Das Reich ohne Namen Bd.3 – 3. Akt (Herik Hanna, Redec, Lou)

Reich ohne Namen 03

Verlag: Splitter; (Oktober 2025)
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten; 19,80 €
ISBN-13: 978-3-98721-404-2

Genre: Tierfantasy


Klappentext

Betrachtet ihr unheilvolles Zeichen
und höret, Majestät …
das Kaiserreich pocht an Eure Pforte.


Rezension

Der junge König liegt faul im Bett, während für ihn blutige Schlachten geschlagen werden und die Welt im Aufruhr ist. Es sieht zwar so aus, als würde alles für das Reich des Löwen gut laufen und bald Ruhe einkehren, aber im Hintergrund bildet sich Widerstand und seine Feinde sind bereit zurückzuschlagen. Zunächst jedoch steht eine mögliche Heirat mit der Tochter des Kaisers an, die auf diplomatischen Wege in Aussicht gestellt wird. Aber ist dies auch ernst gemeint? Denn dieses Angebot könnte durchaus vergiftet sein. Bald stellt sich die Frage, wer wem treu ist. Und der Hirsch-Troubadour ist mitten drin, denn er ist mehr als ein bloßer Musiker und Dichter, viel mehr.

Zwei großartige Bände von Das Reich ohne Namen, welches geradezu shakespearsche Ausmaße besitzt, sind bereits erschienen. Nun also folgt der Abschlussband von Herik Hannas Drama über ein Königreich ohne Namen, in dem ein junger Löwe seinen Vater beerbt hat und ein Land im Aufruhr regiert.
Herik Hanna schließt diese Geschichte nun mit dem 3. Akt ab - und wie!
Immer wenn man denkt, Herik Hanna könne einen in diesem Comic nicht mehr auf dem falschen Fuß erwischen, findet er einen Weg. Nichts ist in Das Reich ohne Namen sicher, außer der Unsicherheit und nichts zu wissen. Wie sich nun in diesem Band offenbart, weiß selbst der junge Löwenkönig nicht, was wirklich vor sich geht, obwohl er alles zu seinen Gunsten zu entscheiden scheint und auch der Illusion unterliegt, die Fäden fest in der Hand zu halten.
Doch vieles von dem, das als sicher gilt, ist es eben nicht. Loyalitäten wechseln oder waren schon immer anders und Freunde werden allzu leicht zu Feinden. Herik Hanna schreibt dies extrem gut, bringt gleich mehrere Wendungen ein und lehnt sich gerade mit dem Ende in seiner Tragik an Shakespeare an.
Und damit ist auch der Hauptunterschied zu Serien, wie Die 5 Reiche genannt. Herik Hanna konzentriert sich auf die Tragik und das Drama der Charaktere. Er arbeitet sie wunderbar heraus und führt ihre Entwicklungen konsequent zu einem Ende. Insbesondere der junge König ist hier die große tragische Figur, denn sein Weg konnte in der Nachbetrachtung nur auf die Weise enden, wie er es tut, eine wirkliche Wahl hatte er nie. Und Herik Hanna gestaltet die letzte Szene mit dem Löwen großartig, effektiv und Gänsehaut verursachend.
Die anderen Charaktere vergisst Herik Hanna ebenso wenig und mit dem Hirsch definiert er einen Charakter neu und doch so, dass es nach wie vor zu seinem Verhalten in den Vorgängeralben perfekt passt. Und im Prinzip könnte man jetzt noch alle anderen Charaktere aufzählen, aber das Fazit bliebe immer gleich. Jede einzelne Person in einer wichtigen Rolle bekommt genug Zeit, sich weiterzuentwickeln und zu zeigen, wer sie im Kern ist.
Dazu kommt noch eine Handlung, die das Drama forciert, zu überraschen weiß und einfach sehr gut aufgebaut wurde. Wenn das Ende erreicht ist, scheint es wirklich das richtige Ende zu sein, welches sich aus dem Handlungsverlauf ergeben musste.

Redec steigert sich ein weiteres Mal, und seine Zeichnungen sind endgültig so gut, dass kaum vorbestellbar ist, bessere für diese Geschichte zu finden. Sein Stil erinnert nach wie vor an Disney, die Brutalität in ihnen allerdings nicht und genau das passt so gut zu Das Reich ohne Namen. Die Handlung wird dadurch umso wirkungsvoller, in ihrer brutalen Konsequenz. Und gerade die letzten Seiten sind beim Betrachten ein Genuss.


Fazit

Mit einem furiosen Abschlussband, in dem sich die Ereignisse überschlagen, die Charaktere noch einmal alle ihre Facetten zeigen dürfen und alles ein epischen Ende findet, verabschiedet sich Herik Hanna von Das Reich ohne Namen. Redec begleitet ihn bei diesem letzten Akt nicht minder gut. Seine Bilder sind hierfür perfekt.


Pro & Contra

+ Wendungen
+ großes Drama
+ Zeichnungen
+ geschliffene Dialoge
+ wohldosierte Humor, durch zwei spezielle Nebencharaktere
+ perfektes Ende

Bewertung: sterne5

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Das Reich ohne Namen:

Rezension zu Das Reich ohne Namen Bd.1
Rezension zu Das Reich ohne Namen Bd.2
Rezension zu Das Reich ohne Namen Bd.3

Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Herik Hanna:

Rezension zu 7 Detektive: Miss Crumble
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