
Verlag: Splitter; (Mai 2025)
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten; 18 €
ISBN-13: 978-3-68950-026-9
Genre: Fantasy
Klappentext
Die Elite der Armeee von König Rinzem wird von Hauptmann Drun befehligt und besteht auch acht Mitgliedern: sechs Bären, einem Hund und einem Wolf.
Als Rinzems Truppen das Reich Arnor verlassen, bleiben der junge Genkin und seine Schwester Harin zurück, um ihren Vater, den König in seiner Abwesenheit zu vertreten. Doch das königliche Geschwisterpaar ahnt nicht, in welcher Gefahr es dabei schwebt …
Rezension
Lange hat das Königreich Arnor und seine Bewohner darauf gewartet, sich endlich an Angleon, wegen der gefühlten permanenten Demütigung unter dessen Herrschaft zu leben, zu rächen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Die neue Königin von Angleon ist in den Augen des Königs schwach und die Gelegenheit für eine Invasion war nie besser. Also bricht die Armee Arnors unter der Führung König Rinzems in Richtung Angleon auf. Doch die Invasion wird schon bald gestoppt, denn die Raubkatzen ziehen sich hinter die Mauern ihrer Hauptstadt zurück und leisten erbitterten Widerstand. Ein großes Problem für die Armee Arnors, die den Kampf gegen Steinmauern nicht gewohnt ist. Der Elitetrupp von Hauptmann Drun soll es richten, aber der hat gerade selbst Probleme, denn zwei seiner Mitglieder sind hinter den Mauern auf sich allein gestellt. Und dann sieht es so aus, als ob sich zurück in der Heimat Widerstand gegen die Herrschaft der Bären regt. Der Königssohn Genkin und seine Schwester Harin sehen sich plötzlich einem unerwartetem Feind gegenüber.
Die ersten beiden Zyklen von Die 5 Reiche beschäftigten sich vor allem mit den Intrigen und politischen Winkelzügen innerhalb der Kreise der Mächtigen. Dabei standen die herrschenden Familien und ihr Innenleben vornehmlich im Mittelpunkt. Nun bringt der dritte Zyklus etwas frischen Wind in diese außergewöhnlich gut geschriebene Reihe, bevor die Gefahr besteht, dass sie sich inhaltlich zu sehr wiederholt. Denn mit der Ankunft Arnors auf dem Spielbrett wird es deutlich direkter, kämpferischer und brutaler. Und das passt sehr gut zum Wesen der Bären in der Welt der 5 Reiche. Sie sind den anderen Völkern körperlich überlegen und dazu durch ihre Heimat abgehärtet.
Kulturell lehnt sich Arnor an die Wikinger an, oder an dem vorherrschenden Bild der Wikinger in der Popkultur als gnadenloser Krieger. Das wird bereits durch die Form ihrer Schiffe und das Aussehen ihre Kleidung deutlich.
Zunächst aber holen die Autoren aber noch kurz Luft, um die Hauptprotagonisten des Bandes etwas vorzustellen und das gelingt Lewelyn wie gewohnt gut. Dann aber geht es aber auch schon sehr schnell zur Sache. Der Angriff auf Angleon erfolgt und damit bricht in diesem neuen Zyklus sofort ein Sturm los. Die Kämpfe in diesem Band sind deutlich größer als bisher und entsprechen mehr einer richtigen Schlacht, was sie letztlich auch sind, schließlich soll eine Stadt erobert werden.
Lewelyn nehmen sich hierfür viel Zeit und sind klug genug, nicht nur die Armee vor den Mauern zu zeigen, sondern auch die beiden Kundschafter Arnors, die innerhalb der Mauern sind. Hieraus generiert sich bereits Spannung. Aber interessanter wird das Ganze dann noch durch die unterschwelligen Konflikte innerhalb der Truppen Arnors. Denn auch wenn die Intrigen noch keine große Rolle spielen, so ist leicht erkennbar, dass der Zusammenhalt der Bären eben nicht mehr als ein Zweckbündnis ist. Wie sich das weiter entwickelt, wird spannend zu sehen sein.
Ebenso kommt die Handlung in Arnor am Ende des Bandes mit einem Paukenschlag in Gang, der tatsächlich überraschen kann.
Der neue Zyklus beginnt also etwas anders als die bisherigen, aber keinen Deut schlechter und hievt die Gesamthandlung endgültig auf einen viel größeren Maßstab als bisher. Wie bisher immer, legen Lewelyn einen furiosen Auftakt mit Am Leben bleiben hin und die Erfahrung zeigt, dass sie im weiteren Verlauf nicht enttäuschen dürften.
Für Lereculey bedeutet ein neuer Zyklus auch die Gelegenheit ein neues Design zu entwerfen. Nach dem klassischer Fantasy entsprechend gestalteten Angleon und dem asiatisch ausgerichteten Lys, kommt nun ein von Wikingern inspiriertes Design mit Arnor ins Spiel. Und auch mit diesem weiß Lereculey etwas anzufangen. Dazu fällt auf, dass sein Strich etwas härter, kälter wirkt als bei den anderen beiden Zyklen. Ein Umstand, der sehr gut zu den Bären und ihrer Brutalität passt.
Fazit
Am Leben bleiben ist das große Ziel der Charaktere in diesem Auftaktband des neuen Zykluses der 5 Reiche. Allerdings gelingt dies nicht allen. Lewelyn überzeugen mal wieder voll und ganz mit einer Geschichte, die sofort packt und spannend ist. Lereculey hat dabei sichtlich Spaß die Welt der Bären zu gestalten.
Pro & Contra
+ wiederholt sich inhaltlich nicht
+ stark geschriebener Auftakt
+ anders als die Vorgänger
+ interessante Charaktere
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln zu Die 5 Reiche:
1. Zyklus - Angleon
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.1
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.2
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.3
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.4
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.5
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.6
2. Zyklus - Lys
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.7
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.8
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.9
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.10
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.11
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.12
3. Zyklus – Arnor
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.14
Spin Offs:
