Batman: Gotham by Gaslight – Das kryptonische Zeitalter (Andy Diggle, Leandro Fernandez)

gotham by gaslight kryptonische

Verlag: Panini; (Juni 2025)
Softcover: 216 Seiten; 29 €
ISBN-13: 9783741642845

Genre: Superhelden


Klappentext

Zwischen Gaslicht und Kryptonit

Gotham City im Jahr 1893. Die Elite träumt davon, sich die Wunder einer geheimnisvollen kryptonischen Zivilisation zunutze zu machen. Aber auch Selina Kyle alias Catwoman und Talia al Ghul von der Liga der Schatten sind hinter den Relikten her – und verwickeln dabei Batman in blutige Kämpfe! Unterdessen begegnet der Forscher Adam Strange in der Antarktis der Kriegerin Diana von Themyscira, die ihn vor den Gefahren von Kryptons Erbe warnt …

Eine großartige Saga in der Steampunk-Welt des Comic-Meilensteins Gotham by Gaslight, inszeniert von Andy Diggle (Green Arrow: Das erste Jahr, The Losers) und Leandro Fernández (Northlanders, Punisher).


Rezension

In Gotham wird von der Wayne Foundation eine Ausstellung mit Relikten des kryptonischen Zeitalters veranstaltet. Das ruft Catwoman auf den Plan, die versucht eines der Relikte zu stehlen. Doch Batman hat nur darauf gewartet und verfolgt sie bis zu ihren Auftraggebern, die sich als die Liga der Schatten erweisen. Aber auch andere sind hinter den Relikten her, die zu erwachen erscheinen. Unter ihnen ist Lex Luthor, der sich von einem ganz speziellen große Macht verspricht. Und Adam Strange begegnet in der Antarktis der Kriegerin Diana von Themyscira, die sich ihren Weg an die Oberfläche erkämpft hat, um der Menschheit beizustehen, während sich ihr Volk der Amazonen weiterhin unter der Erdoberfläche wie seit Jahrhunderten versteckt.

1989 tauchte der Batman des Viktorianischen Zeitalter zum ersten Mal auf. Frisch nach Gotham zurückgekehrt schickten ihn Brian Augustyn und Mike Mignola im Jahr 1889 in den Kampf gegen Jake the Ripper, den er letztlich entlarven konnte. Danach kam der Dunkle Ritter zurück, um gegen einen Luftschiffpiraten anzutreten. In Andy Diggles Das kryptonische Zeitalter wird die Welt des Batman des 19. Jahrhundert deutlich geöffnet und viele bekannte Figuren des DC-Universums halten nun Einzug in die Geschichte dieses Batmans. Und keine einzige ist zu viel, auch wenn sich manch ein Leser vielleicht etwas überwältigt vorkommt mit der schieren Masse an Charakteren. Aber Andy Diggle baut sie sinnvoll in seine Handlung über die tödliche Hetzjagd nach den Relikten der kryptonischen Zivilisation ein. Egal ob es Alan Scott, Adam Strange, Victor Stone oder ein Jay Garrick ist, alle sind zwar neu interpretiert, indem sie in eine andere Zeit versetzt wurden und nun teilweise unter anderen gewohnten Umständen auftauchen, aber im Kern immer noch sie selbst. Und das macht diese Versionen bekannter Figuren so spannend, da dies Andy Diggle auf eine Weise gelingt, dass man sie erneut kennenlernen will. Herausstechend sind dabei Diana von Themyscira und natürlich John Constantine. Erstere ist sogar eine noch härtere Kriegerin als sonst und zugleich nach wie vor die Person, die Hoffnung verkörpert. Wohingegen John Constantine als Spion der Krone nach wie vor der zwielichtige Charakter ist, für den man ihn liebt.
Bei seiner Handlung orientiert sich Andy Diggle an den Abenteuer- und Horrorromanen der Zeit. Lovecraft, Poe und Jules Verne scheinen immer um die Ecke zu gucken und ihr Einfluss auf Das kryptonische Zeitalter ist unübersehbar. Bereits der Beginn des zweiten Heftes schreit nach E. A. Poe und seinen Bergen des Wahnsinn. Allerdings ist dies keine schlechte Kopie, sondern eine ersichtliche Hommage, die einen grandiosen Start in die eigentliche Geschichte mit sich bringt, nachdem das erste enthaltene Heft mehr an Heist-Movies orientiert ist und einen perfekt inszenierten Einbruch und eine atemlose Hetzjagd zeigt. Aber erst mit Adam Stranges Reise in die Antarktis geht die Handlung eigentlich erst so richtig los und dann fällt es auch sehr schwer Das kryptonische Zeitalter aus der Hand zu legen.

Leonardo Fernandez´ Zeichnungen sind detailliert, rasant und erinnern genau in den richtigen Momenten an einen Mike Mignola oder einen Frank Miller, als er noch gut war. Sein Umgang mit Licht und Schatten ist zwar nicht ganz so perfekt, wie der eines Mike Mignolas, aber es ist nahe genug dran, um die richtige Atmosphäre zu erzeugen, um so den ersten Auftritt Batmans in Gotham by Gaslight mit diesem hier zu verbinden.


Fazit

Andy Diggle und Leonardo Fernández schicken den Batman des 19. Jahrhunderts auf ein wildes Abenteuer, in dem viele alte Bekannte auftauchen und das so weit alles richtig macht. Das kryptonische Zeitalter ist spannend, unterhaltsam, ausreichend komplex und macht einfach Spaß zu lesen. Jetzt heißt es auf die Auflösung zu warten.


Pro & Contra

+ viele Charaktere, die gut eingeführt werden
+ John Constantine und Wonder Woman
+ Zeichnungen von Leonardo Fernández

Bewertung: sterne4.5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5