Myre – Im Schatten der Wanderer Buch 2 (Claudya Schmidt, Nico Janssen)

Myre 04

Verlag: Splitter; (Mai 2025)
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten; 22 €
ISBN-13: 978-3-96219-108-5

Genre: Fantasy


Klappentext

Myres Kampf ums Überleben wird zu einem verzweifelten Versucht, das zu retten, was schon lange verloren scheint. Auf ihrem Pfad durch die unbarmherzige Wildnis von Yria begegnet sie neuen Feinden, unerwarteten Verbündeten und unsichtbaren Mächten, die nicht nur Myres Schicksal, sondern auch das tausender Unschuldiger für immer verändern werden.

Der zweite Zyklus setzt Claudya „Alector“ Schmidts Fantasy-Spektakel nahtlos fort und lädt seine Leser ein zu einer aufregenden Reise in eine liebevoll gestaltete Welt voller überraschender Wendungen und unvergesslicher Charaktere.


Rezension

Myre hat mit einer Karawane von Flüchtlingen einen See erreicht. Dort wird sie unerwartet mit Varug wiedervereint, die mit ihrem alten Bekannten Lutz aus Ehraan City entkommen konnte. Bereits nach kurzer Zeit beschließt Myre aufzubrechen. Doch Sarya, eine der Wachen von Ehraan City, hält sie kurz auf, damit Lutz gemeinsam mit ihr aufbrechen kann. Denn Sarya weiß, dass Myre einen Begleiter braucht, auch wenn sie es nicht zugeben würde. Und tatsächlich kann Lutz ihr bald beweisen, wie nützlich er ist. Vor allem, als Myre beschließt ihr Flöte wiederzufinden, die sie bei der Begegnung mit den Wanderern verloren hat und wofür sie nun auf eine der Bestien der Wanderer klettern müssen.

Claudya Schmidts Myre ist ein visuelles Meisterwerk, daran gibt es gar keinen Zweifel. In wunderbaren, detailreichen Bildern hat sie ihre Geschichte gebannt und das tut sie selbstverständlich auch weiterhin. Und da sie ein eher langsames Erzähltempo gewählt hat, kann man ihre Zeichnungen auch so richtig genießen. Allerdings ist die Kehrseite dabei, dass die eigentliche Handlung nicht so recht vom Fleck kommt. Dies schmerzt festzustellen, weil die Zeichnungen einfach so gut sind. Aber man sollte auch ehrlich zu sich selbst sein und da steht handlungstechnisch bisher noch nicht so viel auf dem Papier – gemessen an der bisherigen Seitenzahl von über 200 Seiten Erzählung.
Das heißt keinesfalls, dass Myre langweilig oder zäh wäre, das Gegenteil ist der Fall, aber wenn Claudya Schmidt dabei bleibt, könnte es zu einem Problem werden. Bisher funktioniert diese Erzählweise noch sehr gut, auch dank des Vorgängerbandes, der etwas mehr zu bieten hatte, als nun der vorliegende. Denn es gibt hier zwar ein paar wirklich schöne Charaktermomente und Myre und auch Lutz können sich weiterentwickeln, aber für die große Handlung, bei der es immer noch keine wirklich Andeutung gibt, in welche Richtung es letztendlich gehen wird, tun Claudya Schmidt und ihr Co-Autor Nico Janssen kaum etwas. Erst ganz am Ende scheinen sie mit dem Einbruch bei den Wanderern wieder etwas fokussierter auf die Haupthandlung zu sein. Wenn es im nächsten Zyklus, der hoffentlich nicht wieder sieben Jahre auf sich warten lässt, damit gleich weitergeht, dürfte Myre endlich sein volles Potenzial entfalten und eine wahrhaft epische Fantasygeschichte liefern, die so gut zu den Zeichnungen passen würde. Denn so schön die Zeichnungen sind, so gut die Welt ausgearbeitet ist und wie interessant auch die Charaktere sind, irgendwann muss auch mal mehr passieren, schließlich sind die ersten ca. 200 Seiten bereits erzählt. Der dritte Band hatte da ein paar Ansätze und das Ende dieses vierten Bandes bietet erneut welche. Jetzt muss nur noch der Weg in diese Richtung von Claudya Schmidt und Nico Janssen gegangen werden.

Wie erwähnt sind die Zeichnungen erneut großartig und weiterhin das Herzstück von Myre. Erneut beweist Claudya Schmidt ein gutes Gespür, was ihre Zeichnungen benötigen und was nicht. Ihre Farbgebung ist in kräftigen Farben, die alles lebendig erscheinen lassen und ihre Bilder sind förmlich darauf ausgelegt, dass man der Geschichte auch folgen kann, ohne jedes Wort lesen zu müssen. Das ergibt einen Lesefluss, der einen erneut praktisch in die Geschichte zieht. Visuell herausragende Stelle des Bandes ist mit Sicherheit der Angriff des Ydulcian, der mit vielen tollen graphischen Einfällen gestaltet ist.


Fazit

Visuell kann Myre einfach nicht enttäuschen. Auch Im Schatten der Wanderer Buch 2 besitzt überwältigende Zeichnungen. Wenn jetzt die Geschichte in weiteren Bänden auch noch an Fahrt aufnimmt, wird aus Myre ein Klassiker werden.


Pro & Contra

+ Zeichnungen
+ Angriff des Ydulcian
+ schöne Charaktermomente

0 Haupthandlung tritt etwas auf der Stelle

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Claudya Schmidt:

Rezension zu Myre Bd.1
Rezension zu Myre Bd.2
Rezension zu Myre Bd.3