Die Morde des Herrn A.B.C. (Agatha Christie, Frédéric Brémaud, Alberto Zanon)

morde des herrn abc

Verlag: Carlsen; (September 2025)
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten; 20 €
ISBN-13: 978-3-551-80744-1

Genre: Krimi


Klappentext

In einem mysteriösen Brief wird ein Mord angekündigt, und Hercule Poirot kann diesen nicht verhindern. Dann folgt ein zweiter Brief. Wieder geschieht ein Verbrechen. Die Morde scheinen einem Muster zu folgen – den Buchstaben des Alphabets. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und der einzige Hinweis ist ein Zugfahrplan. Wieder einmal muss Poirot all seine kleinen grauen Zellen einsetzen, um den Fall zu lösen.

Agatha Christie (1890-1976) schuf in ihrem ersten Kriminalroman die Figur des Hercule Poirot und hatte damit sofort Erfolg. Die „Queen of Crime“ schrieb 66 Kriminalromane und 14 Kurzgeschichtensammlungen, die in rund 100 Sprachen übersetzt und bis heute über zwei Milliarden Mal verkauft wurden.

„Die Morde des Herrn A.B.C.“ ist ihr 18. Kriminalroman.


Rezension

Arthur Hastings wird nach seiner Rückkehr aus Südafrika von seinem alten Freund Hercule Poirot in dessen Wohnung eingeladen. Dort zeigt ihm der ehemalige Detektiv einen Brief, in dem ihm ein Verbrechen angekündigt wird und er dazu aufgefordert wird, dieses zu verhindern oder es aufzuklären. Unterschrieben ist der Brief mit A.B.C.. Tatsächlich geschieht am besagten Datum ein Mord und es bleibt nicht bei diesem einen. Poirot erhält weitere Briefe und immer scheint er einen Schritt hinter dem Täter zu sein. Doch dann fällt ihm etwas auf, das seine kleinen grauen Zellen auf Touren bringt.

Die Morde des Herrn A.B.C. hat alles, was ein richtig spannender Krimi braucht und ist ein wahres Musterbeispiel, wie klever und intelligent ein Fall aufgebaut werden kann, ohne das zu viel oder zu wenig verraten wird. Am Ende fragt sich der Leser, warum er nicht selbst auf die Lösung gekommen ist – und genauso soll es auch sein. Agatha Christie hat mit diesem Fall Hercule Poirots bewiesen, warum sie nach wie vor die Queen of Crime ist und noch lange bleiben wird. Denn was ihn so zeitlos macht, ist die Konzentration auf die Ermittlungen, auf die Gedankengänge Hercule Poirots und dass sie ihren Meisterdetektiv auch zunächst scheitern lässt, da der Mörder einen wirklich perfiden Plan verfolgt. Dazu kommen noch mehrere überraschende Wendungen und Die Morde des Herrn A.B.C. werden zu einer äußerst spannenden und faszinierenden Angelegenheit, bei der die Zeit der Handlung praktisch keine Rolle spielt. Bereits die Times schloss ihre Rezension 1936 damals mit den Worten „If Mrs. Christie ever deserts fiction for crime, she will be very dangerous: no one but Poirot will catch her.“ Und diesem Fazit lässt sich eigentlich nichts hinzufügen.

Aber wie hat Frédéric Brémaud den Roman adaptiert? Hat er es geschafft, die Spannung zu erhalten?
Mit einem Wort: Ja! Frédéric Brémaud hat die Handlung für den Comic nicht verändert, sondern verdichtet und geschickt in seiner Struktur aufgebaut. Er kommt immer wieder zu dem Hauptverdächtigen, ohne dass zunächst klar ist, wer dieser überhaupt ist und was genau er mit dem Fall zu tun hat. Als er sich dann am Ende Hercule Poirot gegenübersieht, hat man bereits genug über ihn erfahren, um Hercule Poirots Reaktion nachvollziehen zu können. Die den Fall bestimmenden Wendungen bringt er gut ein, die Dialoge sind auf den Punkt und so ist dies eine wirklich dem Roman würdige Umsetzung. Besser kann es eigentlich nicht mehr gemacht werden.

Alberto Zanon saß dieses Mal am Zeichenbrett und seine Zeichnungen geben dem Fall den passenden Rahmen und sind atmosphärisch ideal. Er fängt den Charakter Hercule Poirots in seiner Gestalt ein und auch die anderen Charaktere gestaltet er hinsichtlich ihres Hintergrundes ideal. Gerade bei dem Hauptverdächtigen fängt er dessen innere Zerrissenheit ein, so dass Agatha Christies Handlung und Frédéric Brémauds Bearbeitung bestmöglich in Szene gesetzt sind.


Fazit

Die Morde des Herrn A.B.C. ist einer der besten Romane Agatha Christies und die Bearbeitung durch Frédéric Brémaud und Alberto Zanon kann praktisch als Idealfall angesehen werden. Der Fall behält seine Spannung und die Charaktere ihre Identität.


Pro & Contra

+ spannend
+ überraschende Wendungen
+ nahezu ideal umgesetzt

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln über Hercule Poirot:

Rezension zu Tod auf dem Nil (Comic)
Rezension zu Hercule Poirots Weihnachten
Rezension zu Die Morde des Herrn A.B.C. (Roman)

Tags: Krimi, Klassiker;