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Richard Schwartz (23.12.2009)
Geschrieben von Dennis / Judith
Mittwoch, der 23. Dezember 2009
Interview mit Richard Schwartz

Literatopia: Hallo Richard! Es freut uns, dass Du Dir Zeit für ein Interview nimmst. Wer bist Du und in welchen Genres bist Du unterwegs?

Richard Schwartz: Wer ich bin? Die kleine Antwort ist: Eine Leseratte. In welchen Genres ich schreibe? Fantasy, SF, Krimi und Thriller, Romances habe ich bisher ausgleassen. :)

Literatopia: Bei Piper Fantasy sind bisher 5 Teile von „Das Geheimnis von Askir“ erschienen. Worum geht es in dieser Reihe? Und inwiefern hängen die einzelnen Teile der Reihe zusammen? Muss man beispielsweise die Vorgänger alle gelesen haben, um mit „Die Feuerinseln“ etwas anfangen zu können?

Richard Schwartz: Worum geht es? Irgendwann in der Vergangenheit geschah etwas, das nicht hätte geschehen dürfen und brachte die Geschichte vom vorbestimmten Pfad ab. Nun geht es darum, diesen Fehler zu korrigieren und zu verhindern, dass ein lange besiegter Gott wieder erwacht...

Die Eule kann man, denke ich, solo lesen, für die anderen Bände braucht es meiner Meinung nach die Vorgängerbände, da ich meist nicht rekapituliere, was bereits geschah.

Literatopia: Die orientalisch anmutenden Schauplätze scheinen Dir besonderes Vergnügen zu bereiten. Hast Du eine besondere Beziehung zu diesem Kulturkreis? Eine besondere Reise zum Beispiel? Hast Du in dieser Richtung recherchiert oder entspringt das alles mehr oder weniger Deiner Phantasie?

Richard Schwartz: Reiseberichte aus dem späten 19 Jahrhundert boten mir hier die Inspiration, und ich habe etwas Schrift Recherche betrieben, im Orient war ich noch nicht, doch das steht auf der Liste.

Literatopia: Im Mai 2009 ist „Die Eule von Askir“ erschienen, gehört aber nicht direkt zur Reihe. Wie ist es dazu gekommen, dass Du diese Auskopplung geschrieben hast? War „Die Eule von Askir“ ursprünglich als fünfter Teil geplant und hat sich dann einfach anders entwickelt?

Richard Schwartz: Nein. Die stringente Ich-Perspektive Havalds erlaubte nicht, andere wesentliche Handlungsstränge darzustellen. Die Eule diente also zum besseren Gesamtverständnis.
Und sollte solo stehen können.

Literatopia: Mit Havald hast Du sicherlich einen Publikumsliebling geschaffen, trotz seiner Ecken und Kanten. Wie viel Havald steckt in Dir selbst? Inwieweit decken sich seine Wertvorstellungen mit Deinen?

Richard Schwartz: Das werde ich immer wieder gefragt... Natürlich ist etwas von mir in Havald, aber es ist nicht viel… sein Regelsystem ist anders... er neigt dazu Probleme 'endgültig' zu lösen, dort zumindest unterscheiden wir uns :)

Literatopia: Welchen Charakter neben Havald hast Du besonders ins Herz geschlossen? Und Warum?

Richard Schwartz: Zokora... ich mag ihre trockene Art und, dass sie wenig Geduld für Firlefanz besitzt. Sie würde so ganz und gar nicht in unsere Welt und in die Schlange am Supermarkt passen :)

Literatopia: Haben Deine Charaktere reale Vorbilder, zum Beispiel aus Freundeskreis oder Familie? Wenn ja: Wer hat Dich zu Zokora inspiriert?

Richard Schwartz: Die meisten Charaktere sind aus dem Freundes Umfeld abgekupfert. Zokora ist eine Kombination von einem Rollenspielcharakter eines Freundes und ein paar Wesenszügen einer Freundin.

Literatopia: In Deinen Büchern ergeben sich immer wieder witzige Situationen und Dialoge zwischen den verschiedensten Figuren. Verarbeitest Du damit auch reale Erfahrungen? Erlebst Du beispielsweise manchmal Situationen, bei denen Du sofort denkst „Das muss ich unbedingt in mein Buch einbringen“?

Richard Schwartz: Nein. Aber später, beim Schreiben erinnere ich mich an ähnliche Situationen... meist mit einem Schmunzeln.

Literatopia: Als Du Dich entschieden hast, etwas veröffentlichen zu wollen – hat sich die Verlagssuche schwierig gestaltet oder hast Du sozusagen einen Glückstreffer gelandet? Bist Du direkt zu Piper Fantasy gekommen oder hast Du einige Umwege genommen?

Richard Schwartz: Nun, eigentlich sollte zuerst ein Thriller herauskommen, für den fand sich aber lange kein Käufer. Im Gespräch mit meinem Agenten nahm ich den Mund zu voll und sagte, wenn er etwas anderes wolle, könnte ich auch Fantasy schreiben... und gab vollmundig an, ich könne ihm einen Fantasy Roman in zwei Wochen schreiben. Es wurden dann zehn Tage, aber nur, weil der Roman schon seit Jahren im Kopf 'auf Halde' lag und sich fast von selbst schrieb. Den legte mein Agent dann vor ... und fand dann tatsächlich auf Anhieb Piper als Interessenten, ein echter Glückstreffer für mich, denn ich bin mit Piper sehr zufrieden.

Literatopia: Inwiefern ist Recherche für Deine Romane notwendig? Recherchierst Du z.B. in historischen Quellen, um Deine Geschichten authentisch zu machen? Oder stammt das meiste Wissen aus Deiner Rollenspielerfahrung?

Richard Schwartz: Wie soll Rollenspielerfahrung zu Recherche dienen? Nein, ich löse das Problem über Textrecherche, Reisebücher, Historien, Doktorarbeiten ... und irgendwann, wenn das Geld mal dafür da sein sollte, wird auch Recherche vor Ort geben.

Literatopia: Warum veröffentlichst Du unter dem Pseudonym „Richard Schwartz“ und nicht unter Deinem richtigen Namen? Und welche Vorzüge hat Deiner Meinung nach ein Pseudonym?

Richard Schwartz: Nach gängiger Vertriebstheorie ist es wohl besser, in unterschiedlichen Genres unterschiedliche Pseudonyme zu verwenden. Andere Verlage wollten 'eigene' Autorennamen, die sonst nirgends auftauchten... so kam es dann ja auch.

Literatopia: Die Lieblingsfrage, die man einem Autor beim ersten Interview mit ihm einfach stellen muss: Wann und warum hast Du mit dem Schreiben angefangen?

Richard Schwartz: Ich habe schon als kleines Kind meine Eltern damit zu Verzweiflung getrieben, dass ich auf einer alten Schreibmaschine herumgehackt habe. Es hat mir einfach Spaß bereitet, auch wenn es wegen meiner heftigen Legasthenie niemand lesen konnte.

Literatopia: Findest Du eigentlich noch Zeit zum Lesen? Was liest Du gerne? Auch eher Phantastik oder ganz andere Genres? Und beeinflussen Romane, die Du während der Arbeit an einem Roman, Deinen Stil?

Richard Schwartz: Ich komme kaum noch zum Lesen, gerade weil es mich beeinflussen würde, etwas anderes zu lesen, während ich den Kopf mit meinem eigenen Buch voll habe. Wenn ich aber Zeit zum Lesen habe, dann lese ich alles, was mir vor die Flinte kommt... ich lese Krimis genau so gerne wie Biographien, Historien oder SF...

Literatopia: Was kommt nach „Das Geheimnis von Askir – Die Feuerinseln“? Geht die Reihe noch einige Bände lang weiter oder planst Du bereits eine neue Reihe?

Richard Schwartz: Das Geheimnis um Askir wird mit Band 6 'Der Kronrat' gelüftet und findet dort thematisch einen Abschluss. Allerdings geht das Geschehen dann mit dem Zyklus 'Der Krieg der Götter' weiter, der sich nahtlos anschließen wird. Nur wird Havald und seine Ich-Perspektive erst im letzten Band wieder auftauchen... aber der aufmerksame Leser wird in den Folgebänden von ihm 'hören' oder ihn vielleicht das eine oder andere mal 'sehen' können. Zudem werde ich die Welt von Askir verlassen und hier und da einzelstehende Bücher schreiben.

Literatopia: Vielen Dank für das Interview!


Leserfragen

Leserfrage: Wie kommst Du auf die Namen Deiner Charaktere, Orte usw.? Orientierst Du dich an einem gewissen Stil am Vorbild realer oder ehemalig realer Kulturen (Germanen, Wikinger, alte Römer, etc.) oder entscheidest Du aus dem Bauch heraus: „Die heißt so! Die Welt nenne ich so!“? Oder vermischst Du vielleicht Namen von beispielsweise Familienmitgliedern und verfremdest die?

Richard Schwartz: Ich entscheide aus dem Bauch heraus, tatsächlich fällt es mir leicht, Namen auszudenken. Irgendwie kommen mit den Namen auch dei Charaktere, Zokora zb. musste Zokora heißen :)

Leserfrage: Wie bist Du dazu gekommen, „Das Geheimnis von Askir“ zu schreiben? Hat Dich die Geschichte sozusagen überrannt oder hast Du Dir bewusst Pläne gemacht?
und
Leserfrage: Wie ist die phantastische Welt aus „Das Geheimnis von Askir“ entstanden?

Richard Schwartz: Die Welt war für eine Rollenspielkampagne ausgearbeitet, also hatte ich einen Spielplatz
für Havald. Die Geschichte von Havald wurde nie gespielt, stellte in ihren Grundzügen allerdings den Hintergrund für das Rollenspiel. Also war sie mehr oder weniger in meinem Hinterkopf parat... ich brauchte sie nur noch zu schreiben.
Wobei es zwei Geschichten sind... die vor ca. siebenhundert Jahren ihren Anfang nahmen...
Leserfrage: Hast Du viel Kontakt zu anderen Fantasyautoren? Liest Du auch viel von Kollegen, mit denen Du Kontakt hast?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich kaum deutsche Fantasy lese, ich ziehe englische Autoren vor. Anderen Kollegen läuft man mal über den Weg, aber zu Zeit lebe ich eher zurückgezogen.

Leserfrage: Gab es bei Dir schon mal aufsässige Charaktere, die die Geschichte mehr behinderten, als förderten? Charaktere (Pro - und Antagonisten), die im Kopf / in den Vorstellungen sich in den Vordergrund drängten und rebellierten? Wenn ja: wie hast Du das Problem dann gelöst?

Richard Schwartz: Aber ja! Ich habe ständig das Problem, dass sie anders wollen als ich! Sie diskutieren und argumentieren mit mir! 'Du weisst, dass ich das NIE so machen würde!'
Letztlich hilft oft nur brachiale Gewaltanwendung und Löschen bis zum Anfang der Rebellion. :)
Oder ich lass ihnen ihren Kopf... was oftmals die lebendigsten Szenen ergibt.
Manche weigern sich dann auch, in einer Nebenrolle zu verbleiben... wie Varosch zB.

Leserfrage: Wie lautete die Leserkritik, über die Du Dich bislang am meisten geärgert / gefreut hast?

Richard Schwartz: Kritik die mich verärgert?
Das Buch war eigentlich ganz toll, war aber nicht das, was ich erwartet habe, ist deshalb also doch Mist!
Oder die Beschwerden der Tolkienfraktion über die Elfen, Zwerge und Orks in meinen Büchern und dass es nicht HdR ist... oder dort abgekupfert, oder doch nicht!

Btw. In meinen Büchern gibt es langlebige Menschen, die man Elfen nennt... und vertikal geforderte (kurze) Menschen, die man als Zwerge bezeichnet. Das Wort Ork war ein Fehler! Es gibt KEINE Orks in meinen Büchern! :P

Zu schätzen weiß ich konstruktive Kritik (von der gibts reichlich :) ) und natürlich freut es mich sehr, wenn mir jemand sagt, es hätte ihm/ihr Freude bereitet, die Bücher zu lesen.


Rezension zu "Das Geheimnis von Askir 1-4"

Rezension zu "Die Feuerinseln - Das Gehemnis von Askir 5"

Rezension zu "Der Kronrat - Das Geheimnis von Askir 6"


Dieses Interview wurde von Dennis Kock und Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 06. Mai 2010
 

Kommentare  

#5 OrksThalak 2014-01-22 14:15
Schade hatte mich schon auf meine persönlich Armee aus ihnen gefreut ;-)
#4 HavaldMarc Niklaus 2010-05-25 10:39
ich bin auch ein grosser Fan der ASKIR-Reihe - muss aber sagen, dass der Abgang von Havald etwas gar kurz geraten ist. Fazit: Alles gut nur eben die letzten Seiten waren sehr enttäuschend.
#3 Danke für das InterviewRuna 2010-03-24 10:32
Danke für das Interview. Ich würde mich freuen noch mehr von Richard Schwartz zu lesen, denn seine Reihe "Das Geheimnis von Askir" war das Beste was ich seit langem gelesen habe.
Vielleicht würde ich sogar mal einen Krimi lesen, was ich sonst nicht tue, wenn er von Richard Schwartz geschrieben wurde. Die Frage ist unter welchem Pseudonym wird er ihn veröffentlichen.

lg Runa
#2 Wer wird es sein?Fan89 2010-03-20 17:16
Können sie schon veraten ob und wen sie im Der Krieg der Götter in den Mittelpunkt der Geschichte stellen oder kurz gesagt wer wird der nächste Havald?
#1 HavaldThorsten Fleßner 2010-03-18 21:46
Ich bin ein großer Fan der Askir-Reihe, auch wenn ich dèn `Krieg der Götter´Zyklus kaufen und sicher meinen Spaß daran haben werde, stimmt es mich nun ein wenig missmutig und traurig das Havald erst im letzten Band wieder mit seiner einmaligen Art und Weise uns nach Askir entführen wird.
Obwohl ich es gut verstehen kann daich jetzt den 6 band zu Ende gelesen habe.

mfg Thorsten Fleßner

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