King Spawn Bd.8 – Das Gespenst (Todd McFarlane, McConville, Cinar)

king spawn 8

Verlag: Panini (Februar 2026)
Softcover: 136 Seiten; 20 €
ISBN-13: 9783741648380

Genre: Horror/ Superhelden


Klappentext

Die unschuldigen Opfer

Eine Welle von Kindesentführungen erschüttert New York. Vier Jungen sind bereits verschwunden, während ihre Eltern brutal abgeschlachtet wurden. Andy Wheeler soll Opfer Nummer fünf werden, doch bevor er von den Entführern an ihren Auftraggeber ausgeliefert werden kann, wird er von Spawn gerettet. Spawn findet heraus, dass vor 25 Jahren schon einmal fünf Jungs innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen Umständen verschwunden sind. Darunter der Bruder des FBI-Agenten William Lynch. Gemeinsam mit Lynch stellt Spawn dem Unheimlichen, der von der Presse Wraith genannt wird, eine Falle, ohne zu ahnen mit wem er sich da anlegt.
Eine neue, spektakuläre Horrorstory aus dem Spawn-Universum. Geschrieben von Rory McConville (Spawn, Judge Dredd), gezeichnet von Yildiray Cinar (Hulk – Joe Fixit) und Dudu Pansica (Batman, Deathstroke).


Rezension

Fünf Jungen werden innerhalb kürzester Zeit entführt und ihre Familien abgeschlachtet. Und Spawn hat nicht mal die kleinste Spur, die ihn zum Täter führen könnte. Das ist mehr als ungewöhnlich. Als FBI-Agent William Lynch auf ihn zukommt und ihn bittet, die Ermittlungen zu unterstützen, erhält Al Simmons erste Informationen. Denn vor 25 Jahren verschwanden schon einmal fünf Jungen und einer von ihnen war Lynchs Bruder. Bald kommt Spawn an einen Namen: Wraith, ein Wesen, dass bereits Jahrhunderte zu existieren scheint und alle 25 Jahre zuschlägt. Aber bevor Spawn Hand an Wraith legen kann, muss er sich mit dessen Helfern herumschlagen und Wraith selbst hat auch noch den ein oder anderen Trick im Ärmel. Aber auch Spawn ist nicht gerade hilflos und weiß zu überraschen.

Normalerweise wäre dies der Punkt, an dem, betont wird, dass der Klappentext nicht ganz zutrifft und vielleicht auch, dass nicht jeder Aspekt von Das Gespenst aufgelöst wird.
Aber Das Gespenst ist kein normaler Comic, auch für Spawn nicht. Denn was als recht harter Thriller mit viel Action beginnt, wird am Ende zu sehr schwerer Kost. Vordergründig ist Das Gespenst zunächst nur ein weiterer Kampf Spawns gegen das Böse, das sich auf unschuldige Kinder gestürzt hat. Das ist schlimm genug, ist aber ein Thema, das sogar schon in den ersten Ausgaben von Spawn von Todd McFarlane behandelt wurde. Dort allerdings sehr kurz und nicht wirklich tiefschürfend, damals wurde von Todd McFarlane eher darauf geachtet, den Schuldigen zahlen zu lassen.
Das Gespenst ist anders. Anfangs deutet zwar alles auf einen harten Fall hin, aber eben nicht auf ein Ende, das den Leser mitnehmen wird. Beginn und Mittelteil konzentrieren sich auf die Ermittlungsarbeit Spawns und Lynchs und auf die Kämpfe gegen Revenant. Das ist actionhaltig und gut geschrieben, sticht aber noch nicht heraus, auch wenn es bereits Andeutungen gibt, dass das hier anders laufen könnte. Gerade im Nachgang wird die Funktion des FBI-Agenten Lynch noch klarer und vieles deutet sich dann doch früh an, wenn zwischen den Zeilen gelesen wird.
Was Rory McConville als neuer Autor von Spawn dann allerdings auf den letzten Seiten macht, lässt einen schwer schlucken. Während Das Gespenst zuvor eben nur ein Thriller war, wird es von da an ein Kommentar auf unsere Gesellschaft und die politische Landschaft, der wir uns gerade in den USA gegenüber sehen. Jeffrey Epstein und seine Mittäter waren hier definitiv Vorlage und ebenso die Machtlosigkeit, die die meisten Menschen empfinden dürften, wenn sie Gewissen und Empathie besitzen. Das ist einfach schwere Kost. Und wenn dann Spawn auf den allerletzten Seiten seinen eigenen Gefühlen und seinem Durst nach Rache freien Lauf lässt, dann ist das kein Ansprechen von niederen Instinkt, sondern ein Aufschrei der Hilflosigkeit und der Wut, die Rory McConville empfinden dürfte. Es geht dabei nicht um Rache, sondern um das Verarbeiten von Gefühlen und wenn das beinhaltet, das Monster leiden müssen, dann ist ihm kein Vorwurf zu machen. Dann ist das einfach ein sich Luft verschaffen.

Yildiray Cinars Zeichnungen sind ebenso brillant. Am Anfang scheint er sich noch auf gewohnten Pfaden zu bewegen und vieles sieht gut aus, aber je weiter die Erzählung voranschreitet, desto dichter wird die Atmosphäre, desto verdrehter die Monster, dunkler die Höhlen, bis sich am Ende in der Normalität das Böse zeigt. Das ist konzeptuell großartig und visuell perfekt von ihm umgesetzt.


Fazit

Spawn steht für Horror, aber der Horror in Das Gespenst ist anders, ist zu real und damit schwere Kost. Das Gespenst ist brillant geschrieben und mit Sicherheit nicht für jeden leicht zu ertragen, aber es ist wichtig, dass gerade im Superhelden-/ Horrorbereich solche Geschichten geschrieben werden. King Spawn kann in dieser Ausgabe für sich selbst stehen und benötigt kein Vorwissen, um ihn zu verstehen und das ist gut so. Wer nur eine Ausgabe von King Spawn lesen will, sollte diese lesen!


Pro & Contra

+ schweres Thema
+ brillantes Ende
+ sehr gute und passende Zeichnungen
+ Kommentar zum politischen und gesellschaftlichen Geschehen

Bewertung: sterne5

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


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