
Hayabusa (Dezember 2025)
ca. 208 Seiten, 8,00 EUR
ISBN: 978-3-551-80647-5
Genre: Fantasy, Shonen-Ai
Klappentext
„Wenn mein Leben ohnehin sinnlos ist, wo ich auch bin…“ Von alters her erzählt man sich die Geschichte vom Drachen im Frostgebirge. Und auch wenn dieser inzwischen nicht mehr als eine Legende ist, erfordert es die Tradition des Dorfes, dass alle zwanzig Jahre ein Mensch als „Braut des Drachen“ geopfert wird. Diesmal stellt sich jedoch ein junger Mann namens Rita bereitwillig zur Verfügung. Weder hat er im Dorf einen Platz für sich gefunden, noch möchte er seiner Familie länger zur Last fallen.
Als Rita kurz nach seinem Aufbruch in einem Schneesturm zu erfrieren droht, rettet ihn Ignat, ein Drache in Menschengestalt.
Der Gerettete ist hellauf begeistert, dass der Drache existiert und er nun seine Aufgabe als Braut erfüllen kann. Ignat weist ihn hingegen mit den Worten ab, dass er keine Braut will. Doch Rita ist fest entschlossen und er verfolgt sein Ziel noch hartnäckiger, als er von dem geheimen Ritual erfährt, wie ein Mensch zum Drachen werden kann… Schweigsamer Drache trifft auf mutigen Außenseiter: Eine fantastische Boys-Love-Geschichte, die selbst gefrorene Herzen heilt!
Rezension
Früher gab es Drachen, so erzählt man sich. Heute sieht man keine mehr von ihnen. Trotzdem gibt es ein Dorf, das weiter an dieser Tradition festhält. Früher hatten Mitglieder aus dem Dorf einen Drachen getötet. Der Partner des Drachen hatte darauf bitter Rache genommen. Nur weil ein junges, wunderschönes Mädchen sich damals geopfert hatte und einwilligte, die Braut des Drachen zu werden, wurden die restlichen Menschen verschont. Seitdem wird alle 20 Jahre eine Braut für den Drachen geschickt. Die Tradition nimmt dabei keine Rücksicht darauf, ob diese Braut männlich oder weiblich ist. Klar ist nur, wer als Braut gegangen ist, darf nie mehr in das Dorf zurückkehren.
Nun ist es wieder so weit und eine Braut muss gefunden werden. Der mutige Rita meldet sich bereitwillig für diese Aufgabe. Eine eigene Familie hat er nicht mehr im Dorf und die Menschen, die ihn aufgenommen hatten, litten durch seine Existenz. Er war immer ein Aussätziger im Dorf gewesen, wegen der Male in seinem Gesicht, die man für einen Fluch hielt. Nun endlich sieht er eine Aufgabe für sich und so verlässt er bereitwillig das Dorf in der Erwartung, niemals einen lebenden Drachen anzutreffen.
Ein heftiger Schneesturm fordert fast Ritas Leben, doch ein Mann, der nicht komplett menschlich wirkt, rettet ihn. Schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei um den Drachen des Frostgebirges handelt, Ignat. Rita ist erleichtert, den Drachen gefunden zu haben und seine Aufgabe erfüllen zu können. Ignat aber macht klar, dass er keine Braut möchte und schickt Rita fort. Das kommt für Rita aber nicht in Frage, immerhin ist dies seine einzige Chance eine Aufgabe im Leben zu haben!
Ignat möchte ihn eigentlich eher abschrecken, als er erzählt, dass Menschen die Verbindung mit einem Drachen nicht überleben. Nur eine Umwandlung in einen Drachen könnte sie davor schützen, doch diese würde so gut wie nie erfolgreich enden. Auch daran starben die meisten Menschen. Nur Ignats Mutter hatte die Umwandlung von einem Menschen in einen Drachen überlebt. Doch Rita lässt sich davon nicht abschrecken, im Gegenteil – er führt die Zeremonie der Umwandlung selbst durch und kämpft schwer mit den Auswirkungen. Auf keinen Fall darf er seine Aufgabe verlieren, er muss unbedingt die Braut des Drachen werden – was hätte er sonst im Leben?
„Bride of Ignat“ erzählt die Geschichte auf sehr ruhige Art. Es ist kaum Tempo in der Story, was sehr angenehm ist. Fast könnte man übersehen, dass es sich hier um einen Shonen-Ai handelt. Anfangs wird man als Leser auch in die Irre geführt, da nicht direkt ersichtlich ist, dass Rita ein Junge ist. Die Charaktere bekommen viel Raum sich zu entfalten und kennenzulernen. Der Leser wird durch die Vergangenheit der beiden geführt und erkennt, was sie dazu getrieben hat, ihre heutigen Wege zu gehen. Und doch bleiben noch einige Fragen offen, die der Leser in den folgenden Bänden entdecken möchte.
Ritas Geschichte wird sehr stark darauf aufgebaut, dass er alleine ist und für alle eine Last, die niemand tragen möchte. Doch immer wieder wird deutlich, dass er auch früher nicht so alleine war, wie er selbst das empfunden hatte. Eventuell gehört das zu etwas, das Rita lernen wird mit der Zeit, aber im ersten Band bleibt das noch vollkommen offen. Ignat trägt seinen ganz eigenen Schmerz, der den Leser sich fragen lässt, ob Rita ihm wirklich die beste Lösung bietet? Oder nur eine vorübergehende Linderung, die neuen Schmerz mit sich bringt? Auch wird bisher nicht darauf eingegangen, ob eine männliche Braut denn alles erfüllen kann, was eine weibliche mitbringen würde …
Die Darstellung des halb menschlich, halb drachenartigen Ignat ist sehr schön umgesetzt. Insgesamt sind die Zeichnungen sehr sauber und detailliert dargestellt. Sie fangen die Ruhe der Geschichte sehr gut ein. Durch den vielen Schnee, in dem sie leben, wirkt alles ruhig und friedlich, fast unberührt. Besonders Ritas Kleidung und Schmuck sind mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Die Gefühle werden wunderbar transportiert und kommen direkt beim Leser an.
Fazit
„Bride of Ignat“ ist ein ruhiger Fantasymanga mit einer sanften Liebesgeschichte, der neugierig auf die Fortsetzung macht.
Pro & Contra
+ entschleunigte, ruhige Geschichte
+ guter Charakteraufbau
+ schöne Zeichnungen
o teilweise noch undurchsichtige Entscheidungen
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5
