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City of Ashes - Chroniken der Unterwelt (Cassandra Clare)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 29. Januar 2010

Arena Verlag (Juni 2008)
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten, 17,95€
ISBN-13: 978-3401061337

Genre: Fantasy


Klappentext

Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Aber was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Doch die Unterwelt ist noch nicht bereit, sie gehen zu lassen. Als Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal – und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.

In dieser atemberaubenden Fortsetzung von City of Bones lockt Cassandra Clare ihre Leser zurück in ein düsteres New York City, in der die Liebe niemals gefahrlos ist und Macht zu einer tödlichen Verlockung wird.


Rezension

Der erste Band der „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare wurde vom Verlag vollmundig als „fulminates Debut“ angepriesen und entpuppte sich als Durchschnittsroman, umso misstrauischer wird man dann natürlich, wenn „City of Ashes“ von Arena als „atemberaubend“ bezeichnet wird. Und tatsächlich löst es ebenfalls das Versprechen nicht in dem Sinn vollends ein, den man mit Kenntnis des ersten Buches befürchtet. In diesen Fall zum Glück muss man sagen. Denn die Ankündigung ließ vermuten, dass Cassandra Clare kaum aus ihren Fehlern gelernt hat und gerade das hat sie.
„City of Ashes“ schlägt „City of Bones“ in mehr als nur einer Beziehung.
Sei es in Charakterentwicklung, Logik, Nachvollziehbarkeit der Geschichte oder einen durchgehenden Handlungsfaden. In allem hat sich die Autorin spürbar verbessert.

Sicher hat das Buch noch viele Schwachstellen, die Größte dürfte dabei der Hauptcharakter Clary sein, die einfach nichts in die Hand nimmt. Aber dafür wurden viele abgemildert oder beseitigt.
Vor allem inhaltlich hat sich die Autorin gesteigert
Der Roman wirkt nun mehr wie aus einem Guß und nicht so sprunghaft. Man hat jederzeit das Gefühl, dass Cassandra Clare dieses Mal einen Plan verfolgt und nicht einfach darauf losgeschrieben hat. Dieses kommt natürlich auch der Geschichte zugute, die sie erzählt. Sie ist nun um einiges ausgereifter und leichter nachzuvollziehen, als noch in „City of Bones“.
Logikfehler findet man nicht mehr in der Menge wie vorher und die stattfindenden Ereignisse ergeben sich größtenteils auseinander, auch wenn manchmal der Zufall bemüht wird oder die Einstellung mancher Personen zu sehr an den Haaren herbeigezogen wird. Alles in allem wird man viel besser in die Geschichte gezogen und das Buch bleibt spannend. Auch wenn es immer mal wieder kleinere Ausreißer gibt und Cassandra Clare, Ereignisse und Personen aus dem Hut zaubert.

Die Charakterentwicklung ist allerdings ein großer Schwachpunkt des Romans.
Clary, die Hauptprotagonisten und eigentliche Heldin des Buches, verharrt noch in dem Zustand, in dem sie am Anfang des ersten Buches war. Sie ergreift nie die Initiative. Jedes Problem, das sich ihr in den Weg stellt, wird nicht von ihr gelöst, sondern von ihren Freunden und Verwandten. Dadurch wirkt sie einfach hilf- und einfallslos und eine rechte Bindung mag man nicht zu ihr aufbauen. Dazu ist sie viel zu blass. Ebenso kann man als Leser nicht ganz nachvollziehen, warum gerade sie von allen als „Retterin“ angesehen wird. Sie tut einfach nichts. 
Jace hingegen ist teils wirklich gut gezeichnet und vor allem nachvollziehbar, und teils einfach nicht glaubwürdig in seinen Stimmungsschwankungen. Trotzdem ist und bleibt er eine Identifikationsfigur.
Als weiterer Antagonist kommt die Inquisitorin hinzu, die im Prinzip ein wandelndes Klischee darstellt und sehr unsympathisch rüberkommt. Das soll sie gewiss auch, aber hier geschieht die Zeichnung des Charakters dermaßen aufdringlich, dass man sie allein aufgrund dessen ablehnt und nicht wegen ihrer Handlungen, die teilweise arg kindisch und naiv wirken. Man fragt sich, wie eine solche Person eine so hohe Stellung erlangen konnte.
Doch es gibt auch Ausnahmen.
Die beiden Charaktere, die den ganzen Roman retten, sind Luke und Simon. Eigentlich Nebencharaktere aber mittlerweile so vielschichtig, dass man ihre weitere Entwicklung gebannt mitverfolgt. Gerade von Simon kann man sich nach diesem Buch noch einiges erhoffen. Seine Verwandlung und sein Umgang damit, versprechen noch viel Konfliktpotential und legen nahe, ihm im nächsten Band noch mehr Freiraum zu geben. Als Einziger bleibt er die ganze Zeit in seinem Handeln für den Leser verständlich.
Nicht unerwähnt soll auch Valentin bleiben, Clarys Vater und Gegner der Schattenjäger. Dieser bringt einen zweiten heiligen Gegenstand der Engel in seine Finger und schreckt auch nicht vor Mord zurück. Überraschenderweise verzichtet Cassandra Clare bei ihm auf die übliche Schwarzweißmalerei und gibt ihm Ecken und Kanten, gute und schlechte Seiten, die ihn zu einem Mann machen, der alles für sein Ziel tut.

Leider gibt es aber auch in „City of Ashes“ ein paar skurrile Ideen zu viel. Die Vampirmotorräder wirken weiterhin fehl am Platz, genauso wie ein über Wasser fahrendes Auto. Für die Situationen in denen sie auftauchen, hätten sich auch andere Lösungen angeboten. Vermutlich wollte Cassandra Clare im Fall der Motorräder sie aber nicht umsonst eingeführt haben. Aber diese Momente sind glücklicherweise ziemlich weit heruntergefahren.
Außerdem wird auch in „City of Ashes“ die namensgebende „Stadt der Stille“ nur kurz besucht. Dabei wünscht man sich gerade von ihr noch mehr zu sehen und zu erfahren. Denn mit dieser Stadt hat Cassandra Clare einen wirklich faszinierenden Ort erschaffen, der viele Geheimnisse zu beherbergen scheint.

Casandra Clare hat aus ihren Fehlern bei „City of Bones“ gelernt und mit „City of Ashes“ das klar bessere Buch geschrieben. In welchem Maß ihre Lektorin, der sie ausdrücklich für ihren Rotstift dankt, ihre Finger im Spiel hatte, darüber lässt sich nur spekulieren. Aber ganz ohne Hilfe wird Cassandra Clare diese Verbesserung nicht erreicht haben, dafür ist der Unterschied zwischen den Büchern schon sehr signifikant.


Fazit

Cassandra Clare gelingt es sich in allen Belangen zu steigern und schafft es so, einen spannenden Roman zu schreiben, der allerdings trotzdem noch viele Schwächen aufweist. Ihre Ideen sind meist gut und sie folgt nicht mehr ganz ausgetretenen Pfaden. Wenn sie es schafft sich ein weiteres Mal zu steigern, dürfte der Abschluss der Chroniken der Unterwelt „City of Glass“ ein richtig spannendes und lesenswertes Buch werden. „City of Ashes“ ist auf jeden Fall kein Fehlgriff, wenn man auf der Suche nach fantastischer Literatur ist.


Pro & Contra

+ Luke, ein Onkel wie man sich ihn wünscht
+ Simon, vorher nur ein Anhängsel, zeigt er nun sein Potential
+ der Hintergrund ist nach wie vor sehr gut
+ die Beziehungen unter den einzelnen Schattenwesen und mit dem Rat sind gut herausgearbeitet

- Die Inquisitorin ist ein wandelndes Klischee und ihr Verhalten nicht recht nachvollziehbar
- Clary, sie tut nichts und wird trotzdem als Heldin gefeiert 

Bewertung:

Charaktere: 3/5
Handlung: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Cassandra Clare:

Rezension zu City of Bones - Chroniken der Unterwelt

Rezension zu City of Glass - Chroniken der Unterwelt

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 21. Oktober 2010
 

Kommentare  

#2 City of Ashesgossip girl 2012-02-28 17:51
In wenigen Punkten gebe ich dir recht Tabea.
Doch ich finde es gut das nicht alles so schnell passiert sonst gäb es schließlich auch keinen 3,4,5 und 6 Teil ;-))
#1 City of AshesTabea 2011-09-10 00:34
Oh, ich darf als Erste einen Kommentar schreiben, welch eine Ehre! Aber ich finde zu Teil 2 muss man einfach noch mal was gesagt haben:

Diese Buch war vom Niveau her, auf jeden Fall auf demselben Level, wie Teil 1. Doch diesmal hab ich auch etwas schlechtere Kritik anzumerken.
Zum einen fand ich den Klappentext irgendwie verpeilt. Im Text kommt nur ein paar mal kurz vor, dass sie lieber wieder in ihr altes Leben zurück möchte.
Daneben muss ich noch sagen, dass das nun schon der zweite Band ist und ich finde Clary darf jetzt ruhig mal ein bisschen mehr..."Schatte njäger" werden. Bis auf die paar Runen, hat sie ja noch nichts gemacht.
Was ich noch schlimm fand, war die Inqusitorin. Da gebe ich der Rezension vollkommen recht. Wobei ich sie auch allgemein irgendwie nicht in diesem Buch haben wollte. Sie war nichts Halbes und nichts Ganzes.

Bei Jace musste ich mir gegen Ende wieder an den Kopf fassen. Wieso musste er das sagen? Ich bin gar nicht in der Lage, ein Wort zu finden, dass ihn und sein Verhalten treffen würde...

Allgemein, ist die Reihe auf jeden Fall lesenswert.

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