Die Götter von Blut und Pulver - Zorn des Imperiums (Brian McClellan)

zorn des imperiums

Verlag: Cross Cult; (Oktober 2022)
Taschenbuch: 700 Seiten; 18 €
ISBN-13: 978-3-96658-911-6

Genre: Fantasy


Klappentext

Die Jagd nach den Steinen, die die Macht haben, Menschen in Götter zu verwandeln.

Das Land befindet sich in Aufruhr. Die Hauptstadt ist besetzt, und eine halbe Million Flüchtlinge, begleitet von Lady Flints Soldaten, sind unterwegs, um an der Grenze Schutz zu suchen. Aber es ist nie leicht, dem Krieg zu entkommen, und schon bald könnte die Schlacht sie finden, ob sie darauf vorbereitet sind oder nicht.

In der Hauptstadt schmuggelt Michel Bravis noch mehr Flüchtlinge aus der Stadt. Doch interne Kräfte arbeiten gegen ihn. Von Feinden umgeben könnte Michel gezwungen sein, sich Hilfe bei den Besatzern zu suchen, die er zu untergraben versucht.

Währenddessen baut Ben Styke seine eigene Armee auf. Er und seine Wilden Ulanen versammeln jeden fähigen Mann, den sie finden können, um ein Artefakt zu vernichten, das die Macht haben könnte, das Blatt des Krieges zu ihren Ungunsten zu wenden. Aber was sie finden, ist vielleicht nicht das, wonach sie suchen.


Rezension

Fatrasta ist zum größten Teil von den Dynize besetzt, die Hauptstadt Landfall gefallen und die Armeen Fatrastas müssen sich zunächst sammeln.
Während das ganze Land in Aufruhr ist, schlägt sich Michel Bravis in der Hauptstadt durch und versucht Familien der Blackhats und andere Flüchtlinge aus der Stadt zu bringen. Doch das ist bald nicht seine einzige Aufgabe. Im Auftrag von Taniel soll er eine Frau mit dem Namen Mara finden, die eine hohe Position bei den Dynize hat und mit Taniel zusammenarbeitet. Problematisch wird dieser Auftrag dadurch, dass Taniel nicht weiß, wie ihr wirklicher Name lautet und wie sie aussieht. Denn bisher hatte nur Ka-poel über eine geistige Verbindung mit ihr Kontakt. Dadurch und andere Umstände gezwungen, schließt sich Michel einem der Häuser der Dynize an und jagt in ihrem Auftrag Je Tura, einen Blackhat, der Anschläge in Landfall verübt und dabei auch nicht davor zurückschreckt, Unschuldige zu töten. Und schon bald ist Michel Bravis zwischen seinen Pflichten gefangen. Zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in eine Dynize.
Währenddessen sind Ben Styke und Vlora Flint mit ihren jeweiligen Truppen auf der Suche nach den Göttersteinen, um zu verhindern, dass sie den Dynize oder Lindet in die Hände fallen, und um sie zu zerstören. Aber der Weg ist lang, die Gefahren vielfältig und es warten viele Überraschungen auf sie.

Der mittlere Teil einer Trilogie hat es immer schwer. Er muss die Geschichte fortführen, zugleich aber auch den Ereignissen und Charakteren mehr Raum geben, um zwar nicht den Inhalt zu strecken, aber künftige Ereignisse konsequent und nachvollziehbar vorzubereiten. Es sind meist Übergangsbände, die keinen richtigen Anfang und kein richtiges Ende besitzen, da sie von ihrer Natur her offen bleiben müssen. Und dennoch müssen sie ein zumindest vorläufig zufriedenstellendes Ende besitzen. All das zu erfüllen, ist gar nicht so leicht.
Brian McClellan liefert mit Zorn des Imperiums den zweiten Teil der Götter von Blut und Pulver, und er nutzt die Chance, die in der oben beschriebenen Problematik liegt. Jeden seiner Charaktere entwickelt er hier gekonnt weiter und führt gleichzeitig neue ein oder bringt alte mit neuen Gesichtspunkten wieder zurück ins Spiel. Und dies macht er wirklich gut.
Dabei überrascht es einen, dass ausgerechnet der Handlungsstrang, der auf den ersten Blick am unattraktivsten wirkt, nämlich Michels Suche in Landfall, tatsächlich am spannendsten und stärksten ist. Und dies aus gleich mehreren Gründen. Michel Bravis entwickelt er konsequent weiter und gibt ihm noch mehr Facetten, als er bereits besaß. In Sünden des Imperiums saß er schon etwas zwischen den Stühlen, da er von Beginn an für Taniel arbeitete, während er bei den Blackhats war. Dies verstärkt sich nun nur noch weiter. Denn Michel wird in Zorn des Imperiums ein weiteres Mal von Taniel gebeten, einen unmöglichen Auftrag zu erfüllen, der ihn an seine Grenzen und die seines Gewissens führt. Und dies schreibt Brian McClellan äußerst gekonnt. Je weiter die Handlung in Landfall voranschreitet, desto innerlich zerrissener wirkt Michel. Er zweifelt zwar nie an seiner Aufgabe von Taniel, aber durch die persönliche Verbindung mit den Dynize gerät für ihn alles auf eine unerwartet persönliche Ebene, die für ihn alles verkompliziert.
Zugleich bietet der Handlungsstrang über Michel Brian McClellan die Möglichkeit die Dynize und ihre Kultur viel besser vorzustellen, als noch im ersten Band. In Sünden des Imperiums waren sie im Prinzip eine gesichtslose Masse, die einfach der Feind war, nun aber zeigt er ein sehr facettenreiches Bild von ihnen. Er gibt ihnen Gesichter, zeigt ihre Kultur und damit ihre Motivationen und vor allem zeigt er eben auch, dass es innerhalb der Dynize verschiedene Strömungen gibt und sie eben nicht eine feindliche Masse sind, sondern Menschen mit eigenen Zielen, Wünschen und Charakteren. Dies tut der Reihe gut und macht sie gleich noch einmal spannender und interessanter. Und genau deswegen sind die Ereignisse in Landfall, obwohl sie sich mehr auf Spionage und Ermittlungen konzentrieren, so viel spannender und interessanter als der Rest des Romans.

Das soll jedoch nicht heißen, dass dieser uninteressant oder langweiliger wäre. Auch hier gibt es viel zu entdecken und gerade, Ben Styke, Vlora und Ka-poel werden von Brian McClellan weiterentwickelt und auch dies durchaus an ein oder zwei Stellen sehr überraschend. Wenn die Hintergrundgeschichte von Ka-poel aufgedeckt wird, ist das ein großartiger Moment.
Brian McClellan treibt seine Handlung auf allen Ebenen voran und lässt dies durch seine Charaktere geschehen. Die Geschichte entwickelt sich aus ihnen heraus und das generiert Spannung. Zudem findet Brian McClellan ein gelungenes Ende, um diesen Band abzuschließen und neugierig auf den nächsten zu machen.


Fazit

Zorn des Imperiums krempelt ziemlich vieles in der Welt der Götter von Blut und Pulver um. Brian McClellan legt einen zweiten Teil vor, der die Charaktere überraschend weiterentwickelt und Hoffnungen auf ein großes Finale macht.


Pro & Contra

+ Ka-poel
+ Michel Bravis in Landfall
+ sehr gute Ideen
+ altbekannte Charaktere tauchen auf

Bewertung: sterne4.5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


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