
Verlag: Panini; (Februar 2026)
Softcover: 120 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741646379
Genre: Horror
Klappentext
Vom Paradies in die Hölle
Zwischen Kolonisierungsmissionen und Militäroperationen kann das Leben im Weltraum schnell anstrengend werden. Warum also nicht eine Pause in einer luxuriösen Oase im Orbit einlegen? Genau das bietet Paradiso, ein tropischer Badeort mit herrlichen künstlichen Stränden, Swimmingpools und glitzernden Casinos. In diesem Fünfsternehotel, in dem sich eine wohlhabende Kundschaft entspannt, sind Waffen strengstens verboten. Aber als zwei Colonial Marshals auftauchen, um einen Verbrecherboss zu verhaften, und aus einem der Gäste ein Xenomorph-Embryo herausbricht, verwandelt sich der Traum schnell in einen Albtraum …
Steve Foxe (Dark X-Men, Spider-Man: Homeroom Heroes) und Edgar Salazar (Constantine, Uncanny X-Men), unterstützt von Jason Muhr und Peter Nguyen, präsentieren eine explosive Geschichte vor einer für die tödlichsten Kreaturen der Galaxis völlig neuen Kulisse.
Rezension
Im Jahr 2153 existiert im Weltraum ein exklusiver Hotelkomplex, zu dem die Reichen und Schönen kommen, um Ruhe zu suchen. Der Name des Ortes lautet Paradiso und dieser Name passt zu ihm. Die stillen und einzelnen Inseln von Paradiso bieten die idealen Bedingungen sich zu erholen - und um krumme Geschäfte abzuwickeln. Denn hier herrscht absolutes Waffenverbot. Hierher kommen auch Ricky Valentine, seine Gang und die beiden Colonial Marshals Nanda und Reeves. Die beiden Marshals sollen Beweise gegen Valentine sammeln. Doch was keiner von ihnen ahnt, ist, dass Valentines Geschäftspartner von einem Xenomorphen infiziert ist und damit sehen sich die Gäste und Angestellten plötzlich unbewaffnet den Aliens gegenüber.
Die Grundidee von Paradiso ist eigentlich wirklich gut. Die Aliens aus dem üblichen Einheitsbrei herausziehen, fort von fernen Planeten auf denen das Leben hart ist und sowieso keiner eine Chance hat, passt. Allerdings gibt es dann doch ein Problem mit diesem Konzept. Es will sich nicht so recht in die etablierte Welt, in der die Alienfilme spielen, einfügen. Die war eine klassische Dystopie, in der nur wenige wirklich reiche existieren und auf der Erde leben. Die Idee, dass nun plötzlich eine Art Las Vegas im All vorhanden sein und auch relativ leicht zu erreichen sein soll, mutet fehl am Platze an. Unter anderem da dafür die Flugzeiten radikal kürzer sein müssten, als sie es im Alienuniversum sind, ansonsten könnten auf Paradiso keine Geschäfte gemacht werden. Akzeptiert und ignoriert man aber diese im Konzept liegenden Probleme, bekommt man ein nicht ganz so klassisches Alienabenteuer, das sich mehr traut als andere Aliencomics unter Disney vorher und auch mehr als der letzte Film Alien: Romulus, der zwar gut, aber nicht mutig war und nur zeigt, wo die Probleme im Ansatz dieses Comics liegen.
Dennoch, wird, wie erwähnt, das Konzept von Paradiso akzeptiert, entfaltet sich eine Geschichte, mit einer Handlung, die so noch nicht wirklich bei Alien zu sehen war. Steve Foxe verzichtet auf Space Marines, einen einsamen Mond mit hart arbeitender Bevölkerung und unfähige Forscher. Stattdessen stellt er den Luxus der Oberschicht und die Verbrecher des Universums, die sich für Geschäfte auf Paradiso treffen, in den Mittelpunkt. Die Ausgangssituation ist hier also schon mal anders, da hier wirklich keiner der Anwesenden mit einer gefährlichen Spezies, erst recht nicht mit einem Xenomorphen, rechnen können muss, geschweige denn mit dem professionellen Blick eines Wissenschaftlers oder Soldaten auf die Ereignisse schauen müsste.
Das tut der ganzen Sache schon einmal gut. Dazu ist das Alien zwar prominent vertreten, aber es bestimmt so gesehen nicht die Handlung. Die wird wesentlich durch die Charaktere getan und zwar nicht nur dadurch, dass sie Angst vorm Alien haben, sondern weil Steve Foxe tatsächlich davon unabhängig noch eine Geschichte zu erzählen hat. Es geht bei ihm um Verrat, etwas Kapitalismuskritik und auch etwas um Loyalität und Freundschaft. Die Charaktere verhalten sich nie dumm und immer nachvollziehbar in ihrem eigenen Rahmen und ihren Erfahrungen. Und so baut man auch schnell eine Verbindung zu einzelnen auf. Steve Foxe schafft es so, neue Aspekte dem Alien abzugewinnen und eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren zu erzählen. Allein die Verbindung zum ersten Alienfilm wirkt hineingezwängt, das wäre auch anders gegangen.
Bei den Zeichnungen wagt Alien – Paradiso auch etwas. Edgar Salazars Zeichnungen besitzen zwar keine außergewöhnlichen Aspekte. Er zeichnet gut und auch sein Alien sieht entsprechend aus und er kann es dynamisch inszenieren, doch da sind ja auch noch die Anteile von Peter Nguyen, die die Perspektive des Aliens zeigen. Das ist zwar keine neue Idee, schließlich wurde die Sicht des Jägers bereits in Predator gezeigt und beide Franchises sind spätestens seit Alien vs. Predator miteinander verbunden, aber für Alien ist das ein neuer Aspekt. Die Umsetzung ist im Prinzip auch gelungen, nur leider etwas unübersichtlich, weswegen nicht alles sofort erkennbar ist. Trotzdem ist das graphisch toll gemacht und ist eine sehr gute Ergänzung, die etwas frischen Wind in die Comics bringt.
Fazit
Steve Foxe erzählt eine Geschichte abseits der ausgetretenen Pfade. Wenn auch die Ausgangssituation nicht so ganz passen mag, ist Paradiso dennoch ein sehr guter Beitrag zu Welt von Alien.
Pro & Contra
+ neue Aspekte
+ versucht nicht mehr zu sein, als es ist
+ präsentiert ein klassisches Alien und keine neue Schöpfung
- unnötige Verbindung zu Alien
Bewertung: ![]()
Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5
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