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Die Kathedrale des Meeres (Ildefonso Falcones)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 10. Januar 2010

kathedrale_des_meeres.jpg

Fischer Verlag (August 2009)
Taschenbuch, 656 Seiten, EUR 12,95
ISBN: 978-3596175116

Genre: Historik


Klappentext

Vom Steinträger zum Seekonsul der Stadt Barcelona

Barcelona im 14. Jahrhundert: Die Landbevölkerung stöhnt unter dem Joch der Feudalherren. Barcelona jedoch ist frei. Und Barcelona ist reich. Hier macht der junge Arnau seinen Weg vom mittellosen Steinträger zu einem der angesehensten Bürger der Stadt. Er ist Teil eines unerhörten Plans: die Errichtung einer Kathedrale, die den Himmel stürmen soll.


Rezension

Vom Steinträger zum Seekonsul der Stadt Barcelona - genau genommen setzt die Schilderung der Odyssee Arnaus Lebens früher und noch weiter unten in der gnadenlosen mittelalterlichen Gesellschaft an. Denn Arnau ist der Sohn eines Leibeigenen, der sich aufgrund der Grausamkeit seines Herren dazu entschließt, alles zurückzulassen und mit seinem neugeborenen Sohn nach Barcelona zu fliehen. Dort will er ein freier Bürger werden, indem er sich ein Jahr, einen Monat und einen Tag in der Stadt vor seinem Herren versteckt.

So beginnt die bewegende Lebensgeschichte Arnau Estanyols, die den Leser mitten in die Wirren des Mittelalters führt. All das, was uns in den Sinn kommt, wenn wir an jene Zeit denken, hat Ildefonso Falcones in seiner groß angelegten Geschichte geschickt verarbeitet – sei es die erbarmungslose Gesellschaftstruktur, in der die Schwachen untergehen und die Adligen nur daran interessiert sind, ihren Einfluss zu mehren, seien es die Pest, die Inquisition oder Hungersnöte, um nur einige Beispiele zu nennen - Falcones gelingt es hervorragend, ein umfassendes, detailliert wirkendes Bild dieser Zeit zu entwerfen, in das der Leser gerne abtaucht, um sich mit dem Protagonisten zu freuen, mit ihm zu bangen, zu hoffen, zu leiden.
Dieses wechselvolle Auf und Ab ist gut erzählt und vermag den Leser so während des gesamten Romans zu fesseln – die eindringlichen Schilderungen transportieren die richtigen Gefühle an den richtigen Stellen, sodass man regelrecht teilhat an der gut durchdachten Geschichte. Auf diese Weise entsteht eine Handlung ohne Längen – stets will man wissen, wie es weitergeht, hofft, dass nicht auf der nächsten Seite irgendein gemeiner Plan von Arnaus Feinden – die man fast mit derselben Inbrunst hasst, wie er selbst – aufgeht.
Diese Feinde sind - wie sollte es anders sein - allesamt Adlige. Überhaupt gibt es unter den auftretenden Adligen keinen einzigen, den man als „guten“ Charakter bezeichnen könnte. Diese sind einzig und allein in der Arbeiterschicht zu finden. Dies mag etwas klischeehaft wirken, doch glücklicherweise nutzt Falcones dieses Klischee dazu, eine packende Handlung zu schaffen, sodass man leicht geneigt ist, sie ihm zu verzeihen.
Ähnlich verhält es sich bei einer zweiten kleinen Unstimmigkeit: Der Tatsache nämlich, dass es einem geflohenen Leibeigenen gelingen soll, zu einem der reichsten Bürger Barcelonas zu werden. Die notwendigen Etappen auf diesem Weg muten zuweilen recht weit hergeholt an. Um seinen Protagonisten vom armen Wicht zum angesehen Bürger zu „befördern“, muss Falcones auf Ereignisse zurückgreifen, die konstruiert wirken. Was der Leser dafür geboten bekommt, entschädigt indes auch hierfür. Denn nichtsdestotrotz ist jede geschilderte Situation lesenswert, denn Falcones weiß aus jedem Lebensabschnitt des Protagonisten das Beste und Spannendste herauszuholen.

Erwähnenswert ist noch der Schauplatz – die stolze Stadt Barcelona. Überzeugend und lebhaft schildert Falcones den Ort; aus dessen detaillierten Beschreibungen gewissenhafte Recherchearbeit spricht – die so das Buch für Kenner der Stadt sicherlich zu einem noch größeren Vergnügen machen, als es ohnehin schon ist.


Fazit

Ein toller Schmöker. Bewegend und mitreißend lässt die Geschichte den Leser ins finstere Mittelalter abtauchen, wo er mit dem Protagonisten hofft und bangt – und so alles um sich herum vergisst.


Pro & Kontra

+ packend
+ gut erzählt
+ gut durchdacht
+ keine Längen
+ bewegend

- einiges wirkt konstruiert

Wertung: sterne4.5.gif

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 28. Januar 2010
 

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