroles und seine Mitstreiter gleichzeitig auch noch in der Tradition der großen Autoren der Science Fiction und Abenteuerromane vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Sowohl vor Jules Verne, als auch Arthur Conan Doyle oder auch Henry Rider Haggard verbeugen sie sich immer wieder. Dies wird sowohl durch die Dinosaurier als auch die unterdrückten Ureinwohner der Venus deutlich. Es gibt sogar eine direkte Referenz auf Vernes 20.000 Meilen unter den Meeren, wenn es zu einem Unterwasserangriff kommt. Alain Ayroles brennt hier ein Fantasyfeuerwerk ab. Immer wieder kommt er mit einer neuen Idee, um der Geschichte etwas Überraschendes hinzuzufügen. Gleichzeitig baut er sogar etwas Gesellschaftskritik ein. Die Mischung ist ihm auf jeden Fall gelungen.
Eine Geschichte braucht aber auch interessante Protagonisten und die hat Die Chimären der Venus auf jeden Fall. Hélène Martin ist eine starke Persönlichkeit, ohne plötzlich zur Superheldin zu werden. Sie besitzt vielmehr eine große innere Stärke. Ihr Verlobter Aurélien ist ebenso interessant und die Gegenspieler sind trotz ihrer vergleichsweise großen Anzahl allesamt ausreichend individuell. Hier greift ein Rädchen ins andere.

Étienne Jung ist selbstverständlich wieder an Bord Seine von Thierry Leprévost farbenprächtig kolorierten Zeichnungen tragen einen großen Teil dazu bei, aus Die Chimären der Venus ein episches Abenteuer zu machen, welches seine Wurzeln im Pulp hat. Gerade in den großen Momenten sind sie phantastisch, so dass manche Szene vollkommen ohne Worte auskommt.


Fazit

Alain Ayroles erweitert seinen Blick auf die Ereignisse auf der Venus und es macht richtig Spaß mit Hélène Martin und ihren Freunden und Feinden gemeinsam Abenteuer zu erleben. Die Chimären der Venus ist ein gelungenes Spin-Of zu Das Schloss in den Sternen und bleibt es hoffentlich auch weiterhin.


Pro & Contra

+ Verweise auf Autoren aus der Zeit in der Die Chimären der Venus spielt
+ farbenprächtige Zeichnungen
+ Charaktere sind gut geschrieben
+ spannend mit einer Prise Humor

Bewertung: sterne4

Charaktere: 4/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln aus der Welt von Das Schloss in den Sternen:

Rezension zu Das Schloss in den Sternen Bd.1
Rezension zu Das Schloss in den Sternen Bd.2
Rezension zu Das Schloss in den Sternen Bd.3
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