Asterix in Lusitanien (Fabcaro, Didier Conrad)

asterix 41 lusitanien

Verlag: Egmont; (Oktober 2025)
Softcover: 48 Seiten; 7,99 €

Genre: Humor


Rezension

Epidemais kommt in das kleine Dorf in Aremorica und bringt einen unerwarteten Besucher mit. Dieser heißt Schnurres und stammt aus Lusitanien. Er kommt mit einer Bitte. Sein bester Freund Schaoprozess stellt das Lieblingsgarum von Cäsar her und wird beschuldigt, Cäsar mit eben diesem Garum vergiften zu wollen. Etwas, das dieser nie tun würde. Also beschließen die Gallier ihm zu helfen und Asterix und Obelix reisen nach Lusitanien, um Schaoprozess aus dem Gefängnis zu holen und seine Unschuld zu beweisen.

„Kabeljao! Der wird gesalzen und muss dann gaaaanz lange in der Sonne liegen!“
„Wie bei Verleihnix?“

Ursprünglich hieß es, dass Fabcaro nur für Die weiße Iris der Autor für Asterix sein würde. Doch dann verkündete Jean-Yves Ferri, dass seine Pause doch länger sein würde und Fabcaros Asterix kam bei den Lesern sehr gut an. Folglich ist Fabcaro auch weiterhin der Autor von Asterix und das tut der Reihe auch gut. Jean-Yves Ferri lieferte zwar auch sehr gute Alben, wie Der Papyrus des Cäsar ab, hatte aber auch mit Asterix in Italien und Die Tochter von Vercingetorix zwei eher schwache Alben dabei. Fabcaro konnte hingegen sofort mit Die weiße Iris begeistern, da er wieder mehr an René Goscinnys Humor heranrückte und dies tut er auch in Asterix in Lusitanien. Selbstverständlich wird der Asterix-Mitschöpfer unerreicht bleiben, zumindest besser als seine wirklichen Top-Alben wird es kaum werden. Aber auch ein Goscinny hatte schwächere Bände, unter anderem Asterix in Spanien. Warum das hier erwähnt wird?
Weil Asterix in Lusitanien ein bisschen so wirkt, als ob sich Fabcaro gedacht hätte, dass das doch besser gehen muss. Und so geht es in diesem Band eben zu den direkten Nachbarn der Spanier, den Portugiesen.
Und Fabcaro macht hier seine Sache extrem gut. Sein Humor kann genauso bissig sein, wie es der von Goscinny war, wenn sich die Gelegenheit bietet, was in diesem Band häufig der Fall ist. Das kommt daher, dass Fabcaro sowohl tagesaktuelle Geschehnisse und Ereignisse als auch Bezüge auf Geschichte und Eigenheiten Portugals einbaut. Die aktuellen Bezüge verarbeitet er allerdings, ganz im Geiste eines René Goscinnys, ziemlich zeitlos, so dass sie auch in ein paar Jahren noch witzig sein werden. Großartig ist hier die Szene in der Zentrale von Garum Lupus und die ganze Satire auf die Werbewirtschaft und das Gebaren von Konzernen. Das ist dann Asterix, wie er sein soll und wie er auch unter dem Asterixvater war. Fabcaro schafft es, Asterix modern zu halten und gleichzeitig Traditionen zu pflegen und so sämtliche Leser potenziell abzuholen.
Da fällt es am Ende auch nicht so ins Gewicht, dass Asterix´ Plan eigentlich kein richtiger Plan ist. Denn auch dies wird von Fabcaro wunderbar und unglaublich witzig inszeniert. Mit Asterix in Lusitanien kann also gesagt werden, dass Asterix endgültig zurück ist und der Band braucht sich nicht vor den alten Bänden zu verstecken.
A propos verstecken. Es gibt, wie erwartet, jede Menge versteckte Anspielungen und Witze, so dass der Band direkt nach dem ersten Leser gleich nochmal gelesen werden sollte, um auch nicht ein einziges Wortspiel oder eine gelungene Anspielung zu übersehen. Hier macht Fabcaro René Goscinny alle Ehre, der sich sicher gefreut hätte, seinen Asterix in solch fähigen Händen zu sehen.

„Hopp Hopp! Nicht aus dem Fluidum kommen! Du, der Neue , vervollständige meinen Satz: Garum Lupus …“
„Riecht wie im Keller, aber kommt auf den Teller.“

Didier Conrad zeichnet mit Asterix in Lusitanien sein bereits siebtes Asterix-Abenteuer und mittlerweile ist kaum noch ein Unterschied zwischen seinen Zeichnungen und denen eines Uderzos zu erkennen. Seine Strich kommt mit einer gewissen Leichtigkeit daher, die zwar noch nicht die eines Albert Uderzos erreicht, aber sehr nahe dran ist. Es gibt natürlich beim genauen Hinsehen so einiges zu entdecken, und ganz besonders erwähnenswert ist die Verkleidung von Asterix und Obelix.

Einziges kleines Manko bei diesem wirklich sehr guten Asterix, ist die Tatsache, dass leider nicht das Vorschaucover verwendet wurde, welches so gut zu Lusitanien gepasst hätte.


Fazit

Wer diesen Asterix nicht gut oder lustig findet, dürfte sich noch immer an seine alten Heften klammern und hoffen, dass sich nichts ändert. Asterix in Lusitanien steht ganz in der Tradition eines René Goscinnys, der sicher seinen Spaß an diesem Band von Fabcaro gehabt hätte. Asterix in Lusitanien ist genauso, wie ein Asterix sein soll. Unheimlich witzig und lustig und dabei mit jeder Menge Seitenhieben versehen.


Pro & Contra

+ Wortwitz
+ aktuelle Anspielungen
+ Besuch des Hauptsitzes von Garum Lupus
+ Zeichnungen

0 leider nicht mit dem vorläufigen Cover

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Humor: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 4,5/5


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