The Petroleum Papers: Inside the Far-Right Conspiracy to Cover Up Climate Change (Geoff Dembicki)

Taschenbuch
Greystone Books (Mai 2024)
256 Seiten, 17,30 EUR
ISBN: 978-1778401794

Genre: Sachbuch, investigativer Journalismus


Klappentext

Burning fossil fuels will cause catastrophic global warming: this is what top American oil executives were told by scientists in 1959. But they ignored that warning. Instead, they developed one of the biggest, most polluting oil sources in the world—the oil sands in Alberta, Canada. As investigative journalist Geoff Dembicki reveals in this explosive book, the decades-long conspiracy to keep the oil sands flowing into the U.S. would turn out to be one of the biggest reasons for the world’s failure to stop the climate crisis.

In The Petroleum Papers, Dembicki draws from confidential oil industry documents to uncover for the first time how companies like Exxon, Koch Industries, and Shell built a global right-wing echo chamber to protect oil sands profits—a misinformation campaign that continues to this day. He also tells the high-stakes stories of people fighting back: a Seattle lawyer who brought down Big Tobacco and is now going after Big Oil, a Filipina activist whose family drowned in a climate disaster, and a former Exxon engineer pushed out for asking hard questions.

With experts now warning we have less than a decade to get global emissions under control, The Petroleum Papers provides a step-by-step account of how we got to this precipice—and the politicians and companies who deserve our blame.


Rezension

„The Petroleum Papers“ konzentriert sich auf die USA und Kanada und dort vor allem auf die besonders umweltschädliche Gewinnung von Rohöl aus Teersand. Von Anfang an kämpften Produzenten und Verarbeiter fossiler Brennstoffe gegen eine stärkere Besteuerung und Regulierung ihres Geschäfts. Und das, obwohl sie selbst Studien in Auftrag gegeben hatten, die schon vor mehr als einem halben Jahrhundert Zusammenhänge zwischen CO₂-Emissionen und Klimawandel belegten, noch lange bevor der Klimawandel es ins öffentliche Bewusstsein schaffte. Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf dem Abbau fossiler Brennstoffe beruhen, haben, so Dembicki, im Verlauf der Jahrzehnte gezielt Zweifel am wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel gestreut und immer wieder die wirtschaftlichen Kosten klimafreundlicher Politik betont.

Dembicki erzählt von vielfachen Verbindungen der Ölindustrie zur politischen Rechten. So weist er auf die religiöse und politische Prägung früher Schlüsselfiguren der Ölförderung aus Teersand hin, aber auch auf die Förderung rechter Thinktanks durch die Ölindustrie, die Kampagnen gegen die Regulierung der Ölindustrie und eine grüne Transformation betrieben haben – zu diesem Zweck seien dutzende Millionen Dollar geflossen. Er zeigt auch Parallelen und Verbindungen zur Tabakindustrie auf, die für ihre Täuschung der Öffentlichkeit über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens erfolgreich auf eine Rekordsumme verklagt wurde.

Das Buch ist zuerst 2022 erschienen und beinhaltet auch eine aktuelle Bestandsaufnahme: In der Gegenwart würden sich Ölfirmen zur Bekämpfung des Klimawandels bekennen, ohne tatsächlich viel dafür zu tun, wie er anhand der Erfahrung eines engagierten Mitarbeiters einer Ölfirma zeigt, dessen kritische Fragen dort nicht gut ankamen. Dembicki kritisiert auch die Trudeau-Regierung in Kanada, die sich progressiv gegeben habe, ohne die in Bezug auf die dortige Ölindustrie nötigen Taten folgen zu lassen.

Die Schlussfolgerung des Buches macht wütend: Hätte die Ölindustrie ihr Wissen über den Klimawandel nicht verborgen und diesen in der Öffentlichkeit mit ihren Kampagnen von einer allgemein anerkannten Tatsache in ein Politikum verwandelt, hätte die Menschheit sehr viel mehr Zeit gehabt, diesem zu begegnen.

Was dies für Menschen – vor allem im globalen Süden – bedeutet, wird durch Joanna Sustento verkörpert, eine philippinische Aktivistin, die durch einen Taifun, die Sorte Extremwetter, die durch die globale Erwärmung verschlimmert wird, ihre Familie verloren hat. Ihre Geschichte bildet eine Klammer um das Buch und gibt Klimafolgen ein tragisches, menschliches Gesicht.

Immer wieder wählt Dembicki einzelne Personen als Schlüsselakteure oder Verkörperungen bestimmter Aspekte aus und zeichnet dafür knappe Portraits von ihnen und ihren Werdegängen. Unterhaltsam sind bizarre Episoden aus der Geschichte der Ölerschließung wie zum Beispiel der Vorschlag, nukleare Explosionen für die Gewinnung von Öl aus Teersand zu nutzen. Allgemein ist das Buch leicht und zugänglich lesbar und stilistisch eher unauffällig.

„The Petroleum Paper“ greift eines der relevantesten Themen unserer Gegenwart auf und zeigt, dass der aktuelle, unzureichende Status des Kampfes gegen den Klimawandel nicht unvermeidlich und politisch bzw. von Lobbygruppen gewollt war.


Fazit

In „The Petroleum Papers“ erzählt Geoff Dembicki die Geschichte der Erschließung von Teersanden in Kanada, der langsamen Entstehung eines öffentlichen Problembewusstseins über den Klimawandel – und davon, wie Ölfirmen und rechte Thinktanks dieses sabotiert und die Menschheit so Jahrzehnte gekostet haben, die für Prävention des Klimawandels hätten genutzt werden können.


 Pro und Contra

+ Relevantes Thema
+ Spannende historische Hintergründe
+ Zeigt dramatische Folgen des Klimawandels

o Nicht jede inkludierte Information super-relevant für das Kernthema

Wertung: 

Aktualität: 5/5
Informationsgehalt: 5/5
Verständlichkeit: 5/5
Preis-Leistung: 3/5

Tags: Klimawandel