
Verlag: Splitter; (Juli 2025)
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten; 17,95 €
ISBN-13: 978-3-98721-735-7
Genre: Abenteuer/ Kindercomic
Klappentext
„Es war einmal …
Als ich klein war, habe ich mir geschworen, dass ich, wenn ich irgendwann ein Tagebuch habe, es so beginnen würde.
Also, es war einmal … na ich, Crissi!
Ich bin zehneinhalb Jahre alt, und mein Traum ist, Schriftstellerin zu werden. Mein Trick, um Geschichten zu erzählen, ist Leute zu beobachten und mir ihr Leben und ihre Geheimnisse vorzustellen.
Wir alle verbergen etwas in unserem Inneren, das wir nicht verraten, das aber unser Wesen ausmacht …
Im Moment beobachten meine Freundinnen und ich eine sehr geheimnisvolle Person …“
Rezension
Es sind Sommerferien und Crissis Freundinnen fahren weg. So ist Crissi auf sich allein gestellt, als ihr eine alte Dame auffällt, die jeden Dienstag zur exakt selben Zeit den Bus nimmt und immer zur gleichen Zeit zurückgekehrt. Das ist natürlich ein Rätsel, das gelöst werden will. Als Line und Erica endlich wieder da sind, überredet Crissi sie, ihr dabei zu helfen. Dabei merkt sie nicht, dass sie vielleicht zu viel von ihren Freundinnen verlangt. Und auch mit ihrer Mutter verschlechtert sich das Verhältnis. Das hält Crissi natürlich nicht davon ab, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Und als sie endlich die Bedeutung von Hektors Buch versteht, hilft ihr das auch mit ihren eigenen Problemen.
Comicserien erscheinen immer wieder mal bei anderen Verlagen. Sei es, weil der eine Verlag die Rechte verliert und ein anderer sie sich sichert, wie es z.B. bei Jeff Jordan geschehen ist oder weil kein Interesse mehr seitens des Verlages besteht, die Serie weiter zu veröffentlichen. Dies geht auch meist damit einher, dass das Design etwas geändert wird und auch mitunter die Veröffentlichungsreihenfolge. Bei Crisis Tagebücher ist es nun so, dass die ersten fünf Abenteuer der jungen Crissi bereits einmal bei Tokyopop unter dem Label Popcom erschienen. Dort allerdings noch im Albenformat, das die zauberhaften Zeichnungen von Aurélie Neyret gerade bei Der versteinerte Zoo wunderbar zur Geltung brachte. Aus irgendeinem Grund hat sich nun aber Splitter dazu entschieden, Crissis Tagebücher in einem viel kleinerem und dafür handlicheren Format neu zu veröffentlichen. Das birgt zum einem den Vorteil, dass die Comics leicht überall hin mitgenommen werden können, aber eben auch den Nachteil, dass die Zeichnungen jetzt nicht mehr die Bühne bekommen, die sie verdienen.
Doch bei aller Kritik wegen diese Entscheidung, ist es einfach toll, dass diese wunderbare und ruhig erzählte Geschichte, wieder verfügbar ist. Denn Crissis Tagebücher sind durchaus etwas besonderes.
Ohne jemals den Zeigefinger zu heben oder belehrend sein zu wollen, thematisieren Joris Chamblain und Aurélie Neyret in Crissi viele verschiedene Themen, die sich hauptsächlich damit beschäftigen, wie Menschen miteinander umgehen sollten, mit der Liebe zu Büchern und Abenteuern und wie Schwierigkeiten überwunden werden können. Das sind alles wichtige Themen und Joris Chamblain bindet sie organisch und wunderbar in seine Geschichten ein. Das gelang ihm schon bei Der versteinerte Zoo und bei Hektors Buch nun erst recht. Die Geschichte von einem Paar, das sich sehr liebt und erst Jahre nach dem Tod des Mannes erst so recht zueinander finden kann, ist herzzerreißend schön und zeigt gleichzeitig, wie wichtig es ist, mit den Menschen, die einem wichtig sind, zu reden und ihnen zu zeigen, was sie einem bedeuten. Etwas, das Crissi während der Geschichte auch erst lernen muss. Dies verpackt Joris Chamblain erneut in eine wirklich poetisch wirkende Geschichte.
Gleichzeitig zeigt Crissis Tagebücher, dass das Leben ein eigenes Abenteuer ist und Rätsel und Geheimnisse überall zu finden sind, wenn man genau hinsieht. Diese müssen noch nicht mal weltbewegend oder super aufregend sein, aber sie machen das Leben bunt und wer lernt seinen Blick für die kleinen Dinge zu schärfen, wird vielleicht auch offener seinen Mitmenschen begegnen und sie besser verstehen. Dies ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus Hektors Buch.
Aurélie Neyret gestaltet erneut alles mit einer wunderbaren Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Auch wenn es mal etwas ernster wird, geht diese nie vollkommen verloren und das macht auch zu einem gewissen Teil diese Reihe aus. Die wirklich großen Bilder sind bei Hektors Buch nicht vorhanden, das ist aber auch gar nicht nötig, da Hektors Buch eine persönliche Geschichte ist, die keine benötigt, dennoch sind die Zeichnungen eines nicht genutzten Teils der Bibliothek einfach toll.
Die Tagebucheinträge wirken Crissis Alter entsprechend und fügen sich perfekt ein. Auch hier hat Aurélie Neyret wunderbare Arbeit geleistet.
Fazit
Hektors Buch ist eine wunderbare, einfühlsame Geschichte über den Umgang mit den Menschen, die uns wichtig sind. Joris Chamblain und Aurélie Neyret erzählen dies ruhig und unaufgeregt und dennoch spannend.
Pro & Contra
+ wunderbare Zeichnungen
+ ruhig und einfühlsam erzählt
+ Charaktere wachsen immer mehr ans Herz
Bewertung: ![]()
Charaktere: 5/5
Handlung: 5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln zu Crissis Tagebücher:
Rezension zu Crissis Tagebücher Bd.1 – Der versteinerte Zoo
Rezension zu Valentin & Crissis Tagebücher
