Elfies Zauberbuch Bd.3 – Der Lebkuchen-Schlamassel (Arleston, Audrey Alwett, Mini Ludvin)

Elfies Zauberbuch 03

Verlag: Splitter; (Juli 2024)
Gebundene Ausgabe: Seiten; 17,95 €
ISBN-13: 978-3-96792-794-8

Genre: Abenteuer/ Fantasy/ Kindercomic


Klappentext

Kurz vor Weihnachten stranden Elfie und ihre Schwestern mit ihrem Bücherbus im Elsass. Zum ersten Mal überhaupt teilt Elfie ihr Geheimnis: Faustine, die Tochter der Dorfbäckerin, kann nämlich auch zaubern!
Doch Faustine ist vor allem eine wandelnde Katastrophe, die sich in die unmöglichsten Situationen bringt und dauernd auf Elfies Hilfe angewiesen ist.

Und zwischen einem Schneesturm und einem Angriff von Lebkuchenmännchen kommt Elfie zudem einem Familiengeheimnis aus dem Zweiten Weltkrieg auf die Spur …

Eine so lebhafte wie leckere Vorweihnachtsgeschichte, die auch mit den Geistern der Vergangenheit versöhnt.


Rezension

In der Nähe von Streuselheim bleiben Elfie und ihre Schwestern Magda und Luna mit ihrem Bus liegen. Das ist ein Glücksfall, wie sich herausstellt. Denn so lernt Elfie Faustine und ihre Mutter, die Dorfbäckerin, kennen. Beide sind ebenfalls Hexen und Elfie genießt es, sich nicht immer verstellen zu müssen. Wäre Faustine nur nicht so chaotisch. Ständig muss Elfie ihr aus der Patsche helfen. Und als sie dann gemeinsam versuchen, Faustines neuestes Missgeschickt mit Hilfe von Faustines Vertrauten, einem Lebkuchenmännchen namens Mikonji, zu korrigieren, gerät alles vollkommen außer Kontrolle und das kleine Örtchen wird von aggressiven Lebkuchenmännchen geradezu überschwemmt, die alle, die sie beißen ebenfalls in Lebkuchenmännchen verwandeln. Und das ist nicht das einzige Problem von Streuselheim. Da es nur noch wenige Kinder im Ort gibt, soll die Schule geschlossen werden. Währenddessen freundet sich Luna mit Lorenz an, dessen Eltern ein Weingut besitzen, das ein Geheimnis verbirgt, das bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht und zumindest eins der Probleme von Streuselheim lösen könnte.

Mit dem dritten Band über Elfie und ihre Schwestern, Der Lebkuchen-Schlamassel, traut sich das Autorenteam bestehend aus Christophe Arleston und Audrey Alwett etwas mehr als sonst. Denn wäre die Bedrohung nicht in Form von Lebkuchenmännchen präsent, sondern durch auferstandene Tote, dann wäre Elfies neuestes Abenteuer eindeutig dem Horrorgenre zuzuordnen. Aber dies ist ein Comic der sich an Kinder richtet und wie bereits Peyo einst bei den Schlümpfen bereiten sie den Horroraspekt der Geschichte so auf, dass er für Kinder nicht wirklich bedrohlich und nur ein klein wenig gruselig wirkt. Wobei die Schlümpfe damals sogar etwas gruseliger waren.
Dabei hilft natürlich, dass die Lebkuchenmännchen ganz niedlich sind und sie eben nicht durch Gewalt besiegt werden, sondern durch Freundlichkeit und Empathie, wodurch die Geschichte auch gleich eine schöne Moral besitzt. Eltern müssen also nicht befürchten, dass ihre Kinder beim Lesen traumatisiert werden. Der Comic ist wie auch alle anderen Bänden von Elfies Zauberbuch sehr gut für Kinder geeignet. Das liegt zu einem gewissen Teil an dem Humor, der den ganzen Band durchzieht und selbst dann noch vorhanden ist, wenn die Lebkuchenmännchen ihren Aufstand wagen. Für die lustige Seite von Der Lebkuchen-Schlamassel ist Faustine vor allem zuständig, die immer wieder für Chaos sorgt und damit auch sympathisch bleibt, auch wenn sie wirklich einen Fehler macht. Der Comic ist trotz des spannenden Endes nach wie vor leichtherzig und charmant.
Neben Elfies und Faustines Handlungsstrang, geschehen aber auch noch andere Dinge im Hintergrund, die locker in Verbindung stehen. Ganz am Rande streifen die Autoren damit ein schwieriges Thema in der Nachkriegsgeschichte Frankreichs. Das wird behutsam aufgearbeitet und hauptsächlich nur erwähnt, aber es könnte bei Kindern zu Fragen führen. Und das ist in diesem Fall sehr gut.
Da dieser Band viel an Handlung bietet und diese sogar etwas gruselig ist, ist es umso wichtiger einen versöhnlichen Abschluss zu haben und den legen Christophe Arleston und Aubrey Alwett auf jeden Fall vor. Die Schlussszenen sind einfach herzerwärmend und sorgen definitiv für Wohlfühlmomente. Der Lebkuchen-Schlamassel ist der bisher beste Band in der Reihe und es wird schwierig werden ihn zu übertreffen.

Die Zeichnungen sind selbstverständlich erneut von Mini Ludvin. Sie erweckt Elfies Welt mit ihren detailreichen und zauberhaften Zeichnungen gekonnt zum Leben. Sie hat die Fähigkeit, die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor perfekt zu halten. Das ist gerade in den etwas gruseligen Szenen wichtig und das gelingt ihr hier, in dem sie die Lebkuchenmännchen trotz allem niedlich erscheinen lässt und humorvoll inszeniert. Mini Ludvins Zeichnungen sind phantasievoll und äußerst lebendig. Dazu trägt auch Hélène Lenoble mit ihrer farbenfrohen Kolorierung bei, die ein großartiges Gefühl für Farben und ihren Einsatz besitzt.


Fazit

Elfie erlebt in Streuselheim ihr bisher bestes Abenteuer. Dies liegt vor allem an der Mischung aus Humor, ernsteren Themen, die kindgerecht umgesetzt werden, und den von Grund auf sympathischen Charakteren, die in Der Lebkuchen-Schlamassel auf eine richtig spannende Handlung treffen.


Pro & Contra

+ Elfies Storch
+ Humor
+ Zeichnungen und Farbgebung
+ wichtige Themen werden angesprochen
+ Faustine und ihr Chaos
+ spannend, aber nicht zu spannend

Bewertung: sterne5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Elfies Zaubrerbuch:

Rezension zu Elfies Zauberbuch Bd.1 – Die verhexte Insel
Rezension zu Elfies Zauberbuch Bd.2 – Die Sage der Zikaden
Rezension zu Elfies Zauberbuch Bd.5 – Der Zauber der Walpurgisnacht

Tags: Comics für Kinder