
Verlag: Splitter; (August 2025)
Gebundene Ausgabe: 56 Seiten; 18 €
ISBN-13: 978-3-68950-027-6
Genre: Fantasy
Klappentext
Während Khalden seinem Vater die Nachricht von seinem Seesieg gegen die Flotte von Astrelia überbringt, bricht Yern Holdan wieder nach Arnor auf. Unter seinem Befehl stehen ein Bataillon und zwei Stoßtrupps, der von Drun und der von Ludmir.
Ihr Ziel ist es, die Wölfe zu finden, die sich gegen den König aufgelehnt haben, sie zu töten und Genkin, den jüngsten Sohn des Königs, zu befreien.
Eine einfache Aufgabe …
So scheint es.
Rezension
Angleon ist gefallen. König Rinzem sitzt auf dem Thron der Raubkatzen und kann doch nicht zufrieden sein. Denn der Großteil der Streitkräfte von Königin Astrelia konnte sich in Sicherheit bringen und in Arnor wurde seine Tochter ermordet und sein Sohn Genkin von rebellischen Wölfen entführt. Also schickt er Yern Holdan in die Heimat, um die Dinge zu regeln. Doch erste Spannungen entstehen bereits dadurch, dass sowohl die Vorhut von Drun als auch die von Ludmir sich unter den Truppen befinden, die der Yern mitnimmt. Und zwischen diesen herrscht böses Blut. Doch es gibt weitere Probleme, als Yern Holdan den Mord an Unschuldigen befiehlt und einzelnen Mitgliedern der Vorhut von Drun Zweifel kommen, ob sie auf der richtigen Seite stehen.
Mit hohem Tempo und brutaler Gewalt warfen Lewelyn den Leser in die Handlung des dritten Zyklus der 5 Reiche, der sich mit dem Bärenreich Arnor beschäftigt. Und genau dieses hohe Tempo behält die Handlung bei. Statt erstmal etwas auf die Bremse zu treten und viel Zeit auf die Hintergründe und die Charaktere zu verwenden, binden Lewelyn dies einfach in die Handlung vollkommen organisch und fließend ein. So entsteht ein packendes und hochspannendes Abenteuer, das sich tatsächlich intensiv mit den Charakteren, ihrer Motivation und ihren Überzeugungen auseinandersetzt.
Der Intrigenanteil der letzten beiden Zyklen tritt hier etwas zurück, denn der Kampf um die Macht wird in Arnor deutlich direkter und noch brutaler geführt, als in Lys oder Angleon, ganz dem Charakter der Bären entsprechend. Denn diese sind in Die 5 Reiche keine Kuscheltierchen oder irgendwie gemütlich, wie es sonst häufig in Tierfantasy zu sehen ist, sondern wahrhaft furchteinflößende Krieger und Monster, deren Macht fast allein auf ihrer Kraft basiert und nicht auf Subtilität und geschickte Winkelzüge. Das zeigt sich allein schon darin, dass der Konflikt zwischen Ludmir und Akar eine sehr direkte und endgültige Lösung bekommt.
Und auch ansonsten nehmen die Herrschenden, sei es König Rinzem, sei es Yern Holdan eigentlich immer nur den direkten, brutalen und, ihrer Ansicht nach, effektivsten Weg. Dass dieses Verhalten letztendlich aber Konsequenzen haben muss, ist ihnen in ihrer Welt, in der es nur auf Gewalt und Brutalität ankommt, nicht bewusst. Dies wird unterstrichen, indem Lewelyn zeigen, welche Auswirkungen das Töten von Unschuldigen nicht nur auf deren Familien und ihre Motivation zur Rebellion hat, sondern auch auf ihre eigenen Untergebenen. Denn so mancher der Vorhut von Drun scheint Zweifel zu bekommen, ob all das, was sie im Namen ihres Königs und ihres Yerns tun, wirklich richtig ist. Und damit zeichnet sich enormes Konfliktpotenzial ab. Ebenso mit der Entwicklung, die Genkin während der Handlung macht, insbesondere als erfährt, wie die Bären die Wölfe behandeln und unterdrücken.
Es geht also in diesem Zyklus um wirklich große moralische Fragen, die leider in unserer Zeit wieder aktuell werden, wenn man den Blick gerade jetzt über den Atlantik schweifen lässt. Lewelyn wollen mit Die 5 Reiche mit Sicherheit nicht einen tagesaktuellen politischen Kommentar abliefern, aber gute Fantasy hat eben auch immer etwas zu sagen. Und diese ersten beiden Bänden des dritten Zyklus haben dies auf jeden Fall und vermutlich wird der ganze Zyklus das Thema Rebellion und Machtgier weitertragen.
Die Charaktere sind hervorragend von Lewelyn herausgearbeitet und die Handlung geht Hand in Hand mit ihrer persönlichen Entwicklung, wodurch förmlich ein Sog entsteht und Alles Feinde bis zur letzten Seite zwischendurch nicht aus der Hand gelegt wird.
Das Reich der Bären ist rau und kalt und genau das transportiert Lereculey mit seinen Bildern. Die schroffen Berge, wilden Flüsse und Wälder bringt er atmosphärisch aufs Papier und die Brutalität der Bären und ihrer Gesellschaft sind in ihren Gesichtern abzulesen. Nach mittlerweile fünfzehn Bänden gibt es nicht die geringsten Anzeichen von Ermüdungserscheinungen bei ihm.
Fazit
Die ersten beiden Zyklen von Die 5 Reiche waren richtig stark, der dritte Zyklus über Arnor könnte, wie es aussieht, noch deutlich besser werden. Lewelyn steigern sich erneut und Lereculey hat sichtlich Spaß daran eine weitere neue Welt zu gestalten.
Pro & Contra
+ hohes Tempo und spannend
+ stellt moralische Fragen
+ interessante Charaktere
+ mehr und mehr Konflikte werden angelegt
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln zu Die 5 Reiche:
1. Zyklus - Angleon
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.1
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.2
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.3
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.4
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.5
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.6
2. Zyklus - Lys
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.7
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.8
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.9
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.10
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.11
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.12
3. Zyklus – Arnor
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.13
Rezension zu Die 5 Reiche Bd.14
Spin Offs:
