Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten: Ein Hercule-Poirot-Krimi (Agatha Christie, Isabelle Bottier, Callixte)

hercule poirots weihnachten

Carlsen (2024)
Originaltitel: ‎Hercule Poirot - Le Noel d'Hercule Poirot
Hardcover, 64 Seiten, 20,00 EUR
ISBN: ‎ 978-3551804266

Genre: Krimi


Klappentext

Mord und Misstrauen an Weihnachten

Heiligabend 1937. Das Familientreffen von Familie Lee wird durch ein ohrenbetäubendes Krachen und einen Schrei gestört. Der tyrannische Simeon Lee liegt tot in einer Blutlache, mit durchgeschnittener Kehle. Als Hercule Poirot, der über Weihnachten bei einem Freund im Dorf weilt, seine Hilfe anbietet, findet er eine Atmosphäre vor, die nicht von Trauer, sondern von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Es scheint, dass jeder einen Grund hatte, den alten Mann zu hassen ...


Rezension

Es ist Heiligabend im Jahre 1937.  Das weihnachtliche Treffen von Familie Lee wird durch ein ohrenbetäubendes Krachen und einen Schrei gestört. Die Folge? Das tyrannische Familienoberhaupt Simeon Lee liegt tot in seinem Blut, mit durchschnittener Kehle – also ermordet.

Hercule Poirot verbringt seinen Urlaub über die Weihnachtsfeiertage bei einem Freund im Dorf. Er bietet seine Hilfe bei den Ermittlungen an. Und findet eine Atmosphäre vor, die nicht von Freude, sondern von Erleichterung über den Tod des alten Mannes sowie gegenseitigem Misstrauen geprägt ist.

Die Handlung basiert auf einem gleichnamigen, relativ unbekannten Roman Agatha Christies. Das englischsprachige Original stammt aus dem Jahre 1938. Das gezeichnete Szenario stammt von Isabelle Bottier, Zeichnungen und Farben von Callixte. Biographische Angaben über die beiden sind in dem Comic nicht enthalten.

Die zeichnerische Adaption ist eigentlich gelungen. Die Bilder geben die düstere Stimmung in Gorston Hall, einem Herrenhaus im nordenglischen Longdale, genauso ansprechend wieder wie die dunkle Jahreszeit im Dezember. Die einzelnen Charaktere und ihre Emotionen werden gut herübergebracht. Selbst wenn sich die Männer familienbedingt sehr, sehr ähnlich sehen, kann auch der unerfahrene und ungeübte Leser sie auseinanderhalten, unterscheiden und ein paar Charakteristika benennen.

Lediglich Poirot schwächelt. Ihm fehlt das übliche Dandytum, das ihn in den Romanen auszeichnet. Seine viel zu engen, auf Hochglanz polierten Lackschuhe seien als Beispiel dafür genannt, was hier nicht erwähnt wird. Trägt Poirot im Original wirklich eine Lesehilfe? Und dass Poirot mittels Schneemann karikiert wird, ist hier zwar ein Anflug von Humor, wäre bei der Christie aber nicht vorgekommen.

Das Ende ist unkonventionell. Dass am Schluss einer der „Guten“ zum „Bösewicht“ wird, ist in zumindest in klassischen Kriminalromanen nicht üblich. Das das sind Kleinigkeiten, Details. Sie schmälern das Lesevergnügen nicht.


Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!

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