Absolute Batman Bd.1 (Scott Snyder, Nick Dragotto)

absolute batman1

Verlag: Panini; (Juli 2025)
Softcover: 104 Seiten; 9,99 €
ISBN-13: 9783741645297

Genre: Superhelden


Klappentext

Der Beginn einer Legende

In der düsteren Parallelwelt des neuen Absolute-Universum kämpft Bruce Wayne als knallharter Held aus der Arbeiterklasse gegen die mörderische Party Animal-Gang. Diese versetzt ganz Gotham City in Angst und Schrecken und scheint dem Schurken Black Mask zu unterstehen. Als dieser Krieg immer weiter eskaliert, tritt der Geheimagent Alfred Pennyworth auf den Plan und macht Batman klar, mit welch gigantischer Macht er sich angelegt hat.

Der Start der erfolgreichen Batman-Bestseller-Serie voller Überraschungen und Action, inszeniert von Star-Autor Scott Snyder (Batman Metal) und Top-Zeichner Nick Dragotto (East of West).


Rezension

Als Bruce Wayne noch jung ist, besuchte er mit der Schule den Zoo Gothams. Sein Vater ist als Lehrer mit dabei. Doch dann schießt jemand im Zoo wahllos Menschen nieder. Bruce versteckt sich mit seiner Klasse im Haus der Fledermäuse. Sein Vater kommt um.
In der Gegenwart kommt der Geheimagent Alfred Pennyworth nach Gotham. Dort verbreitet die Party Animal-Gang Chaos. Doch gleichzeitig ist ein neuer Beschützer der Stadt aufgetaucht: Batman! Schnell bekommt Alfred Pennyworth heraus, wer unter der Maske steckt, doch er gibt dies nicht an seine Vorgesetzten weiter, denn Batman weckt etwas in ihm.
Währenddessen sind die Party Animals nicht das einzige Problem Gothams. Durch sie gerät Bürgermeister Gordon unter Druck und seine politischen Gegner wollen dies gnadenlos ausnutzen. Die Situation in Gotham wird schlimmer und dann wendet sich der Anführer der Party Animals, Black Mask, mit einem Angebot an Batman.

Nach dem DC Event All In gibt es nun neue Parallelwelten im DC-Universum. Eine davon ist die Welt in der Absolute Batman spielt und in der so ziemlich anders ist, mit der Ausnahme das Bruce Wayne nach wie vor der Dunkle Ritter ist. Denn anstatt reich zu sein und über unendliche finanzielle Mittel zu verfügen, ist Bruce Wayne in Scott Snyders Geschichte der Sohn eines Lehrers, der im Zoo ermordet wurde und seine Mutter lebt noch und steht an der Seite von Bürgermeister Gordon. Alfred ist nicht sein Butler, sondern ein Geheimagent, der nach Gotham kommt und auch die üblichen Feinde Batmans sind zumindest derzeit noch seine Freunde.
Scott Snyder würfelt also alles kräftig durcheinander, nur der Joker bleibt wohl der Joker und Gotham ist und bleibt ein Moloch von einer Stadt.
Scott Snyders Neuinterpretation hätte bei so vielen Änderungen durchaus fehlschlagen können, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Handlung ist spannend und es ist erfrischend, quasi einen neuen Superhelden zu sehen. Und genau da ist der Knackpunkt des Ganzen. Im Sinne von Zugänglichkeit für neue Leser ist es bestimmt ein geschickter Schachzug allen alten Ballast über Bord zu werfen und nur Schlüsselelemente, wie das Fledermausmotiv und bekannte Charaktere beizubehalten, auch wenn sie nun komplett andere Persönlichkeiten sind. Aber das ist auch gleichzeitig ein kleines Problem. Denn unweigerlich stellt sich die Frage, warum dieser Charakter, dieser Bruce Wayne überhaupt Batman heißen muss. Wenn man alles nimmt und umkrempelt mit Ausnahme des Kostüms, kommt das Gefühl auf, es wäre der fehlende Mut einen neuen Superhelden zu etablieren, der zu diesem Ansatz geführt hat. Und wer jetzt sagt, aber die alten Charaktere wären dabei und im Falle von Gordon und vielleicht noch Joker und Bullock auch recht nahe an ihren üblichen Interpretationen, der soll sich den Spaß machen und sich einfach andere Namen für die Charaktere denken. Denn dadurch würde die Qualität der Geschichte bleiben und die Charaktere ebenso interessant. Dass dieser Superheld Batman ist, ist nicht notwendig. Es wäre vielleicht sogar spannender gewesen diesen Absolute Batman unter einem anderem Namen als neuen Superhelden zu etablieren.
Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt an Absolute Batman, denn bis hierhin hat Scott Snyder einen spannenden und durchaus komplexen Comic mit gut entwickelten Charakteren vorgelegt, der eine gewisse Härte besitzt und dessen weitere Entwicklung spannend wird. Scott Snyder verspricht viel mit diesem Start in ein neues Batman-Universum, hoffentlich kann er dieses Versprechen halten, häufig genug haben seine Finale enttäuscht.

Eine knallharter Held braucht ebensolche Zeichnungen und die liefert Nick Dragotto. Er nutzt einen recht kantigen, klaren Zeichenstil, bei dem jederzeit die Übersicht gegeben ist. Dadurch besitzt Absolute Batman eine fast hoffnungslose, düstere Atmosphäre.


Fazit

Absolute Batman ist ein frischer Start für den Dunklen Ritter, in dessen Welt sich viel verändert hat. Für Einsteiger ist der Band ideal und Stammleser bekommen einen Batman mit ungewöhnlicher Härte. Scott Snyder erzählt eine spannende Geschichte und Nick Dragotto liefert die entsprechenden Zeichnungen.


Pro & Contra

+ Rundumerneuerung für Batman
+ einsteigerfreundlich
+ spannend und mit gewisser Härte

- es stellt sich die Frage, warum unbedingt Batman auf dem Titel stehen muss, der Comic wäre auch für Einführung eines neuen Superhelden geeignet

Bewertung: sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Absolute Batman:

Rezension zu Absolute Batman Bd.2
Rezension zu Absolute Batman Bd.3