
Carlsen (November 2025)
ca. 418 Seiten, 25,00 EUR
ISBN: 978-3-551-80692-5
Genre: Horror, Mystery
Klappentext
Die lieben Verwandten!
Sommerfrische bei der Familie auf dem Land …
Klingt entspannt – gäbe es dort nicht Soichi. Der jüngste Spross des Hauses Tsuji ist leidlich sonderbar, wenn nicht komplett verrückt! Während zwischen seinen Zähnen Zimmermannsnägel knirschen, wirft er mit Verwünschungen um sich und ruft dunkelstes Übel hervor.
Kultfigur Soichi in seinem Element!
Skurriler Horror gespickt mit derbem Humor… und reichlich Nägeln!
Rezension
Die Geschwister Yusuke und Michina fahren in den Sommerferien aufs Land zu Verwandten, zu denen es scheinbar bisher keinen Kontakt gab. Sie werden sehr freundlich dort aufgenommen von ihrer Tante, ihrem Onkel und dem Großvater. Eigentlich verstehen sie sich auch mit ihrem Cousin Koichi und ihrer Cousine Sayuri sehr gut. Es könnten also perfekte Sommerferien werden, wäre da nicht noch der jüngste Sohn der Familie – Soichi. Mit diesem werden sie überhaupt nicht warm. Er verkriecht sich in seinem Zimmer und wenn sie ihn mal sehen, ist er einfach nur gruselig. Er lutscht auf Nägeln herum, wegen Eisenmangel, spricht mit seinen Puppen und faselt davon, er wäre ein Vampir und würde sie verfluchen. Niemand nimmt ihn wirklich ernst, bis seltsame Dinge geschehen und Michina erkennen muss, dass Soichis Flüche dem, was passiert, sehr ähneln. Und nicht nur sie muss das erkennen, auch andere Menschen müssen feststellen, dass Soichi Kräfte zu haben scheint, die sich niemand wirklich erklären kann.
„Soichi – Nägel mit Köpfen“ besteht aus vielen kleinen Geschichten, die nur bedingt zusammenhängen. Dass Yusuke und Michina immer mal wieder auftreten, verbindet diese ein wenig miteinander. Aber ansonsten sind es einfach verschiedene Episoden aus Soichis Leben. Der Manga ist wie ein Buch gebunden und besitzt ein Hardcover. Als Leser mag man Soichi anfangs wie die anderen belächeln, doch immer mehr muss man feststellen, dass er scheinbar tatsächlich übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Man fängt aber an zu hinterfragen, wieso die Eltern ihm nicht Einhalt gebieten. Maximal Koichi versucht seinen jüngeren Bruder in die Schranken zu weisen – hat damit aber nicht wirklich Erfolg.
Es ist eher Glück von Soichis Opfern, dass Soichis Pläne am Ende immer schief gehen, wodurch seine Opfer mit dem Schrecken davon kommen. Obwohl seine anfänglichen Streiche immer heftiger werden und sich von Kapitel zu Kapitel steigern. Genaugenommen ist Soichi brandgefährlich für sich und seine Mitmenschen und sollte dringend gestoppt werden. Das Hauptaugenmerkt liegt komplett auf Soichi selbst, alle anderen scheinen eher Randfiguren in seinem Leben zu sein. Soichi scheint aber keinerlei Entwicklung durchzumachen und auch nichts dazu zu lernen. Er tut, was er möchte und rächt sich an jedem, der seiner Meinung nach gegen ihn ist. Genaugenommen ist er dabei sehr kindisch, was seine Taten fast noch gefährlicher macht, da er absolut gar nicht über Konsequenzen nachdenkt.
Das alles wird von eher durchwachsenen Zeichnungen getragen. Sie wirken einfach, schlicht und an anderer Stellen total übertrieben. Sie sind insgesamt sauber, aber Emotionen werden entweder nicht gut oder wenn, dann nur übertrieben dargestellt. Dafür sind die Hintergründe detailliert ausgearbeitet.
Fazit
Wer gerne Horror ließt, könnte Gefallen an „Soichi – Nägel mit Köpfen“ finden – allerdings darf man hier auch nicht allzu viele Gruseleffekt oder eine große Story erwarten. Es geht mehr um die Darstellung von Horror-Elementen, der Manga ist jedoch kein wahrer Schocker.
Pro & Contra
+ detaillierte Hintergründe
+ saubere Zeichnungen
+ Horror-Elemente
- keinerlei Konsequenzen
- übertrieben dargestellte Emotionen
- keine Charakterentwicklung
Bewertung: ![]()
Handlung: 3/5
Charaktere: 2/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 2/5
