
Hayabusa (Mai 2025)
ca. 274 Seiten, 10,00 EUR
ISBN: 978-3-551-62265-5
Genre: Yaoi
Klappentext
Jun Igawa ist smart, wohlhabend und mit einer großen Karriere vor sich. Aber warum hat er sich bereits nach drei Monaten mit Daichis Schwester Mana verlobt? Insgeheim ist der Student Daichi schockiert über den neuen Freund seiner großen Schwester. Was will dieser geradezu verdächtig makellose Kerl ausgerechnet von Mana, die vor anderen das süße Mädchen mimt, aber zu Hause eine chaotische Egoistin ist? Anfangs bleibt Daichi argwöhnisch, doch mit der Zeit fühlt er sich immer mehr zu Igawa hingezogen, der ihm mit Ratschlägen zur Jobsuche und dem Leben hilft. Soll er das Risiko eingehen und ihm vertrauen?
Rezension
Daichi ist schon sehr gespannt, denn endlich soll er den Verlobten seiner großen Stiefschwester kennen lernen. Bisher hatte er ihn noch nie getroffen, weil die Verlobung sehr schnell ging. Eigentlich ist Daichi eher voreingenommen und argwöhnisch, doch kaum sieht er Jun Igawa, ist er nur noch verwirrt. Dieser Mann scheint so perfekt, was will er dann von seiner Schwester? Mana zeigt zwar nach außen hin ein tolles Bild, aber zu Hause ist sie egoistisch und chaotisch. Das passt überhaupt nicht zu Jun Igawa. Doch egal wie sehr Daichi dieser Verbindung misstrauen will, schleicht sich dieser perfekte Mann immer mehr in sein Leben. Er ist wie ein großer Bruder für ihn. Gibt ihm Tipps für die Jobsuche und steht ihm mit Rat und Tat zu Seite. Besonders verbunden fühlt er sich mit ihm, als sie herausfinden, dass sie beide als kleine Kinder kein gutes Elternhaus hatten, bis sie nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern lebten. Daichi wurde von Manas Familie aufgenommen und Jun kam ins Heim. Je mehr Zeit Daichi mit Jun verbringt um so unsicherer wird er, was seine Gefühle zu bedeuten haben. Und als er dann nach einem Abend mit einigem Alkohol nackt in Juns Bett aufwacht, ohne eine Erinnerung an die letzte Nacht, kann er seiner Schwester kaum noch in die Augen sehen.
Ab da geht alles bergab. Als Daichi nochmal zu Jun nach Hause geht, öffnet ein anderer Kerl die Tür. Er verrät ihm, dass Jun Igawa nicht der richtige Name des Mannes ist, der diese Wohnung nur gemietet hatte. Und nicht nur das, Mana ist vollkommen am Boden zerstört, weil der Mann, der sich als Jun ausgegeben hatte, mit dem Geld von ihrem gemeinsam eröffneten Konto abgehauen ist. Bei der Polizei erfahren sie, dass Mana nicht sein erstes Opfer war, es handelte sich um einen Heiratsschwindler, der das schon oft gemacht hatte. Mana ist völlig am Boden zerstört. Aber Daichi kann und will nicht einfach aufgeben. Und so zieht er los, um diesen Mann wieder zu sehen, für das Geld seiner Schwester, aber auch um sich seiner eigenen Gefühle klar zu werden.
„Monster im Schafspelz“ erzählt eigentlich eine Geschichte über die Opfer eines Betrügers. Doch dabei werden Daichis Gefühle immer größer und rücken immer mehr in den Vordergrund. Vor allem da Daichi erkennt, dass seine Gefühle größer sind als die Wut über den Betrug, der ja nicht mal direkt ihn betroffen hat. Aber kann er wirklich alles vergessen, was dieser Mann getan hat? Und kann Daichi es schaffen, ihn zu ändern? Oder wird diese Liebe immer überschattet von Misstrauen und Verrat? Daichi lässt sich nicht unterkriegen und bleibt hartnäckig, egal wie oft er weggestoßen wird.
Besonders der Charakter von Daichi ist interessant aufgebaut. Der Leser verfolgt, wie er selbst sich seiner Gefühle klar wird und wie er dann darum kämpft. Und auch der vermeintliche Jun bekommt einiges an Tiefe. Der Leser lernt seine Beweggründe kennen und sieht auch, wo selbst er Grenzen zieht und seine Pläne nicht weiterverfolgen kann. Man wünscht ihm, dass er endlich echte Gefühle kennenlernt, um zu einem ehrlichen Leben zu finden. Da es zwischendurch auch mal gewalttätig wird und Sexszenen enthalten sind, ist der Manga erst ab 18 Jahren empfohlen.
Die Zeichnungen sind sehr gut. Man kann die Charaktere sehr gut auseinanderhalten, da sie ganz eigene Designs erhalten haben. Im Großen und Ganzen sind die Gesichter recht einfach gehalten, sie können aber trotzdem sehr gut Emotionen vermitteln.
Fazit
„Monster im Schafspelz“ zeigt, wie hartnäckig Gefühle sein können und was sie alles in Menschen verändern können - sowohl in dem, der die Gefühle empfindet, als auch dem, der sie empfängt.
Pro & Contra
+ gute Charakterentwicklung
+ gute Zeichnungen
+ interessante Storyentwicklung
Bewertung: ![]()
Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5
