Die Geschichte des Marvel-Universums (Mark Waid, Javier Rodriguez)

geschichte marvels

Verlag: Panini; (Januar 2026)
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten; 35 €
ISBN-13: 9783741646430

Genre: Superhelden


Klappentext

Eine Welt voller Wunder

Am Ende der Zeit erzählt Weltraumriese Galactus seinem mächtigen Freund Franklin Richards, dem Sohn von Mr. Fantastic, die ganze Geschichte des Marvel-Universums. Es beginnt mit dem Urknall, erstreckt sich über die Frühzeit und behandelt natürlich das mal bunte, mal finstere Zeitalter der Superhelden und -heldinnen, Götter und Mutanten.
Eine einmalige Betrachtung des gigantischen Marvel-Comic-Wandteppichs – die größte Geschichte der Welt, wie man sie noch nie gesehen hat! Inszeniert von Star-Autor und Comic-Kenner Mark Waid (Kingdom Come) sowie Ausnahmekünstler Javier Rodriguez (Spider-Man).


Rezension

Das Ende der Zeit und des Multiversums steht kurz bevor. An diesem Endpunkt sind die letzten beiden Wesen Galactus und Franklin Richards. Und während sie warten, dass das Ende kommt, um einen Neuanfang möglich zu machen, erzählt Galactus die Geschichte des Universums von Beginn an.

Das Marvel-Universum ist groß, geradezu riesig. Jede Geschichte und jeden Helden zu kennen, ist mittlerweile fast unmöglich. Und selbst wenn man all dies kennt, wie soll eine Chronik über die Geschehnisse im Marvel-Universum mit all seinen Events, alternativen Realitäten und dem Multiversum überhaupt aussehen. Was ist wichtig genug, erwähnt zu werden und was ist zu nischig oder auch einfach nicht notwendig, wenn auch eigentlich richtig gut? Welche Helden müssen dabei sein und welche sind vernachlässigbar? Und vor allem wie kann das Ganze dann präsentiert werden, ohne in einer einzigen Aufzählung von Fakten zu enden.
Diese Fragen müssen sich Mark Waid als Erzähler und Javier Rodriguez gestellt haben, als sie die Arbeit an Die Geschichte des Marvel-Universums aufnahmen.
Die Geschichte erarbeitete dabei Mark Waid. Seine Aufgabe war es, die Wahl zu treffen, was vorkommen sollte und was nicht. Und vor allem das Problem zu lösen, wie er eine Geschichte drumherum stricken könnte. Ersteres dürfte eine Wahnsinnsarbeit gewesen sein. Für das Problem einer Geschichte fand er eine gute Rahmenhandlung. Er wählte Franklin Richards, Schöpfer von Realitäten, und Galactus, Verschlinger der Welten, als letzte Individuen am Ende der Zeiten aus. Sozusagen Anfang und Ende im letzten Moment vereint. Hier ist dann auch so etwas wie eine Geschichte vorhanden, denn dann nimmt Galactus seine Erzählung über die Geschichte des Marvel-Universums auf. Und was leicht pure Aufzählung sein könnte, wird durch Mark Waids Können dann interessanter. Nicht, dass hier groß etwas passiert, aber statt wie Lexikoneinträge wirkt Galactus´ Vortrag wie ein einziger großer Gedankengang, eben so, als ob jemand versucht sich zu erinnern und vom Fleck weg entscheidet, was ihm wichtig ist. So einen Eindruck zu erreichen, ist gar nicht so leicht und man kann Mark Waid gar nicht genug für diesen Umstand loben. Inhaltlich werden Fans immer etwas finden, das ihnen fehlt oder das sie als überflüssig erachten und das ist auch vollkommen in Ordnung. Vollständigkeit ist nicht Mark Waids Ziel, zumal der Band zuerst im Jahr 2020 erschien. Das Ziel war einen ersten Überblick über die Geschichte Marvels zu geben. Der Band soll mehr eine Anregung sein, sich vielleicht mit einzelnen Aspekten näher zu beschäftigen. Denn neugierig macht der Band.

Mark Waid ist ein guter Autor und er hat das alles sehr gut geschrieben und ausgewählt, aber ohne Javier Rodriguez´ Zeichnungen wäre Mark Waids Vorhaben dennoch zum Scheitern verurteilt gewesen. Um die Chronik wirklich interessant für Leser zu machen, braucht es eine entsprechende graphische Gestaltung, die sich vom typischen Marvelstil lösen muss. Und genau dies tut Javier Rodriguez. Er löst sich von sämtlichen Konventionen, die man aus den Marvel-Comics kennt und gestaltet ganz nach den Erfordernissen und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Es gibt mehrere graphisch interessante Ideen. Immer wieder blendet er Figuren und Ereignisse zusammen und lässt sie ineinander fließend übergehen. Immer gibt es etwas zu entdecken. Das ist zwar auch etwas fordernd, aber genau der richtige Weg, um einen solchen Band zu gestalten. Alles andere wäre einfach zu gewohnt, zu langweilig, um dazu zu motivieren weiterzulesen.

Zusätzlich zu diesem Comicteil besteht der Band aber auch noch aus einem sogenannten Faktenteil, der genauso viel Platz einnimmt. Hier gibt es zu den erwähnten Ereignisse noch weitere Informationen, unter anderem auch in welchen Heften sie zu finden sind. Aufbereitet werden diese Fakten mit Bildern aus den jeweiligen Comics. Wer also noch tiefer in die Geschichte des Marvel-Universum eintauchen will, kann dies hier ohne Probleme tun. Dazu kommt dann noch ein Namensregister von Personen, Wesen und Teams mit jeweils einem kurzen lexikalischen Eintrag.


Fazit

Die Geschichte des Marvel-Universums zusammenzustellen, ist eine Mammutaufgabe, der sich Mark Waid gemeinsam mit Javier Rodriguez gestellt und erfolgreich bewältigt hat. Wer einen Überblick über die Welt und Geschichte Marvels lesen möchte, wird zur Einführung nichts besseres finden.


Pro & Contra

+ graphische Gestaltung ist perfekt
+ sehr gut geschrieben und zusammengestellt

Bewertung: sterne4

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Zeichnungen: 5/5
Informationsgehalt: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5