
Verlag: Panini; (September 2025)
Softcover: 144 Seiten; 19 €
ISBN-13: 9783741640278
Genre: Superhelden
Klappentext
Gotham City ohne Batman!
Batman, der Beschützer von Gotham City, ist spurlos verschwunden! Ganz normale Bürger in Batman-Kostümen wollen nun das Verbrechen in den Straßen bekämpfen. Doch die Stadt versinkt in Chaos und Gewalt. Hilfesuchend wendet sich Batmans Butler Alfred an Robin und Barbara Gordon. Währenddessen braut sich im Arkham Asylum weiteres Unheil zusammen: Die Ärzte Dr. Jonathan Crane – Meister der Angst – und die geistig leicht ramponierte Dr. Harleen Quinzel streiten sich um einen prominenten Neuzugang der Klinik …
Die Rückkehr in Tim Burtons Batman-Universum von Drehbuchautor Sam Hamm (Batman: Blind Justice) und Künstler Joe Quinones (Batman ´89) bietet jede Menge spannende Überraschungen!
Rezension
Batman ist seit zwei Jahren nicht mehr gesehen worden und in Gotham City blüht das Verbrechen auf. Ihm stellen sich mehrere, als Batman verkleidete, normale Bürger entgegen, die aber meist von den Kriminellen getötet werden. In der Zwischenzeit weiß auch Alfred nicht, wo Bruce Wayne ist. Nur Robin ist darin eingeweiht, dass Bruce sich unter falschem Namen in Arkham hat einliefern lassen. Denn dort will er dem Mörder von Hugo Strange auf die Spur kommen. Aber das ist leichter gesagt als getan und dann wird alles noch viel komplizierter als Dr. Harleen Quinzel durchdreht und gleich zwei weitere Gegenspieler mit Scarecrow und Ra´s al Ghul auftauchen, die sich über das Angstgas von Scarecrow bekriegen.
Batman 89 - Echos erinnert ein bisschen an Spider-Man 3 von Sam Raimi. Genau wie der Regisseur will Sam Hamm einfach zu viel und stopft den Comic mit viel zu vielen Figuren voll, so dass jegliche Stringenz verloren geht und am Ende nicht mehr genug Raum bleibt. Auf wenigen Seiten bringt Sam Hamm gleich mehrere Handlungsstränge zu Ende, ohne sich ihnen wirklich widmen zu können, wodurch alles sehr sprunghaft ist und nicht wirklich aufgelöst wirkt. Eine emotionale Wirkung kann das Ende dadurch einfach nicht erreichen, weil es wie in einem Rausch an einem vorbeifliegt. Ähnlich war es damals bei Spider-Man 3, der aber wenigstens noch eine versöhnliche Szene zwischen Peter und Harry hatte. Solch eine Szene vermisst man bei Echos.
Wie konfus und sprunghaft alles ist, zeigt sich auch daran, dass es einem recht schwer fällt, die Handlung richtig zusammenzufassen und zu sagen, worum es eigentlich geht. Dafür gibt es einfach zu viele Aspekte und Nebenschauplätze, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Hier wäre es zumindest hilfreich gewesen, nicht auch noch Ra´s al Ghul ins Spiel zu bringen. Aber der musste am Ende auch noch unbedingt reingequetscht werden. Ohne ihn und ein paar andere kleinere Anpassung hätte Echos auf jeden Fall ganz gut werden können. Die Entstehungsgeschichte von Harley Quinn ist wenigstens mal etwas anderes und wirklich gelungen. Sie passt sehr gut zur heutigen Harley Quinn und auch das Auftauchen Catwomans ist hier sinnvoll eingesetzt. Das war es dann aber schon. Denn Sam Hamm hat noch weitere Schurken aus Batmans Galerie im Gepäck, die allesamt leider zu kurz kommen, auch der prominent auf dem Cover platzierte Scarecrow. Hier ist vieles Stückwerk, ein Sammelsurium von Ideen, das von Sam Hamm aber leider nicht vollkommen in Form gebracht wurde. Viele Ideen und Ansätze sind dabei zwar ganz gut, aber das hilft eben nicht, wenn es einfach zu viel ist.
Die Zeichnungen von Joe Quinones sind auf jeden Fall ganz ansehnlich. Die aus den Filmen bekannten Charaktere sehen ihren Schauspielern ähnlich, was gerade bei Catwoman und Batman auffällt und die restlichen gestaltet er ganz im Sinne der Tim Burton-Filme. Leicht ist sich vorzustellen, dass Harley Quinn in einem Batmanfilm des Regisseurs so ausgesehen hätte. Gleiches gilt für Scarecrow und Ra´s al Ghul. Die Actionszenen leiden gerade am Ende etwas darunter, dass Sam Hamm nicht genug Platz für seine Erzählung hat und damit nicht alles richtig und vollständig dargestellt werden kann. Das ist aber nicht dem Zeichner anzukreiden, sondern dem fehlenden Platz. Sowohl inhaltlich als auch von den Zeichnungen her hätten zwei, drei Hefte mehr Batman ´89 – Echos sehr gut getan.
Fazit
Kurz gesagt ist Batman ´89 – Echos einfach zu viel. Zu viele Charaktere, zu viele Ideen und zu viele Handlungsstränge. Sam Hamm übernimmt sich hier deutlich und am Ende geht ihm der Platz aus, um alles schlüssig und ausführlich zusammenzuführen. Hier wäre mehr drin gewesen.
Pro & Contra
+ Harley Quinn
+ Charaktere sehen aus, wie in den Filmen
- zu viele Charaktere
- zu viele Ideen
- Handlung ist unübersichtlich
Bewertung: ![]()
Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Batman ´89:
