
Verlag: Panini; (Oktober 2025)
Softcover: 128 Seiten; 17 €
ISBN-13: 9783741644924
Genre: Superhelden
Klappentext
Im Visier von Shield
Nach dem Untergang der Mutanten-Weltmacht Krakoa werden die Karten der Geheimdienste neu gemischt. Als die gefährliche Gestaltwandlerin Mystique plötzlich wieder auf dem Radar auftaucht und ein Black-Operation-Team in Frankfurt angreift, nimmt der tief gefallene SHIELD-Agent Nick Fury ihre Fährte auf. Doch schnell wird die Jagd nach Mystique sowie nach dem mysteriösen Protozoa-Programm zu einem äußerst persönlichen Katz-und-Maus-Spiel, in dem keine Grenzen mehr gelten. Die Spionage-Miniserie von Autor und Zeichner Declan Shalvey (Moon Knight, Deadpool) als deutsche Erstveröffentlichung komplett in einem Band.
Rezension
In Frankfurt wird ein Spezialeinsatzkommando angegriffen und Maverick wird dabei fast getötet. Angreiferin ist die Mutantin Mystique, die seit dem Untergang Krakoas abgetaucht war. Nun ist sie also zurück, aber was will sie?
Das will Nick Fury herausfinden, auch wenn er längst nicht mehr die Ressourcen von früher besitzt und sich hauptsächlich auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen muss und nicht auf technische Spielereien. Und schon bald kommt er dahinter, wen Mystique sucht. Sie will Irene Adler alias Destiny zurück. Aber das ist nicht ihr einziges Ziel.
Mystique hat mittlerweile einen großen Weg in der Welt der X-Men zurückgelegt. Mal war sie Schurke, mal Antiheld und mal sogar Teil der X-Men. An sich ist sie also ein außergewöhnlicher Charakter, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass sie mit Irene Adler verheiratet ist, die sie als Sherlock Holmes einst ehelichte.
Nun wird sie von Declan Shalvey in einer Art Spionagethriller gesetzt, wobei es dann doch eher eine große Hetzjagd ist, die Elemente von einem Thriller besitzt. Wer Jäger und Gejagter ist, ist nicht immer ganz klar. Und ebenso ist lange Zeit nicht klar, was Protozoa eigentlich genau ist. Erst ganz am Ende wird dies genauer geklärt, wobei es durchaus erschlossen werden kann.
Und da liegt auch ein wenig das Problem mit Auf der Jagd, vieles das Declan Shalvey gerne am Ende als große Überraschung und Twist in der Handlung hätte, ist es leider nicht. Einiges ist sogar recht offensichtlich, da Mystiques Fähigkeit zur Gestaltwandlung eben einen gewissen Rahmen und Ideen bereits vorgibt. Zudem setzt er diese Fähigkeit auch etwas zu häufig ein, wie es auch die Mission Impossible-Filme hin und wieder taten, und dadurch wird es etwas zu beliebig. Der Umstand, dass so gut wie jeder, mit seltenen Ausnahmen, Mystique sofort erkennt, nimmt ihren Versuchen, sich durch eine Gestalt Informationen zu erschleichen, etwas den Sinn. Und ausgerechnet Nick Fury dann so naiv sein zu lassen, sie nicht zu erkennen, ist eher unglaubwürdig.
Statt auf ständige Gestaltwandlerei hätte sich Declan Shalvey vielleicht besser mehr auf den Spionageteil konzentriert, der tatsächlich zu kurz kommt. Hauptsächlich ist Auf der Jagd eben nur das, eine Jagd auf Mystique. Sie muss häufig kämpfen und fliehen, der Spionageteil ist da fast nebensächlich und würde die Geschichte nicht zu einem großen Teil aus der Sicht Furys erzählt, wäre er praktisch gar nicht vorhanden.
Dennoch lohnt es sich Auf der Jagd zu lesen, sofern man Fan von Mystique ist. Denn ihre und Nick Furys Charakterisierung gelingt Declan Shalvey. Nick Fury ist als zunächst gebrochener Mann zu sehen, ehe er sich wieder seiner selbst besinnt und Mystiques ambivalentes Wesen arbeitet er wunderbar heraus. Neben der eiskalten Killerin in ihr, ist da eben auch ein Mensch, der sich um die Menschen, die ihm nahe stehen, sorgt und dafür bereit ist, sehr weit zu gehen - egal was es kostet. Vielleicht hätte sich Declan Shalvey besser noch stärker auf diesen Teil der Handlung konzentriert und dafür weniger Action eingesetzt, dann wäre Auf der Jagd vermutlich noch um einiges besser.
Zu den Zeichnungen sei gesagt, dass man Declan Shalveys Stil wirklich mögen muss. Alles ist recht kantig und statisch. Selbst die Actionsequenzen sind seltsam starr. Dazu wirken Körperproportionen häufig nicht ganz stimmig, was gerade bei Action auffällt, da Arme und Beine oft seltsam verrenkt sind. Da Declan Shalvey Autor und Zeichner in Personalunion ist, ist jedoch gut. Alles wirkt wie aus einem Guss, da er genau weiß, welche Bilder er für seine Geschichte braucht und zumindest die Szenen von Mystiques Verwandlungen sind sehr gelungen, wenn sie denn mal zu sehen sind.
Fazit
Auf der Jagd ist zwar kein echter Spionagethriller, sondern mehr eine Hetzjagd nach Mystique, dafür werden sie und Nick Fury sehr gut charakterisiert und teils neu definiert. X-Men-Fans werden wohl nicht daran vorbeikommen.
Pro & Contra
+ gute Charakterisierung von Mystique und Nick Fury
+ hohes Tempo
- größtenteils offensichtliche Enthüllungen
- Ende ist leicht zu erschließen
- das Gestaltwandeln von Mystique wird zu häufig eingesetzt
Bewertung: ![]()
Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/ Leistung: 3,5/5
