Aliens vs. Avengers (Jonathan Hicks, Esad Ribic)

alien avengers

Verlag: Panini; (November 2025)
Softcover: 152 Seiten; 20 €
ISBN-13: 9783741642258

Genre: Superhelden


Klappentext

Zerschlagene Helden

In einer der vielen möglichen Zukunftsvisionen des Marvel-Universums wird eine der gefährlichsten Spezies des bekannten Weltraums versehentlich von einigen Shiár-Wissenschaftlern befreit, übernimmt die Herrschaft und verwüstet ganze Planeten. Zu den besetzten Welten gehört auch die Erde. Doch nicht alle Menschen sind unter den Zähnen und Klauen der Xenomorphe umgekommen. Eine kleine Festungsstadt widersteht nämlich weiterhin den Angriffen der tödlichen Aliens, und ihre Bewohner, darunter Bruce Banner und Carol Danvers, versuchen, einen Weg zu finden, um die vollständige Auslöschung der Menschheit zu verhindern. Eine Lösung, die vielleicht in der DNA eines bestimmten Symbionten liegt …


Rezension

Die Xenomorphe haben das Universum überrannt und die letzten Helden der Erde stemmen sich ihnen noch entgegen, um dem kleinen Häuflein Menschen unter ihrem Schutz weiterhin das Überleben zu ermöglichen. Doch schließlich müssen Iron Man und seine Verbündeten einsehen, dass die Erde verloren ist und sie fliehen mit einem Raumschiff und den Überlebenden Richtung Mars. Wo gleich das nächste Grauen auf sie wartet.

Auf den ersten Blick wirkt Aliens vs. Avengers richtig gut. Die Aliens überrennen sämtliche Planeten, die Menschheit steht auf verlorenem Posten, die gealterten Helden haben kaum was entgegenzusetzen und alles wirkt äußerst hoffnungslos. Selbst das Ende ist eher bitter als befriedigend.
Und da fangen die Probleme an. Denn schaut man genauer hin, ist Aliens vs. Avengers eigentlich nichts weiter als eine große Schlachtplatte ohne Tiefgang. Mehr Schein als Sein. Eine richtig durchdachte Geschichte findet sich hier nicht. Es wird nur ein Ereignis an das andere gesetzt und hin und wieder gibt es einen Rückblick, der das Ganze zusammenhalten soll, aber es nicht wirklich kann. Dazu bedient sich Jonathan Hicks zu oft dieses Stilmittels, das noch dazu häufig einen Deus Ex Machina-Effekt mit sich bringt. Es hilft dann auch mit Sicherheit nicht, dass Jonathan Hicks sich mit den Engineers und David Elemente der letzten Ridley Scott Alien-Filme bedient, die bei Fans eher unbeliebt sind. Damit nimmt er, so seltsam es vielleicht klingen mag, den Aliens viel von ihrer Bedrohlichkeit. Statt das Böse zu sein, gegen das die Avengers kämpfen müssen, werden sie so zu einem bloßen Werkzeug der Vernichtung, das von anderen eingesetzt wird. Und da die Engineers eigentlich noch ein ganz anderes Werkzeug haben, ihr Ziel zu erreichen, wie am Ende enthüllt wird, wird die ganze Handlung mit den Aliens vollkommen obsolet.
Hier schießt sich Jonathan Hicks selbst ins Knie. Und er begeht gleichzeitig noch einen Fehler, der allzu häufig heutzutage im Blockbusterkino gemacht wird. Er will alles groß und episch machen und lässt die Aliens das gesamte Universum überrennen und das ist einfach zu viel. Das Alien war und ist deswegen ein solch effektives Monster, weil es eben eine so brutale Killermaschine ist, die aus dem Nichts auftauchen kann und am Besten auf einem beschränkten Raum funktioniert. Egal ob es einzeln oder in Massen auftritt. Es aber als eine universelle Armee einzusetzen, wie hier geschehen, nimmt ihm tatsächlich seine Wirkung und es ist halt auch gleichzeitig einfach zu weit hergeholt, dass es sich auf eine solche Weise ausbreiten kann.
Dabei hat Jonathan Hicks gleich am Anfang einen Ansatz für seine Geschichte, der wirklich hätte funktionieren können, den er aber bereits nach wenigen Seiten fortwirft und nie mehr darauf zurückkommt. Diese Geschichte hätte es eigentlich verdient gehabt, erzählt zu werden.

Was bleibt also übrig? Im Prinzip viel verschenktes Potenzial. Denn die Idee Superhelden gegen Xenomorphe antreten zu lassen, gerade wenn sie nicht auf dem Höhepunkt ihrer Fähigkeiten sind, ist eigentlich gut. Nur wird sie von Jonathan Hicks nicht wirklich überzeugend umgesetzt. Ein Ron Marz oder Mark Schultz haben dies mit Batman als Protagonist vor Jahren bereits deutlich besser gemacht. Sie begrenzten die Ausbreitung des Aliens und erhöhten damit die Bedeutung der Bedrohung und ließen wirklich spüren, was auf dem Spiel steht.

Auf Esad Ribic ist hingegen wie immer Verlass. Seine Zeichnungen lassen die Geschichte besser erscheinen, als sie wirklich ist. Engineers und Aliens setzt er perfekt um und bringt sie hervorragend aufs Papier. Ebenso ist das Aussehen der gealterten Superhelden gelungen. Dazu kommen gut inszenierte Actionszenen. Insgesamt erschafft er mit seinen Zeichnungen die perfekte Atmosphäre und er kann viele der inhaltlichen Schwächen übertünchen, aber leider nicht vergessen machen.


Fazit

Aliens vs. Avengers kann sein Versprechen nicht einlösen. Das liegt vor allem daran, dass Jonathan Hicks zu viel will und sich dabei verhaspelt und keine wirklich gute Handlung aufbieten kann. Aliens vs. Avengers sollte episch und einfach spektakulär sein, fühlt sich aber eher klein und wenig spannend an.


Pro & Contra

+ Zeichnungen von Esad Ribic
+ Venom

- will zu viel
- keine wirklich durchdachte Handlung

Bewertung: sterne3

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5