
Verlag: Splitter; (März 2025)
Gebundene Ausgabe: 104 Seiten; 22 €
ISBN-13: 978-3-96219-107-8
Genre: Fantasy
Klappentext
Myres Kampf ums Überleben wird zu einem verzweifelten Versuch das zu retten, was schon lange verloren scheint. Auf ihrem Pfad durch die unbarmherzige Wildnis von Yria begegnet sie neuen Feinden, unerwarteten Verbündeten und unsichtbaren Mächten, die nicht nur Myres Schicksal, sondern auch das tausender Unschuldiger für immer verändern werden.
Der zweite Zyklus setzt Claudya „Alector“ Schmidts Fantasy-Spektakel nahtlos fort und lädt seine Leser ein zu einer aufregenden Reise in eine liebevoll gestaltete Welt voller überraschender Wendungen und unvergesslicher Charaktere.
Rezension
Myre ist mittlerweile auf sich allein gestellt. Varug ist verschwunden und reagiert nicht mehr auf den Ruf von Myres Flöte. An sich ist dies bereits eine niederschmetternde Situation. Doch es wird noch schlimmer für Myre. Sie begegnet den Wanderern, die alles in ihrem Weg vernichten. Nach einer Auseinandersetzung mit Ulga der Anführerin der Stromer der Wanderer liegt sie schwer verletzt in der Wüste und muss sich entscheiden. Will sie leben oder gibt sie auf und stirbt? Und das ist nicht das einzige Abenteuer, was auf sie in der Wildnis wartet.
Mittlerweile ist es sieben Jahre , dass der erste Zyklus von Myre erschien. In der Zwischenzeit gab es mit Haunter of Dreams eine kurze Rückkehr in die Welt Yrias. Ansonsten mussten die Fans lange auf den zweiten Zyklus warten. Aber das Warten hat sich gelohnt. Denn glücklicherweise hat Claudya Schmidt an ihrer Erzählweise und der Detailfreude ihrer Zeichnungen nichts geändert.
Nach wie vor ist das Erzähltempo langsam. Claudya Schmidt nimmt sich die Zeit ihre Charaktere zu entwickeln, ihre Welt auszubauen und Atmosphäre zu erzeugen. Dabei vertraut sie hauptsächlich auf ihre wunderschönen Bilder und verwendet möglichst wenig Text. Das gibt den Zeichnungen Raum zum Atmen und ihre Wirkung zu entfalten. Und es zieht den Leser förmlich in die Geschichte hinein. Diese ist zwar langsam erzählt, hat dafür aber auch 104 Seiten, um die Handlung voranzubringen und dies wird hier getan. Nach Myres Begegnung mit den Wanderern, hat sie eine wichtige Nahtoderfahrung und trifft auf Flüchtlinge. Dabei begegnet sie alten Bekannten und neuen Feinden und beide Fraktionen werden interessant und intelligent gezeichnet.
Herzstück des Bandes ist mit Sicherheit das Aufeinandertreffen von Myre und den mysteriösen, weisen Alten Boozer und Soyga. Dies ist sozusagen ganz großes Kino und sticht förmlich heraus, sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch. Ansonsten gibt es etwas mehr Charakterentwicklung, etwas mehr Handlung und eine größere Welt, die immer weiter bevölkert und interessanter wird.
Die Handlung ist zwar auch wichtig, aber das Herzstück bei Myre sind die Zeichnungen über die diese mit wenigen Worten erzählt wird. Claudya Schmidt ist noch sicherer und besser im Aufbau ihrer Seiten geworden. Ihre Bilder sind teilweise atemberaubend und dies nicht nur in in Hinsicht der Darstellung von Landschaften oder Action. Die beeindruckendste Sequenz ist die, in der Myre auf Boozer und Soyga in einer Art Zwischenwelt trifft. Diese ist einfach eine Augenweide. Myre war und ist ein wahrer Farb- und Bilderrausch, mit dessen Hilfe Myres Geschichte erzählt wird.
Fazit
Myre – Im Schatten der Wanderer hat zwar lange auf sich warten lassen, ist dafür aber erneut ein wunderbarer Comic geworden mit phantastischen Zeichnungen und einer gut durchdachten Handlung und tollen Charakteren.
Pro & Contra
+ Zeichnungen
+ Inszenierung des Aufeinandertreffens zwischen Myre, Soyga und Boozer
+ Handlung schreitet voran und vertieft sich
Bewertung: ![]()
Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Claudya Schmidt:
Rezension zu Myre Bd.1
Rezension zu Myre Bd.2
Rezension zu Myre Bd.4
