
cbj (2001)
Taschenbuch, 160 Seiten, antiquarisch erhältlich
ISBN: 978-3570125410
Genre: Kinderbuch / Jugendbuch
Klappentext
Die Geschwister Anne, Richard und Julius dürfen wieder mit ihrer Kusine Georg und dem wachsamen Hund Tim im Felsenhaus bei Tante Fanny und Onkel Quentin ihre Sommerferien verbringen. Nach einem herrlichen Tag auf der Felseninsel wartet abends eine große Überraschung auf sie: Onkel Quentin hat sein Versprechen gehalten und neue Fahrräder gekauft. Die Kinder sind überglücklich. Endlich können sie mühelos lange Strecken zurücklegen und neue Ortschaften erkunden.
Bei der Besichtigung eines alten Schlosses erfahren sie, dass Diebe die Gegend unsicher machen: Aus der Villa Riddington wurde die überaus wertvolle und weltbekannte Uhrensammlung von Sir Donald gestohlen. Die Diebe sind so trickreich und raffiniert, dass die Polizei hilflos zusehen muss, wie seit Wochen gut gesicherte und bewachte Schlösser, Museen und Villen ausgeraubt werden.
Während die Ermittlungen der Polizei auf der Stelle treten, lässt die Unternehmungslust und die Neugierde der Kinder nicht nach. Wo verstecken die Diebe ihre Beute? Die Polizei hat die Gegend weiträumig abgesichert. Die Schätze müssen noch ganz in der Nähe sein. Doch die Beamten durchsuchen erfolglos alle verdächtigen Gebäude.
Die Fünf Freunde suchen auf eigene Faust. Nach einem furchtbaren Sturm entdecken sie eine Höhle beim Kliff, von der aus ein langer unterirdischer Gang hinauf zu einem seltsamen Ginsterbusch führt ...
Rezension
Aus der Villa Riddington wurde die wertvolle Uhrensammlung von Sir Donald Riddington gestohlen. Dies ist der aktuelle Fall einer Einbruchserie, die die Region in Atem hält. Die Ermittlungen der Polizei stocken in allen Fällen.
Als die Kinder mit einem Ruderboot auf See sind, geraten sie in einen fürchterlichen Sturm. Kaum sind sie an einem abgelegenen Uferabschnitt in Sicherheit, entdeckten sie eine Höhle beim Kliff, von der aus ein unterirdischer Gang hinauf zu einem seltsamen Ginsterstrauch führt. Werden die Kinder ein neues Abenteuer erleben? Können sie der Polizei helfen, die Einbruchserie aufzuklären?
Blyton wurde 1897 in London geboren. Sie begann schon im zarten Alter von 14 Jahren, eigene Gedichte zu schreiben. Im weiteren Verlauf ihres schriftstellerischen Berufslebens kamen über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten hinzu. Gestorben ist sie im Jahre 1968.
Es ist also offensichtlich, dass hier ein Nachahmerwerk, im Fachjargon „Pastiche“ genannt, vorliegt. Das französischsprachige Original von Claude Voilier wurde schon 1972 veröffentlicht.
Die 5 Freunde – wer ist das? Richard ist einer von ihnen. Er ist der unbesorgte „sunnyboy“. Sein Bruder Julius ist ein Jahr älter. Er ist vernünftig, ernst, denkt nach, bevor er spricht. Er soll so eine Art Beschützer für die kleine Truppe sein. Anne ist ihre Schwester und die jüngste von allen. Sie ist hausmütterlich und ängstlich. Sie wird hier überängstlich dargestellt, wofür sie von den anderen mehrfach gerüffelt wird. Eine unschöne Sache, die in anderen Büchern nicht vorkommt.
Georg heißt eigentlich Georgina und will gerne ein Junge sein. Sie ist wild, neigt zu spontanen Alleingängen (i. S. v. Sie verfolgt gelegentlich einzelgängerisch Spuren ohne ihre Nichte und Neffen), ist in ihren Hund vernarrt und manchmal halsstarrig und störrisch. Tim der Hund rundet das Quintett ab. Er hört normalerweise Georg auf`s Wort, bringt sie hier aber in Gefahr.
Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Die Handlung ist so konstruiert, dass die Kinder die Helden sind und der Polizei ungefragt bei der Lösung eines Kriminalfalles helfen können.
Als Erwachsener, als erfahrener Leser, wird man natürlich die Taschenspielertricks Voiliers erkennen – beispielsweise den plötzlich und unerwartet auftretenden Sturm, der die Kinder auf die richtige Fährte führt, oder die Geheimtür in der Villa Riddington, die niemand kennt. Die Polizei wird hier als dermaßen ungeschickt dargestellt, wie sie es im wirklichen Leben nicht sein dürfte.
Erwachsene greifen nur dann zu diesem Buch, wenn sie das Gesamtwerk der Blyton (einschließlich der Nachahmerwerke) kennen möchten.
Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!
Rezension zu "Fünf Freunde im Orient-Express"
