Patricia Eckermann und James A. Sullivan (04.12.2025)

Interview mit Patricia Eckermann und James A. Sullivan

zu "Die mutige Rebellin"

patricia eckermann2025Literatopia: Hallo, Patricia, hallo, James! Kürzlich ist Euer historischer Roman „Die mutige Rebellin“ erschienen, der das Leben der Menschenrechtlerin Rosa Parks nachzeichnet. Viele denken bei ihr an eine Schwarze Frau, die eines Tages keine Lust mehr hatte, im Bus Platz für eine weiße Person zu machen – aber das ist nicht die ganze Wahrheit?

Patricia Eckermann: Hallo Judith, wir freuen uns sehr über dieses Interview. Rosa Parks war eine großartige und empowernde Persönlichkeit. Danke, dass du auf uns zugekommen bist und wir ein wenig von ihr erzählen dürfen.

Zu deiner Frage: Ja, das Bild der müden Schwarzen Frau, die einfach keine Lust mehr hatte, im Bus für eine weiße Person aufzustehen, ist sehr oberflächlich gezeichnet. Und es verunsichtbart auch die Gefahr, in der Rosa sich befunden hat – nicht nur in diesem geschichtsverändernden Moment im Bus.

Denn was oft unterschlagen wird, ist, dass Rosa eine mutige und streitbare Aktivistin war. Sie hat sich ihr ganzes Leben lang für die Rechte der Schwarzen Gemeinschaft eingesetzt.

Sie war Mitglied der NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) und dort auch einige Jahre lang Sekretärin/Schriftführerin. In dieser Zeit hat sie sich, teilweise auch zusammen mit ihrem Mann Raymond Parks, der ebenfalls ein mutiger und streitbarer Aktivist war, zum Beispiel dafür eingesetzt, dass Schwarze sich für die Wahlen registrieren konnten. Denn auch wenn das prinzipiell möglich war, wurden viele Anträge einfach abgelehnt. Dazu hat Rosa für die Opfer von rassistischer Gewalt gekämpft, für Schwarze, denen zu Unrecht Verbrechen unterstellt wurden und für Vergewaltigungsopfer. Manchmal ging es darum, diesen Menschen emotionalen Support zu geben, manchmal darum, Gelder zu sammeln oder die Aussagen der Opfer zu protokollieren und diese den Anwälten zukommen zu lassen. Rosa und ihre Mitstreiter*innen wussten schon damals, dass der Gang vor Gericht eine wirksame Möglichkeit war, das rassistische System zu bekämpfen. Leider wurden die Täter nur selten verurteilt, denn auch Richter waren rassistisch und in den Jurys, die mitentscheiden konnten, saßen in der Regel ausschließlich weiße Menschen.

Rosa hat sich außerdem auch für die Kinder- und Jugendbildung engagiert. Die jüngeren Generationen lagen ihr zeitlebens sehr am Herzen. In der NACCP gab es Kinder- und Jugendgruppen, in denen wertvolles Wissen rund um die Bürgerrechte vermittelt wurde. Und es ging um Empowerment. Damals wie heute ist es für Schwarze Kinder wichtig, sich mit dem Gesetz auszukennen. Gar nicht mal nur, um zu wissen, was verboten ist. Sondern auch, um die eigenen Rechte zu kennen und notfalls einfordern zu können. Dazu lernten die Jüngeren, wie sie gefährliche Situationen deeskalieren oder ihnen entkommen konnten. Denn damals war es traurige

Tagesordnung, dass Schwarze von Rassist*innen angefeindet, verletzt oder sogar getötet wurden. Und Polizisten stellten eine Gefahr dar, mit der man umgehen lernen musste. Um es klar zu sagen und auch die Anbindung zu unserer Gegenwart zu schaffen: Für Schwarze Menschen, damals wie heute, in Amerika und leider auch bei uns in Deutschland, ist die Polizei nicht per se der „Freund und Helfer“. Im Gegenteil: die Tatsache, dass immer wieder Schwarze Kinder aus angeblicher Notwehr erschossen oder lebensgefährlich verletzt werden, führt dazu, dass die Beamt*innen eher als Bedrohung wahrgenommen werden.

James A. Sullivan: Bei all dem Engagement würde man nun meinen, dass der Aktivismus von Rosa Parks in kleinen Schritten Früchte hätte tragen müssen. Wenn man sich die Situation in Montgomery aber 1955 anschaut, dann ist ihr Aktivismus von Rückschlägen und Enttäuschungen geprägt. Rosa Parks hat in jenem Sommer wenig Hoffnung, dass sich etwas ändern wird. Bei einem Workshop an der Highlander Folk School in Monteagle (Tennessee), lernt sie zwar u. a. von der Aktivistin Septima Clark zusätzliches Handwerkzeug kennen, das ihr später helfen wird, aber Myles Horton, der Betreiber der Schule, erinnert sich daran, dass Rosa der Meinung war, dass niemals eine Veränderung von Montgomery ausgehen werde, weil die Schwarze Gemeinde dort nicht zusammenhielt. So ist die Lage noch im Sommer. Neben weiteren Vorfällen in den Bussen von Montgomery hat dann vor allem ein Ereignis Einfluss auf das Klima dieser Monate: die Ermordung von Emmett Till (https://en.wikipedia.org/wiki/Emmett_Till) und die skandalösen Freisprüche seiner Mörder. Wenige Tage vor Rosa Parks’ Protest gibt es in Montgomery eine Veranstaltung, bei der der Aktivist Dr. T. R. M. Howard spricht und noch einmal die Ermordung Tills und das Davonkommen der Mörder im Detail darlegt. So kommen also all die Arbeit als Aktivistin und die konkreten Ereignisse von 1955 zusammen. Es ist also keine spontane Handlung aus dem Nichts heraus, sondern eine, die durch all das, was voranging, geprägt wurde.

Literatopia: Was machte Rosa Parks Weigerung, ihren Platz für eine weiße Person freizumachen, zu einem so bedeutenden Moment für die Bürgerrechtsbewegung? Wie wurde dieses Ereignis überhaupt so bekannt, dass es zum Schlüsselmoment einer Revolution wurde?

Patricia Eckermann: Rosa war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Überall im Land wuchs der Widerstand in der Schwarzen Community. Die Menschen wehrten sich mit wachsendem Selbstbewusstsein gegen den Rassismus und die damit einhergehende Diskriminierung der Schwarzen Bevölkerung.

Nur ein Jahr zuvor hatte der Supreme Court die Trennung von Schwarzen und Weißen an den öffentlichen Schulen für verfassungswidrig erklärt. Amerikaweit gab das den Aktivist*innen Auftrieb, die sich wie Rosa für die Desegregation engagierten. Hier und da flammten sogar mehr oder weniger erfolgreiche Boykotte auf. Die Lehre aus diesen „Versuchen“ war, dass die Chancen stiegen, wenn man gezielt den Profit der weißen Geschäftsleute torpedierte – und sie somit zwang, Stellung zu beziehen. Damals (wie heute) gehörten viele von ihnen zur schweigenden, „neutralen“ Mitte, d.h. sie tolerierten den Rassismus und die damit verbundene Gewalt, solange sie davon profitierten. Erst wenn ihnen die Schwarze Kundschaft abhanden kam, waren sie im eigenen Interesse gezwungen, sich innerhalb der weißen Gemeinschaft mit denen auseinanderzusetzen, die notfalls finanzielle Einbußen in Kauf nahmen, nur um das System aufrechtzuerhalten.

Dass die Schwarze Gemeinschaft so selbstbewusst für ihre Rechte kämpfte, lag sicher auch daran, dass viele Schwarze Soldaten im zweiten Weltkrieg in Europa gekämpft hatten. Sie hatten für die USA ihr Leben riskiert, dazu in Europa gelernt, dass dort keine Segregation herrschte. Zurück in den Staaten waren sie nicht mehr bereit, sich dem rassistischen System unterordnen.

Rosa selbst hat sich im Bus nicht mit Kalkül widersetzt. Sie hatte keine Ambitionen, im Mittelpunkt des Protests zu stehen. Sie kannte einige der Frauen, die vor ihr in Bussen in der Stadt verhaftet worden waren – und die alle auch zeitweise als Gesichter des Boykotts gehandelt wurden. Doch gegen jede von ihnen gab es Bedenken, die Rosa nicht unbedingt teilte. An dem Tag, an dem Rosa sich schließlich weigerte, ihren Sitzplatz zu räumen, war der Lynchmord an Emmett Till das auslösende Moment. Es muss sehr schwer auszuhalten gewesen sein, diese Gefühlskombination aus Wut, Ohnmacht, Frustration und Trauer. Besonders für eine Aktivistin wie Rosa. An diesem Tag widersetzte sie sich nicht nur für sich, sondern für die gesamte Schwarze Gemeinschaft der Vereinigten Staaten. (Übrigens: Anfang 1956, da war der Boykott gerade in vollem Gange, gestanden die Mörder den Lynchmord in einem Zeitungsinterview, konnten aber, weil sie freigesprochen waren, für ihre Tat nicht mehr belangt werden. Das alles ist auch heute mit viel Abstand nur schwer auszuhalten.)

Im Gegensatz zu den Frauen, die vor ihr in den Bussen verhaftet worden waren, entsprach Rosa dem Bild einer harmlosen, „alten“ Frau. Sie war lightskinned, also sehr hellhäutig, nicht zu arm, und nicht aufmüpfig. Die Männer und Frauen, die den Busboykott organisierten, wussten sofort, dass sie die weiße Öffentlichkeit „in Sicherheit wiegen“ würde. Rassisten würden sie und ihr Ansehen innerhalb der Schwarzen Gemeinschaft unterschätzen. Und die Presse vor Ort würde sie langweilig finden und sich nicht auf sie, sondern den Boykott und dessen Stimme, Dr. Martin Luther King Jr., stürzen. Dazu war Rosa klug genug, ihre aktivistische Seite weitgehend vor der weißen Öffentlichkeit zu verbergen.

In der Presse bekannt wurde Rosas Widerstand zunächst durch die kluge Taktik von E.D. Nixon, dem ehemaligen Vorsitzenden NAACP Montgomery. Unter ihm hatte Rosa Jahre zuvor als Sekretärin/Schriftführerin gearbeitet. Die zwei verband ein enges Vertrauensverhältnis, gemeinsam hatten sie die Organisation deutlich progressiver ausgerichtet. Nixon war von Beruf Schlafwagenschaffner und demensprechend viel unterwegs, konnte aber dennoch als Aktivist präsent und einflussreich sein. Er war sehr umtriebig und taktisch klug. Zu Beginn des Boykotts wurde er der Schatzmeister der MIA, das ist der Verein, der sich um die Organisation der Protestbewegung gekümmert hat. Die Mitglieder der MIA, deren Kopf Dr. Martin Luther King Jr. war, waren dazu sehr gut vernetzt, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und nachdem der Protest einmal rollte, reiste Rosa kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten. Sie hielt Vorträge, gab zahlreiche Interviews, um den Boykott bekannter zu machen und sammelte Spenden, um die Finanzierung zu sichern.

Literatopia: Wie sah Rosa Parks Leben vor diesem Tag, der alles verändert hat, aus? Und was hat sich danach für sie und andere Schwarze Menschen verbessert?

Patricia Eckermann: Es gab leider keinen großen Unterschied zwischen den Verhältnissen vor dem Boykott und der Situation danach – bis auf die Tatsache, dass in den Bussen nicht mehr getrennt werden durfte. Wie auch die anderen Aktivist*innen wusste Rosa das natürlich schon vorher. Es hatte im Lauf des Kampfes für gleiche Bürgerrechte immer Erfolge gegeben, die aber wenig an der Gesamtsituation geändert hatten. Rosas Credo war: „Wir haben hier einen Sieg davongetragen, aber die Arbeit geht weiter.“ Sie wusste, dass der Erfolg des Boykotts vor allem darin bestand, in Montgomery, „der Wiege der Konföderation“, einen Sieg über das rassistische System errungen zu haben. Und dass das gelungen war, weil die Gemeinde gut organisiert zusammengestanden hatte. Genau das sollte uns auch heute ein Beispiel sein.

Die Gewalt gegen Schwarze brach nach dem Boykott nicht ab. Im Gegenteil schwoll sie sogar weiter an, denn die Rassisten wollten sich nicht mit der Niederlage abfinden. Nach der Verhaftung im Bus veränderte sich Rosas Leben stark. Sie und ihr Mann verloren ihre Jobs und erhielten täglich Morddrohungen. Nach dem Urteil, das ein Meilenstein in der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung darstellt, wurden die finanziellen Sorgen so groß, dass Rosa zusammen mit ihrem Mann und ihrer Mutter die Stadt verließ und zu ihrem Bruder in den Norden nach Detroit zog.

Traurig ist, dass Rosa zeitlebens am Existenzminimum lebte. Dazu waren sie, ihr Mann und ihre Mutter auch oft krank. Trotzdem scheint sie mit ihrem Leben und dem, was sie erreicht hat, zufrieden gewesen zu sein. Bei all dem hat ihr sicher auch der Glaube geholfen. Sie blieb bis an ihr Lebensende aktivistisch und setzte sich für die Rechte der Schwarzen ein. Dazu positionierte sie sich gegen den Vietnamkrieg, engagierte sich gegen die Apartheid in Südafrika, arbeitete für den Schwarzen Kongressabgeordneten John Conyers und näherte sich der Black Power-Bewegung an. Wenn man das alles betrachtet, könnte man sie eine progressive und radikale Aktivistin nennen – das hat nicht mehr viel zu tun mit dem Bild der harmlosen „alten“ Frau, das wir aus der Presse kennen.

Literatopia: Würdet Ihr uns die wichtigsten Personen in Rosa Parks Leben kurz vorstellen? Wer hat sie unterstützt und inspiriert?

James A. Sullivan: Da müssen wir erst mal Raymond Parks, ihren Ehemann nennen. Parks (alle, auch Rosa, nannten ihn „Parks“) ist Friseur, Autodidakt und seit den 1930ern Aktivist. Er ist der erste Aktivist, den Rosa (außerhalb der Familie) kennengelernt hat. War er in den 1930ern noch die treibende Kraft (z.B. beim Engagement für die Scottsboro Boys https://en.wikipedia.org/wiki/Scottsboro_Boys), ist es ab den 1940ern Rosa, deren Aktivismus im Vordergrund steht, und Parks tritt immer weiter in den Hintergrund. Eine andere Säule in Rosas Leben ist ihre Mutter, Leona. Mit Parks und ihr lebte sie gemeinsam in einer Sozialwohnung in Montgomery. Sie haben nicht viel Geld, kommen aber (noch) über Runden.

Was den Aktivismus angeht, sind sicherlich E.D. Nixon, den Patricia ja schon erwähnt hat, und Fred Gray ihre engsten Verbündeten gewesen. E.D. Nixon gilt damals in Montgomery noch als die zentrale Person der Bürgerrechtsbewegung in der Stadt, ehe Martin Luther King Jr. in den Fokus rückt.

Fred Gray ist damals ein junger Anwalt, der nach seinem Studium nach Montgomery zurückkehrt, um die Segregation überall dort zu bekämpfen, wo sie sich zeigt. Er und Rosa freunden sich an. Rosa verbringt oft die Mittagspause in seinem Büro. Dort besprechen sie die aktuellen Geschehnisse und brüten darüber, was zu unternehmen sei. Fred Gray ist nicht nur der Anwalt von Rosa, sondern auch der Anwalt der Klägerinnen, die die Segregation in Bussen vor dem Supreme Court in die Knie zwingen werden. (Rosa haben sie aus taktischen Gründen aus der Klage herausgehalten.)

Neben diesen engsten Verbündeten gibt es zahlreiche Frauen, die ihre Mitstreiterinnen sind. Virginia Durr zum Beispiel war eine Weiße, die mit ihrem Mann Clifford, einem Anwalt, der auch mit Fred Gray zusammenarbeitet, aktiv gegen die Segregation kämpft und deswegen in den Augen des weißen Montgomery eine Außenseiterin ist. Virginia Durr ist es, die es Rosa ermöglicht, am Workshop an der Highlander Folk School teilzunehmen. Nicht nur schlägt sie Rosa dafür vor, sie sichert auch die Finanzierung.

Innerhalb der Schwarzen Gemeinde ist sicherlich Jo Ann Robinson eine wichtige Mitstreiterin. In unserem Roman haben wir die Beziehung ein wenig näher geschildert, als wir es an der Realität belegen können. Aber Jo Ann Robinson sitzt in dieser Zeit an den Verhandlungstischen mit der Stadt, und sie drängt seit langem mit dem Women’s Political Council, deren Vorsitzende sie ist, auf einen Boykott der Stadtbusse in Montgomery. Im Jahr vor dem Protest, hat sie der Stadt sogar in einem Brief offen mit einem Boykott gedroht. Aber offenbar hat man diesen damals noch nicht ernst genommen.

Wenn wir über Montgomery hinausschauen, gibt es auch dort zahlreiche Verbündete, die Rosa Parks bereits 1955 hat, ehe sie das Gesicht des Busboykotts wird. Septima Clark als Inspiration haben wir ja bereits genannt, aber Rosa war auch mit Ella Baker befreundet, einer Aktivistin aus New York, die sehr einflussreich war und u. a. im Mai 1956 die Großveranstaltung im (damaligen) Madison Square Garden organisierte, bei der auch Rosa Parks vor Tausenden von Leuten sprach.

Literatopia: Aktuell werden viele Rechte von Minderheiten, die in der Vergangenheit erkämpft wurden, wieder in Frage gestellt. Inwiefern kann ein Buch wie „Die mutige Rebellin“ dazu beitragen, diesem Backlash etwas entgegenzusetzen?

Patricia Eckermann: Unser Roman zeigt auf, dass jede*r von uns den Anstoß geben kann, die Welt gerechter zu machen. Dafür muss man nicht besonders laut, mächtig oder eloquent sein. Rosa wollte nie im Mittelpunkt stehen. Ihr ging es nicht um Ruhm oder Aufmerksamkeit. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass wir alle mit Ausdauer, Courage und Freundlichkeit unsere Ziele erreichen können.

Gleichzeitig wollen wir mit unserer Geschichte deutlich machen, dass es darauf ankommt, zusammenzuhalten. Damals in Montgomery gab es verschiedene Protagonisten, die zwar alle dasselbe Ziel hatten – nämlich die Abschaffung der Segregation in den Bussen. Doch beim Weg dorthin waren sie sich nicht immer einig. Es gab Konservative und Progressive, es gab diejenigen, die es mit Diplomatie und Kompromissen versuchen wollten und andere, die lieber auf Konfrontation gesetzt hätten. Am Ende wurde viel diskutiert und gestritten. Und ein Weg gefunden, dem sich alle anschließen konnten.

Das kann uns auch heute in Deutschland eine Lehre sein: Wenn wir verhindern wollen, dass Faschisten und Rassisten sich durchsetzen und irgendwann wieder die Macht übernehmen, dann müssen wir anderen, die wir für Gerechtigkeit, Inklusion und Antifaschismus einstehen, lernen, über unsere Differenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Wir müssen gemeinsam einen Plan entwickeln, wie wir unser Ziel erreichen können. Und erst wenn das erreicht ist, sollten wir uns mit den Feinheiten, in denen wir uns unterscheiden, auseinandersetzen und auch dort im Dialog Lösungen finden.

Last but not least zeigt Rosas Geschichte, dass auch weiße Verbündete wichtig sind, wenn man den Rassismus besiegen will. Die Unterstützung von Myles Horton und dem Ehepaar Durr zum Beispiel haben nicht nur Rosa persönlich, sondern auch der gesamten Bewegung geholfen.

Literatopia: Wie erlebt Ihr als Schwarze Autor*innen das gesellschaftliche Klima in Deutschland? Und woraus schöpft Ihr Hoffnung, dass es in Zukunft nicht schlechter, sondern besser wird?

Patricia Eckermann: Wenn ich mir die mediale Berichterstattung ansehe, begegnen mir die drei großen K’s: Krieg, Klimakrise, Kolonialismus – und all das Unheil, das dadurch besonders häufig BIPOC betrifft. Da die Hoffnung zu behalten, ist nicht einfach. Das gelingt mir nur, wenn ich in die kleineren Bubbles gucke, abseits vom Mainstream. Da gibt es viele Aktivist*innen, die daran arbeiten, die Welt zu einer besseren zu machen. Diejenigen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierungen jeglicher Art einsetzen. Andere kämpfen für Inklusion. Für Kinderrechte, für bessere Lebensbedingungen für Obdachlose, Asylsuchende, Kranke. Für das Klima und den Tierschutz. Jetzt müssten all diese Menschen in all diesen Bubbles nur noch erkennen, dass sie die Mehrheit bilden und ein gemeinsames Ziel haben: Eine gerechte, soziale, inklusive und möglichst klimaneutrale Welt, in der wir alle frei von Diskriminierungen und Gewalt selbstbestimmt leben können.

James A. Sullivan: Wenn wir bedenken, wo wir 2020 waren, als für einen kurzen Moment, die Öffentlichkeit an Anti-Rassismus interessiert schien und wir wirklich Hoffnung hatten, dass sich etwas zum Besseren verändert, ist der trotzige Backlash, in dem wir uns gerade befinden, eine echte Enttäuschung. Für mich als US-Amerikaner war die Wiederwahl von Trump ein weiterer Schlag in die Magengrube, und ich empfinde es immer noch als befremdlich, wie hier in Deutschland viele so tun, als könnte es den Rechtsruck hier nicht geben. Dabei findet er gerade statt. Die Schwarze Gemeinde spürt solche Entwicklungen weit früher als die Allgemeinheit. Wir wissen, was sich hinter der Stadtbild-Aussage von Merz verbirgt, und wir wissen, was es bedeutet, wenn Journalisten sich, oft ohne es zu merken, in rechten Gedankenräumen bewegen. Rechtes Framing wird normalisiert. Nehmen wir den Begriff „woke“, den viele in Deutschland verwenden, um eine in ihren Augen übermäßig progressive Haltung zu beschreiben. Die Leute, die das als negativen Begriff verwenden, nutzen einen Begriff aus der Schwarzen Gemeinde, der von der amerikanischen Rechten als Kampfbegriff umgewidmet wurde.

„Woke“ ist ein alter Begriff aus der Black Community, der erst mal nur „wachsam“ heißt und dazu da ist, Leute darauf hinzuweisen, die Augen offen zu halten, wenn sie sich in diesen oder jenen Raum bewegen. Im Zuge der Bürgerrechtsbewegung wurde „woke“ auf die Gesellschaft als Ganzes und auf das politische Geschehen bezogen, Wachsamkeit gegenüber dem System und den gesellschaftlichen Entwicklungen. Und nun zu sehen, wie ein Begriff der Fürsorge und auch Bildung verkehrt wird in einen rechten Kampfbegriff, das tut weh. Ich glaube aber, dass das auch ein Ansatzpunkt sein könnte, darauf hinzuweisen, welche Geschichte in solchen Begriffen steckt, und darauf, dass die Verwendung als Kampfbegriff (wenn in den meisten Fällen auch ungewollt) rassistisch ist. Ich glaube, wir müssen uns diesen Begriff zurückholen. Nachdem ich in den letzten Jahren in unserer Community und in der ganzen progressiven Bubble so etwas wie eine kollektive Erschöpfung gespürt habe, hoffe ich, wir ganz im Sinne der „Wokeness“ wieder mehr auf uns, unsere Umgebung und aufeinander achten. Auch wenn die Lage also im Augenblick schlimm ist, bemerke ich, dass viele von uns nach einer Phase der Reflexion wieder Hoffnung geschöpft haben. Und so geht es mir auch.

Literatopia: Wie kam es eigentlich zu Eurer Zusammenarbeit an „Die mutige Rebellin“?

Patricia Eckermann: Bei Piper gibt es die Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt verändern“. Dazu wollte man unbedingt einen Roman über Rosa Parks herauszubringen und suchte eine Schwarze Person für die Autor*innenschaft. Ich war sehr froh, als ich die Anfrage erhielt, aber beruflich sehr eingespannt. Deshalb musste ich schweren Herzens absagen. Und habe James empfohlen, der nicht nur ein erfahrener Autor mit US-amerikanischem Hintergrund ist, sondern auch ein Recherche-As.

James A. Sullivan: Als ich die Anfrage bekam, ob ich mir vorstellen könnte, einen Roman über Rosa Parks zu schreiben, wollte ich auf Patricia verweisen, habe dann aber gemerkt, dass sie auf mich verwiesen hat. Ich wollte es auf keinen Fall allein machen, weil es eine Reihe über Frauen ist und ich der Meinung war, dass ich das als Mann nicht (allein) schreiben sollte. Ich hätte mir aber vorstellen können, das Projekt als Lektor zu betreuen. Patricia und ich haben uns dann (bei einem Treffen mit Judith und Christian Vogt) darüber unterhalten, ob wir das nicht gemeinsam machen könnten. Und da der Verlag uns praktisch jede Brücke gebaut hat, die nötig war, haben wir uns auf dieses Abenteuer eingelassen.

Patricia Eckermann: Das Schöne an der Zusammenarbeit mit dem Verlag war, dass die Lektorin uns praktisch freie Hand gelassen hat. Das war anfangs eine große Sorge von uns, denn wir konnten nicht sicher sein, wie weit der Verlag mit unseren Vorstellungen mitgehen würde. Auch dass wir die Lektorin aussuchen durften, war nicht nur ein Vertrauensbeweis des Verlages, sondern auch ein Gewinn für den Roman. Nora Bendzko, selbst eine – im wahrsten Sinne – fantastische Autorin, hat uns geholfen, unsere Schreibstile anzugleichen. Und in einigen Situationen auch dafür gesorgt, Kompromisse zu finden, wenn wir an der ein oder anderen Stelle verschiedene Ansichten hatten.

Literatopia: James, Du hast bereits „Die Elfen“ mit Bernhard Hennen zusammen verfasst – lief die Zusammenarbeit mit Patricia ähnlich? Wie schreibt man zu zweit an einem Roman, wenn man nicht im gleichen Haushalt lebt?

James A. Sullivan: Bei „Die Elfen“ konnten Bernhard und ich die Figuren nach Perspektive aufteilen. Das war hier nicht möglich, weil wir nur aus der Perspektive von Rosa Parks erzählen. Aber wir haben Verantwortungen verteilt. Wir waren natürlich beide gleichermaßen für Rosa Parks verantwortlich. Aber Patricia kümmerte sich mehr um ihre Mutter, Leona, und ich um ihren Ehemann, Raymond. Bei den Verbündeten konzentrierte sich Patrica auf Virginia Durr und die Freundinnen von Rosa Parks, darunter auch eine Figur, die Patricia für den Roman erfunden hat: Etta, die als Fremde nach Montgomery kommt. Meine Verantwortung lag bei Jo Ann Robinson, Fred Gray und E. D. Nixon.

Auch organisatorisch hat sich unser Vorgehen von damals bei „Die Elfen“ unterschieden. Bernhard und ich hatten einfache Notizdateien, um all die Erzählwelt-Details festzuhalten. Bei „Die mutige Rebellin“ habe ich (in der Notizapp Obsidian) aber eine Art Wissensdatenbank erstellt, in der wir unsere Recherche-Ergebnisse ablegen und abfragen konnten.

Patricia Eckermann: Die Wissensdatenbank fand ich sehr hilfreich. James hat sie regelmäßig aktualisiert, wenn er ein neues Fundstück eingepflegt hatte. Ich habe viele, viele Tage lang darin gestöbert, um Details zu finden, die in die Story passen könnten. Dazu haben wir uns im Videocall abgestimmt und Fragen geklärt, die beim Schreiben aufgepoppt sind.

Insgesamt war die Schreibarbeit ein ziemlicher Ritt. Denn James saß auch noch an einem anderen Text und ich hatte eine TV-Produktion, die mich mittendrinn rausgerissen hatte. Die vorgezogene Deadline, die wir uns anfangs gesetzt hatten, mussten wir deshalb verschieben. Trotzdem sind wir genau in dem mit dem Verlag vereinbarten Zeitraum fertig geworden. Darüber bin ich noch heute richtig stolz auf uns.

James und ich haben anfangs viel darüber gesprochen, wie wir unsere Schreibstile harmonisieren können. Darauf hat dann auch Nora beim Lektorat geachtet. Ich habe gelernt, dass Inquit-Formeln ein Steckenpferd von James sind. Und er hat gelernt, dass ich nicht gern „blicke“ oder „seufze“. :D Zu streng waren wir aber nicht, dieser Roman wurde von zwei Personen geschrieben, die eine ähnliche, aber nicht hundertprozentig deckungsgleiche Sicht auf die Geschichte haben. Das kann man auch ruhig herauslesen, finde ich. Denn auch die Geschichte ist ja aus verschiedenen Perspektiven interpretierbar.

Literatopia: Welche Bücher und andere Medien habt Ihr zur Recherche genutzt?

James A. Sullivan: Natürlich haben wir jede Menge Bücher gelesen. Aber es gab einige, zu denen wir immer wieder zurückkehrten. Zuallererst haben wir die Autobiografie „My Story“ von Rosa Parks verwendet. Allerdings erzählt diese sehr weiträumig über das Geschehen, liefert aber die wichtigste Grundlage. Die Biografie „The Rebellious Life of Mrs. Rosa Parks“ von Jeanne Theoharis war wahrscheinlich unsere häufigste Anlaufstelle, weil sie mit Quellenangaben arbeitet. Wir konnten dann oft direkt an die Quellen gehen und fanden darüber zu neuen Informationen. Für den Busboykott waren vor allem die Memoiren von Jo Ann Robinson wichtig: „The Montgomery Bus Boycott and the Women Who Started It“.

Neben Büchern war uns die Library of Congress sehr hilfreich. Sie verfügt über eine umfangreiche Sammlung der Schriften von Rosa Parks. (https://www.loc.gov/collections/rosa-parks-papers/about-this-collection/)

Darüber hinaus gab es natürlich etliche Interviews der Beteiligten, von frühen Interviews aus den 1950ern bis zu Videos zu Veranstaltungen von Fred Gray aus diesem Jahr.

Wir hoffen, dass diejenigen, die unseren Roman gelesen haben, sich mit der Bürgerrechtsbewegung in den USA beschäftigen. Deshalb haben wir im Anhang die genannten Titel und noch einige weitere aufgeführt. Ins Deutsche ist leider keines der Bücher übersetzt worden.

Literatopia: Was waren für Euch die überraschendsten Erkenntnisse aus Eurer Recherche? Hattet Ihr auch teilweise falsche Vorstellungen vom Leben Rosa Parks?

Patricia Eckermann: Ich ahnte schon, dass Rosa eine mutige Frau im besten Alter war und nicht die müde alte Dame mit der Handtasche. Aber dass Rosa in der Zeit vor dem Busboykott als Ermittlerin gearbeitet und z.B. Vergewaltigungsfälle dokumentiert hat, wusste ich nicht. Damit hat sie sich in höchste Gefahr gebracht!

Dass Raymond in jüngeren Jahren ein engagierter Aktivist war, der dann mit der Zeit sein Feuer verloren hat, habe ich auch erst mit der Recherche erfahren. Ich hatte ihn vorher nur als Frisör und Mann an Rosas Seite wahrgenommen.

Spannend fand ich, dass Rosa in späteren Jahren Malcolm X kennengelernt hat. Mit dem habe ich mich in meiner Jugend stark auseinander gesetzt. Dass Rosa ihn und seine Bewegung unterstützt hat, finde ich großartig. Das beweist, dass sie eine sehr offene, progressive Frau war, die sich ihr Leben lang für die jüngeren Generationen eingesetzt hat.

James A. Sullivan: Zu Malcolm X konnte ich recherchieren, dass er sehr wahrscheinlich bereits 1956 bei einer Großveranstaltung der Bürgerrechtsbewegung im Madison Square Garden in New York im Publikum war, als Rosa Parks dort neben anderen sprach. Das FBI hat das von einem Informanten erfahren. Man muss aber dazu sagen, dass die Informationen des FBI, die inzwischen öffentlich sind, sehr mangelhaft sind. Das hat mich überrascht. Viele Zahlen stimmen nicht, Namen werden falsch geschrieben, Zusammenhänge missverstanden uvm. Man merkt an vielen Stellen, dass ein Großteil der Informationen mündlich übermittelt wurde.

Ebenfalls überrascht war ich, als ich merkte, dass es damals offenbar „okay“ war, die Adressen und Arbeitsplätze von Menschen in Zeitungsartikeln zu nennen. Am Tag nach dem Busprotest konnte man die Adresse von Rosa Parks in der Tageszeitung lesen. Nun muss fairerweise auch gesagt werden, dass das auch für den Busfahrer gilt, der sie verhaften ließ, aber es sollte klar sein, dass diese Nennung für Schwarze Menschen im Süden ganz andere Folgen haben konnte als für Weiße. Besonders extrem war das im Februar 1956, als die Stadt meinte, mit härteren Bandagen kämpfen zu müssen, und Haftbefehle für 89 Leute erließ. (Eigentlich sollten es 115 gewesen sein, aber wegen zahlreicher Fehler wie z. B. Doppelungen mussten einige Namen von der Liste gestrichen werden.) Die Bewegung ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Die Leute stellten sich unter den Augen der Medien selbst, was der Bewegung neue Aufmerksamkeit bescherte, und für die Kaution kam die Bewegung auf. Aber auch hier erschien in der Zeitung eine Liste mit den Verhafteten, in denen neben den Namen wiederum die Adresse und auch die Arbeitsplätze (falls vorhanden) genannt wurden. Es war also geradezu eine Einladung, gegen die Verhafteten vorzugehen. Am Ende wurde aber als einziger Martin Luther King angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Medienaufmerksamkeit, die diese Verurteilung brachte, war hingegen unbezahlbar. Auf den Fotos wirkt es nicht so, als hätte die Bewegung gerade eine Niederlage eingesteckt, sondern einen Sieg errungen.

Literatopia: Ihr seid eigentlich beide Phantastik-Autor*innen. Inwiefern unterscheidet sich die Herangehensweise an einen historischen Roman vom Worldbuilding eines Fantasyromans? Wie viel Worldbuilding steckt in der Historik?

James A. Sullivan: Recherche gibt es immer, aber bei einem historischen Stoff muss man nicht so viel erfinden, sondern verliert sich eher in rabbit holes. Ein Beispiel wäre die Liste der Verhafteten bei der Massenverhaftung im Februar 1956. Da konnten wir nachvollziehen, wer direkt vor und direkt nach Rosa Parks verhaftet wurde und die Szene entsprechend aufbauen. Dinge wie historische Stadtpläne oder das Telefonbuch waren Schätze. Das und vieles mehr brachte uns der Wirklichkeit näher, aber am Ende ist und bleibt der Text Fiktion, und all die Leer- und Unbestimmtheitsstellen, die wir mit Recherche nicht füllen oder präzisieren konnten, gaben uns Spielraum für das World Building im Kleinen. Bei so vielen Quellen wie bei diesem Stoff, kann es vorkommen, dass Widersprüche entstehen. Zum Beispiel war bei der Massenverhaftung wegen unterschiedlicher Aussagen unklar, ob die Leute sich im Sheriff’s Office gestellt haben, das Teil des Gerichtsgebäudes war, oder aber im County Jail, das auf der Straße gegenüber lag. An solchen Stellen muss man sich entscheiden, und wir sind in der Regel den Aussagen von Rosa Parks und Jo Ann Robinson gefolgt. Diese legten in diesem Fall nahe, dass sie im Sheriff’s Department (also im selben Gebäude) „abgefertigt“ wurden und dann auf Kaution freikamen.

Das World Building steckt also vor allem in den Dingen, die sich durch Recherche nicht ermitteln und klären ließen. Aber auch daran haftet wiederum Recherche. Auch Erfundenes muss in die Zeit passen. Der Unterschied zwischen der Arbeit an einem historischen Roman und einem Fantasy-Roman ist vielleicht der Bezug der Recherche. Beim historischen Roman ist die Recherche direkt auf die Erzählwelt bezogen, bei der Fantasy ist sie, wenn wir von einer eigenen Erzählwelt ausgehen, vorgelagert und mündet ins World Building, in der dann eine deutliche Verfremdung stattfindet. Beides bedeutet viel Arbeit, und ich kann gar nicht sagen, was mir besser gefällt.

Literatopia: Würdet Ihr uns abschließend verraten, woran Ihr aktuell arbeitet? Werden die nächsten Veröffentlichungen wieder phantastisch oder wird es weitere Ausflüge in die Historik geben?

Patricia Eckermann: Ich weiß es noch nicht. In diesem Jahr habe ich mich neben dem Rosa-Parks Roman in der SciFi austoben dürfen und eine Kurzgeschichte für die Anthologie „Andymonaden“ von Herausgeber Michael Wehren geschrieben. Der Plan, 2025 an meiner Geschichte weiterzuarbeiten, die sich mit der deutschen Kolonialvergangenheit auseinandersetzt, habe ich damit komplett zerschreddert. Ob ich das Projekt jetzt direkt wieder aufgreife, weiß ich noch nicht. Denn mein Mann und ich kauen auch auf einem gemeinsamen Roman herum, der mir sehr viel Spaß machen würde. Ich lasse mich einfach mal überraschen, was das nächste Jahr so bringt. Denn dieses Jahr habe ich gelernt, dass es manchmal das Beste ist, spontane Schreib-Entscheidungen zu treffen.

das lied der letzten reiseJames A. Sullivan: Ich musste für „Die mutige Rebellin“ meinen Roman „Das Lied der letzten Reise“ unterbrechen, sonst hätte es zeitlich nicht hingehauen. Nun habe ich zu meinem cozy Fantasy-Roman zurückgekehrt und befinde mich in der Lektoratsphase. Es geht um einen Helden, der nach einem Kampf mit einem Drachen beschließt, seine Karriere als Abenteurer ausklingen zu lassen, indem er auf seine letzte Reise aufbricht. Er möchte mit seinen Schätzen zu seinem Sehnsuchtsort am Meer reisen und unterwegs Abschied nehmen. Dabei hat er sich vorgenommen, sich nicht in irgendwelche Abenteuer verstrickten zu lassen. Ob er das schafft, kann man im Juli 2026 lesen.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

James A. Sullivan: Vielen Dank für Fragen!


Autor*innenfotos: © Stefan Müller (oben rechts) und © privat (oben links)

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Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.